Halle (kobinet)
Jennifer Sonntag wohnt in Halle.
Sie ist blind.
Am 6. September 2026 ist Landtags-Wahl in Sachsen-Anhalt.
Sachsen-Anhalt ist ein Bundes-Land.
Ein Bundes-Land ist ein Teil von Deutschland.
Deutschland hat 16 Bundes-Länder.
Bei einer Landtags-Wahl wählen Menschen ein Landes-Parlament.
Das Landes-Parlament ist eine Gruppe von Politikern.
Die Politiker machen Gesetze für das Bundes-Land.
Die Wahl ist alle 5 Jahre.
Jennifer Sonntag möchte bei dieser Wahl mitmachen.
Sie erklärt, wie blinde Menschen wählen können.
Blinde Menschen bekommen eine Wahl-Schablone.
Eine Wahl-Schablone ist eine feste Vorlage mit Löchern.
Sie hilft beim Ausfüllen des Wahl-Zettels.
Man legt den Wahl-Zettel in die Schablone.
Dann fühlt man die Löcher in der Schablone.
In die Löcher setzt man sein Kreuz.
Die Parteien und Kandidaten haben Nummern.
Eine Partei ist eine Gruppe von Menschen.
Die Menschen haben gleiche Ziele in der Politik.
Ein Kandidat ist eine Person, die gewählt werden möchte.
Blinde Menschen bekommen eine Liste mit allen Nummern.
Die Liste zeigt: Welche Nummer gehört zu welcher Partei?
So können blinde Menschen selbstständig wählen.
Selbstständig wählen bedeutet: Man wählt alleine.
Man braucht dabei keine Hilfe.
Der Wahl-Zettel und die Schablone haben oben rechts eine fehlende Ecke.
So merken blinde Menschen: Der Zettel liegt richtig herum.
Jennifer Sonntag zeigt das alles auf ihrer Facebook-Seite.
Jennifer Sonntag macht sich Sorgen wegen der Wahl.
Viele Menschen könnten die AFD wählen.
Die AFD ist eine politische Partei in Deutschland.
Die AFD will Inklusion beenden.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen leben gemeinsam.
Jeder Mensch gehört dazu.
Das wäre schlecht für Menschen mit Behinderungen.
Eine Behinderung macht manche Sachen schwierig.
Man braucht oft mehr Hilfe als andere Menschen.
Jennifer Sonntag ist dagegen.
Sie will nicht ausgegrenzt werden.
Ausgrenzen bedeutet: Man lässt jemanden nicht mitmachen.
Sie hat Angst vor dieser Zukunft.
Ohne Inklusion ist das Leben schwerer.
Menschen mit Behinderungen sollen die gleichen Rechte haben.
Jennifer Sonntag will gleichberechtigt leben.
Manchmal gibt es Probleme im Wahl-Lokal.
Ein Wahl-Lokal ist der Ort, wo man wählt.
Im Wahl-Lokal gibt es Wahl-Kabinen.
Eine Wahl-Kabine ist ein kleiner Raum.
Dort füllst du deinen Stimm-Zettel aus.
Andere Menschen können dabei nicht zuschauen.
Manchmal schickt das Personal Menschen mit Behinderungen weg.
Wegschicken bedeutet: Man lässt dich nicht mitmachen.
Das ist nicht erlaubt.
Jeder Mensch mit Behinderung darf eine Hilfs-Person mitnehmen.
Die Hilfs-Person darf mit in die Wahl-Kabine kommen.
Man darf auch ein Hilfs-Mittel mitbringen.
Ein Hilfs-Mittel ist eine Hilfe für den Alltag.
Es macht das Leben leichter.
Ein Hilfs-Mittel ist zum Beispiel ein Blinden-Führhund.
Ein Blinden-Führhund hilft blinden Menschen.
Der Hund zeigt den Weg.
Das darf kein Grund sein, jemanden wegzuschicken.
Jennifer Sonntag hat das auf Facebook geschrieben.
