Villmar - Weyer (kobinet)
Stephan Laux schreibt als Kolumnist.
Ein Kolumnist schreibt regel-mäßig für eine Zeitung.
Er schreibt seine eigene Meinung zu einem Thema.
Er hat den Fußball-Welt-Meister 2026 richtig vorhergesagt.
Jetzt schreibt er auch über Kultur und Bildungs-Politik.
Manche Menschen fragen sich:
Warum reden behinderte Menschen über Kultur?
Sollten sie sich nicht um Barriere-Freiheit kümmern?
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Menschen mit Behinderung dürfen über alles reden.
Auch über Kultur!
Lest selbst!
Wer in der Behinderten-Hilfe arbeitet, kennt dieses Gefühl:
Behinderten-Hilfe ist Unterstützung für Menschen mit Behinderung.
Sie hilft beim Alltag und beim Leben in der Gesellschaft.
Die Mitarbeitenden haben etwas nicht entschieden.
Trotzdem müssen sie die Folgen erklären.
Das ist wie bei Mitarbeitenden an der Tank-Stelle.
Oder bei Zug-Begleitern der Deutschen Bahn.
Die hohen Preise kommen von anderen.
Die Verspätungen kommen von anderen.
Aber die Mitarbeitenden bekommen den Ärger.
Das schadet am Ende allen.
Das Gleiche gilt für die Politik.
Politiker reden von Inklusion und Teil-Habe.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind mit dabei.
Jeder Mensch gehört dazu.
Teil-Habe bedeutet: Man macht bei etwas mit.
Man gehört dazu.
Später machen manche Politiker ihre Versprechen kleiner.
Sie sagen dann: Das haben wir nicht so gemeint.
Ihre Karriere ist ihnen dann wichtiger.
Karriere bedeutet: Du wirst bei der Arbeit immer besser.
Du bekommst mit der Zeit einen wichtigeren Job.
Das erinnert mich an ein Theater-Stück.
Mein jüngster Enkel heißt Matti.
Matti geht jetzt in die 1. Klasse.
Sein Name kommt aus Finnland.
Ich habe nach dem Namen gesucht.
Dabei habe ich das Stück gefunden.
Das Stück heißt: Herr Puntila und sein Knecht Matti.
Knecht bedeutet: Ein Angestellter ohne viele Rechte.
Er muss machen, was sein Chef sagt.
Bertolt Brecht hat es geschrieben.
Brecht lebte damals in Finnland.
Ich kenne dieses Stück aus der Schule.
Das war Ende der 70er Jahre.
Damals lasen wir solche Texte im Deutsch-Unterricht.
Manche Lehrer waren früher in der Studenten-Bewegung.
Die Studenten-Bewegung war eine große Gruppe von jungen Menschen.
Sie wollten die Gesellschaft gerechter machen.
Das waren die 68er.
Die 68er kämpften 1968 für mehr Gerechtigkeit.
Andere Lehrer gingen bald in Rente.
Ich hatte meistens Glück mit meinen Lehrern.
Hier ist eine kurze Zusammen-Fassung des Stücks:
Eine Zusammen-Fassung ist ein kurzer Text.
Er erklärt die wichtigsten Dinge aus einem langen Text.
Herr Puntila ist ein reicher Guts-Besitzer.
Ein Guts-Besitzer besitzt ein großes Stück Land mit Feldern und Gebäuden.
Er ist oft sehr reich und hat viele Angestellte.
Matti ist sein Angestellter.
Wenn Puntila betrunken ist, ist er freundlich.
Wenn er nüchtern ist, ist er gierig und gemein.
Betrunken macht Puntila gute Pläne mit Matti.
Nüchtern wirft er alle Pläne weg.
Matti ist fleißig, ehrlich und einfühlsam.
Einfühlsam bedeutet: Jemand versteht, wie andere Menschen sich fühlen.
Er behandelt andere Menschen mit Rücksicht.
Matti merkt: Geld ist mächtiger als guter Charakter.
Puntila nutzt Matti aus.
Das ändert sich nie.
Das ist wie in der Politik für Menschen mit Behinderung.
Kapitalismus bedeutet: Wenige Menschen besitzen sehr viel.
Kapitalismus ist eine Gesellschafts-Ordnung.
Firmen mit viel Geld entscheiden dann viel in der Gesellschaft.
Oft gewinnt dabei Geld über Mitgefühl.
