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Coronavirus Epidemie – Informationsdefizit bei gehörlosen Menschen

Symbol Gebärdensprache
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Foto: public domain

Berlin (kobinet) Wenn in den USA und vielen anderen Ländern Pressekonferenzen oder Berichte über Katastrophen im Fernsehen gesendet werden, ist es in der Regel selbstverständlich, dass dies auch in Gebärdensprache gedolmetscht wird. Nur in Deutschland scheint so etwas selbst in Zeiten der Coronavirus-Epidemie nicht machbar zu sein. Für Daniel Büter vom Deutschen Gehörlosen-Bund ist dies ein untragbarer Zustand und eine krasse Verletzung der UN-Behindertenrechtskonvention, wie er gestern bei der Verbändekonsultation des Deutschen Instituts für Menschenrechte unter großem Beifall erklärte.

In einer Zeit, in der die Bevölkerung bereits mit Hamsterkäufen auf die aktuelle Situation und entsprechende Medienberichte reagiert, bleibe gehörlosen Menschen der Zugang zu verlässlichen Informationen weitgehend verwehrt. Denn viele wichtige Berichte über die Epidemie würden nicht in Gebärdensprache übersetzt, betonte Daniel Büter vom Deutschen Gehörlosen-Bund. Die Verantwortlichen müssten hier schnellstmöglich für absolute Barrierefreiheit der Informationen und Berichte sorgen.

"Es gibt sehr viele Informationen über das Coronavirus im Internet oder in Zeitungen, aber sie sind leider nur in schriftlicher Form verfügbar. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege veröffentlicht auf seiner Homepage zum Beispiel viele Informationen zum Coronavirus, auch bekannt unter dem Namen Sars-CoV-2. Außerdem kann man dort auch Antworten auf häufig gestellte Fragen finden. Aufgrund der Epidemie hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege auch extra einen Krisenstab gegründet, der sich am 1.3.2020 zum ersten Mal getroffen hat. Auch hat die Landeshauptstadt München mit Oberbürgermeister Dieter Reiter einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) einberufen. Gehörlose Menschen haben aber keinen Zugang zu diesen wichtigen Informationen. Denn all diese Informationen gibt es nicht in Deutscher Gebärdensprache", berichtet die Geschäftsführerin vom Gehörlosenverband München und Umland Cornelia von Pappenheim.

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

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