Du kannst es hier lesen:
Foto: Jennifer Sonntag
Halle (kobinet)
Für Jennifer Sonntag aus Halle ist es nicht nur wichtig, dass sie bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ihr Wahlrecht wahrnimmt und für Demokratie eintritt, sie zeigt auch anschaulich, wie blinde Menschen bei dieser Wahl mit Hilfe einer Wahlschablone möglichst unabhängig wählen können. "Hier zeige ich euch meine Wahlschablone für die Landtagswahl in Sachsen Anhalt am 6. September 2026. Wie funktioniert das genau? Blinde Menschen legen den Wahlzettel in diese Schablone ein und fühlen dann die Löcher, in die sie ihre Kreuze setzen können. Die Parteien und Kandidaten für die Erststimme und für die Zweitstimme sind entsprechend durchnummeriert. Zur Schablone erhalten blinde Wählende eine Information darüber, welche Nummer zu welcher Partei oder Person gehört. Damit blinde Menschen den Wahlzettel richtigherum einlegen können, fehlt ihm, und auch der Wahlschablone, oben rechts eine Ecke", berichtet Jennifer Sonntag auf ihrer Facebook-Seite.
"Ich blicke nach wie vor mit großer Sorge auf die Landtagswahl in Sachsen Anhalt. Sollten sich die Prognosen bestätigen, werden über 40 Prozent meiner Mitmenschen die AFD wählen, eine Partei, die das 'Experiment Inklusion unverzüglich beenden' will. Wie soll ich zukünftig in einem Bundesland leben, in dem die Rechte von Menschen mit Behinderungen massiv beeinträchtigt werden, in dem wir aussortiert und in Sondersysteme abgeschoben werden sollen? Ausgrenzung und Benachteiligung beginnen bereits im Wahllokal. Da es dort in der Vergangenheit häufig Ablehnungserfahrungen gab, hier noch einmal der wohlwollende Hinweis: ein Mensch mit Behinderung darf eine Hilfsperson seiner Wahl mit in die Kabine nehmen und auch die Mitnahme eines Hilfsmittels, z.B. eines Blindenführhundes, darf nicht zur Zurückweisung oder gar Verhinderung der Wahl führen", erklärte Jennifer Sonntag.
Foto: Jennifer Sonntag
Halle (kobinet)
Für Jennifer Sonntag aus Halle ist es nicht nur wichtig, dass sie bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ihr Wahlrecht wahrnimmt und für Demokratie eintritt, sie zeigt auch anschaulich, wie blinde Menschen bei dieser Wahl mit Hilfe einer Wahlschablone möglichst unabhängig wählen können. "Hier zeige ich euch meine Wahlschablone für die Landtagswahl in Sachsen Anhalt am 6. September 2026. Wie funktioniert das genau? Blinde Menschen legen den Wahlzettel in diese Schablone ein und fühlen dann die Löcher, in die sie ihre Kreuze setzen können. Die Parteien und Kandidaten für die Erststimme und für die Zweitstimme sind entsprechend durchnummeriert. Zur Schablone erhalten blinde Wählende eine Information darüber, welche Nummer zu welcher Partei oder Person gehört. Damit blinde Menschen den Wahlzettel richtigherum einlegen können, fehlt ihm, und auch der Wahlschablone, oben rechts eine Ecke", berichtet Jennifer Sonntag auf ihrer Facebook-Seite.
"Ich blicke nach wie vor mit großer Sorge auf die Landtagswahl in Sachsen Anhalt. Sollten sich die Prognosen bestätigen, werden über 40 Prozent meiner Mitmenschen die AFD wählen, eine Partei, die das 'Experiment Inklusion unverzüglich beenden' will. Wie soll ich zukünftig in einem Bundesland leben, in dem die Rechte von Menschen mit Behinderungen massiv beeinträchtigt werden, in dem wir aussortiert und in Sondersysteme abgeschoben werden sollen? Ausgrenzung und Benachteiligung beginnen bereits im Wahllokal. Da es dort in der Vergangenheit häufig Ablehnungserfahrungen gab, hier noch einmal der wohlwollende Hinweis: ein Mensch mit Behinderung darf eine Hilfsperson seiner Wahl mit in die Kabine nehmen und auch die Mitnahme eines Hilfsmittels, z.B. eines Blindenführhundes, darf nicht zur Zurückweisung oder gar Verhinderung der Wahl führen", erklärte Jennifer Sonntag.





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