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Coronavirus beschäftigt zunehmend auch behinderte Menschen

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Foto: ht

Kassel (kobinet) Die Coronavirus-Epidemie ist mit heute vermeldeten über 1.100 Infizierten in Deutschland mittlerweile nicht nur in vielen Bereichen unseres Lebens angekommen, sondern beschäftigt auch zunehmend behinderte Menschen. Dies reicht von Barrieren bei Notfallinformationen, über erste behinderte Menschen, die in Quarantäne sind, bis zu Fragen, ob Veranstaltungen wie geplant stattfinden bzw. welche Auswirkungen die Epidemie auf Menschen haben könnte, die Persönliche Assistenz nutzen. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul gibt einen Überblick über einzelne Meldungen.

Dass das größte Problem in einer solchen Epidemie der Mensch und seine Angst sein dürfte, anstatt das Virus, darauf deuten eine Reihe von Meldungen zu Hamsterkäufen bis zum Diebstahl von medizinisch wichtigen Desinfektionsmitteln oder von Schutzkleidung. Die Aktion Mensch hat hierzu am Freitag mit einer Presseinformation ein wichtiges Zeichen gesetzt und gefordert, dass das Hamstern von Desinfektionsmitteln ein Ende haben muss. (siehe kobinet-nachrichten vom 5.3.2020)

Ein anderes Problem, nämlich das Informationsdefizit bestimmter Gruppen behinderter Menschen aufgrund des Fehlens von barrierefreien Informationen zum Coronavirus hat der Deutsche Gehörlosen-Bund letzte Woche aufgezeigt und zum Beispiel Informationen in Gebärdensprache gefordert. Hierzu hat der Verband mittlerweile auch eine Stellungnahme und Infos auf seiner Internetseite eingestellt. (siehe Seite des Deutschen Gehörlosen-Bundes sowie kobinet-nachrichten vom 5.3.2020 und kobinet-nachrichten vom 6.3.2020 mit Tipps zu Infos)

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Jürgen Dusel hat diese Hinweise aufgenommen und kritisiert heute, dass im Falle von besonderen Situationen oder auch Notfallsituationen kaum barrierefreie Informationen verfügbar sind. Insbesondere taube Menschen, Menschen mit Hörbeeinträchtigungen oder Menschen mit Lernschwierigkeiten hätten wenig Chancen, selbstständig an Informationen zu kommen - wie zum Beispiel im aktuellen Fall des Coronavirus, teilte er in einer Presseinformation mit. (siehe kobinet-nachrichten vom 9.3.2020)

Was es bedeutet, wenn behinderte Menschen in Quarantäne sind, das erlebt derzeit der Schauspieler Samuel Koch. Verschiedene Medien haben mit ihm Interviews geführt und darüber berichtet, wie beispielsweise FOCUS. . Wie die pflegerische Versorgung im Quarantänefall abläuft, was das für die Assistenzkräfte und die Betroffenen bedeutet, das beschäftigt mittlerweile immer mehr behinderte Menschen. Markus Igel hat sich diesbezüglich beispielsweise schon an die kobinet-nachrichten gewandt. Vor allem Menschen, die Beatmung nutzen, sehen sich zum Teil einem erhöhten Risiko im Falle einer Infektion ausgesetzt.

Viele fragen sich nach der Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit über 1.000 Menschen derzeit nicht durchzuführen, ob geplante behindertenpolitische Treffen und Veranstaltungen stattfinden. Hier hat sich in den letzten Tagen abgezeichnet, dass der Trend zu Absagen deutlich zunimmt. Am Freitag wurde aber noch per Presseinformation mitgeteilt, dass die 6. DeafIT Konferenz am 27./28. März 2020 in München Messe stattfindet. (https://www.deafit.org/6-deafit-konferenz-2020-it-transformation-accessibility-diversity-inklusion/) Mit Stand vom 5.3.2020 wurde auch auf der Seite zur Werkstätten:Messe, die vom 1. bis 4. April in Nürnberg stattfinden soll, vermeldet, dass diese wie geplant stattfindet. (https://www.werkstaettenmesse.de/de/messeinfo/aktuelle-informationen) Bei diesen Veranstaltungen dürfte es sich für Interessierte allerdings lohnen, die aktuellen Infos zu verfolgen. Bei kleineren Veranstaltungen häufen sich nach Informationen der kobinet-nachrichten aber auch Absagen, so dass hier die eine oder andere Veranstaltung kurzfristig ausfallen könnte.

Link zum kobinet-Kommentar "Coronavirus: Zwischen angemessenen Vorkehrungen und Hamsterkäufen" vom 6.3.2020

Kassel (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sdgi120

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