Mitgefühl bedeutet: Du verstehst die Gefühle von anderen Menschen.
Manche Politiker sagen: Wir verhindern schlechte Lehrer.
Aber: Björn Höcke ist Politiker.
Er hat sehr extreme politische Meinungen.
Das finden viele Menschen gefährlich.
Er ist auch noch Beamter im Schul-Dienst.
Beamte arbeiten beim Staat.
Schul-Dienst bedeutet: Jemand arbeitet an einer Schule für den Staat.
Deshalb könnte er wieder als Lehrer arbeiten.
Das macht vielen Menschen Sorgen.
Ich hoffe, mein Enkel Matti hat Glück.
Er soll gute Lehrer bekommen.
Vielleicht lesen sie mit ihm das Stück von Brecht.
Dann lernt er eine wichtige Lektion:
Warte nicht auf freundliche Reiche oder Politiker.
Geld und guter Charakter passen selten zusammen.
Echte Veränderungen müssen wir selbst machen.
Veränderungen bedeutet: Etwas wird anders als vorher.
Kleiner Matti!
Ich wünsche dir eine glückliche Schul-Zeit!
Dein Opa schreibt das im August 2026.
Dein Opa heißt Stephan Laux.
Foto: OpenClipart-Vectors
Villmar - Weyer (kobinet)
Nachdem sich der Kolumnist Stephan Laux erfolgreich als Sportredakteur hervorgetan hat (er hat immerhin zielsicher den Fußballweltmeister 2026 vorausgesagt), versucht er sich jetzt auch als kultur- und bildungspolitischer Journalist.
Wohin soll das führen, wenn sich behinderte Menschen und selbst ernannte behindertenpolitische Aktivisten jetzt auch noch zur Kultur äußern, anstatt sich um ihre Sachen (Barrierefreiheit usw.) zu kümmern?
Lesen Sie selbst!
Wenn man in der Behindertenhilfe tätig ist, fühlt man sich manchmal so, wie sich aktuell Tankstellenmitarbeitende oder Zugbegleiter*innen bei der Deutschen Bahn fühlen müssen.
Man hat weder die ungerechtfertigt hohen Preise gemacht, noch ist man persönlich für Verspätungen oder Ausfälle verantwortlich. Man muss einfach nur das ausbaden oder verkaufen, was andere verbockt, beschlossen oder aus reiner Gier entschieden haben. Für die Mitarbeitenden selbst waren die Folgen voraussehbar: unzufriedene, wütende Kunden, Übergriffe und schlechte Stimmung in der Belegschaft. So etwas verschärft nicht nur den Fachkräftemangel, sondern führt letztendlich auch wirtschaftlich in die Katastrophe.
Mein jüngster Enkelsohn ist gerade in das 1. Schuljahr gekommen und hört (mehr oder weniger) auf den schönen Namen Matti. Der kommt aus dem Finnischen und bei der Recherche zur Herkunft dieses Namens bin ich auf ein Theaterstück von Bertolt Brecht gestoßen.
"Herr Puntila und sein Knecht Matti." Ich erinnere mich an dieses Werk, das Brecht im finnischen Exil geschrieben hat, nicht, weil ich so kulturbeflissen bin.
Nein! So etwas hat man in einer Oberstufe, Ende der 70er Jahre im Deutsch- oder Gesellschaftskundeunterricht gelesen. Mit etwas Glück hatte man im Unterricht eine ehemalige 68er‑, studentenbewegte Lehrkraft. Mit etwas Pech, einen kurz vor der Pension stehenden Alt-Nazi. Ich hatte größtenteils Glück! Ob Brechts Stück damals klausurrelevant war, weiß ich nicht mehr. Ich habe Teile meiner Gymnasialzeit aus guten Gründen verdrängt.
Dennoch fiel mir der Inhalt von "Herr Puntila und sein Knecht Matti" wieder ein. Und das Internet bestätigte mir, dass ich mit meiner Interpretation nicht ganz falsch lag.
Hier die Kurzfassung:
Herr Puntila, Gutsbesitzer und der Chef des Knechtes, ist gut gelaunt, zugewandt und gerecht, solange er betrunken ist. Sobald er wieder nüchtern ist, wird er zum ausbeuterischen, karrieregeilen, egoistischen Unsympathen.
Während seiner Trinkgelage entwickelt er mit seinem Angestellten menschenfreundliche Konzepte und hat auch ansonsten ganz vernünftige Ideen. Sobald er aber nicht mehr unter Alkoholeinfluss steht, wirft er alles wieder über den Haufen und zeigt sein wahres Gesicht. Sein Knecht Matti ist ein aufrechter, fleißiger und empathischer Arbeiter (solche Menschen haben früher mal die SPD gewählt) und muss erkennen:
Der Kapitalismus triumphiert über den guten Charakter.
In der Politik wird sicher auch viel Alkohol getrunken. Ende der 70er gehörte das zum politischen Profil. Da brauchte man eine Leber wie ein Löschblatt, um in politischen Kreisen überhaupt anerkannt zu werden.
Heutzutage trinken Politiker selten in der Öffentlichkeit. Manche von ihnen scheinen eher trunken von ihrer Macht oder der Aussicht darauf. Und dann versprechen sie Dinge und halten tolle Reden von Inklusion, Teilhabe und Völkerrecht, die sie dann, bei nüchterner Betrachtung, irgendwie wieder relativieren müssen, weil ihnen ihre Karriere, bzw. ihre Wiederwahl doch wichtiger ist.
Momentan begründen sie Ihre Entscheidungen auch damit, verhindern zu wollen, dass mein Enkelsohn Matti einmal einen Lehrer wie Björn Höcke bekommt. Der ist ja noch verbeamtet und könnte, wenn er keine Lust mehr auf Lüge, Hass und Hetze in der Politik hat, selbiges im hessischen Schuldienst versuchen.
Mein Gott! Da habe ich ja gerade den Teufel an die Wand bzw. die Schultafel gemalt.
Meine Hoffnung ist, dass mein Enkelsohn das Glück hat, auf Alt- Grüne statt auf Neu-Nazis als Lehrkräfte zu treffen, die vielleicht auch mit ihm das Theaterstück "Herr Puntila und sein Knecht Matti" durchnehmen und ihm beibringen: Es lohnt sich nicht, auf betrunkenen oder gut gelaunte Kapitalisten und Politiker zu warten.
Kapitalismus und guter Charakter gehen selten zusammen.Echte und gute Veränderungen müssen wir selbst herbeiführen.
Kleiner Matti! Ich wünsche Dir eine glückliche Schulzeit!
Opa, August 2026
Foto: OpenClipart-Vectors
Villmar - Weyer (kobinet)
Nachdem sich der Kolumnist Stephan Laux erfolgreich als Sportredakteur hervorgetan hat (er hat immerhin zielsicher den Fußballweltmeister 2026 vorausgesagt), versucht er sich jetzt auch als kultur- und bildungspolitischer Journalist.
Wohin soll das führen, wenn sich behinderte Menschen und selbst ernannte behindertenpolitische Aktivisten jetzt auch noch zur Kultur äußern, anstatt sich um ihre Sachen (Barrierefreiheit usw.) zu kümmern?
Lesen Sie selbst!
Wenn man in der Behindertenhilfe tätig ist, fühlt man sich manchmal so, wie sich aktuell Tankstellenmitarbeitende oder Zugbegleiter*innen bei der Deutschen Bahn fühlen müssen.
Man hat weder die ungerechtfertigt hohen Preise gemacht, noch ist man persönlich für Verspätungen oder Ausfälle verantwortlich. Man muss einfach nur das ausbaden oder verkaufen, was andere verbockt, beschlossen oder aus reiner Gier entschieden haben. Für die Mitarbeitenden selbst waren die Folgen voraussehbar: unzufriedene, wütende Kunden, Übergriffe und schlechte Stimmung in der Belegschaft. So etwas verschärft nicht nur den Fachkräftemangel, sondern führt letztendlich auch wirtschaftlich in die Katastrophe.
Mein jüngster Enkelsohn ist gerade in das 1. Schuljahr gekommen und hört (mehr oder weniger) auf den schönen Namen Matti. Der kommt aus dem Finnischen und bei der Recherche zur Herkunft dieses Namens bin ich auf ein Theaterstück von Bertolt Brecht gestoßen.
"Herr Puntila und sein Knecht Matti." Ich erinnere mich an dieses Werk, das Brecht im finnischen Exil geschrieben hat, nicht, weil ich so kulturbeflissen bin.
Nein! So etwas hat man in einer Oberstufe, Ende der 70er Jahre im Deutsch- oder Gesellschaftskundeunterricht gelesen. Mit etwas Glück hatte man im Unterricht eine ehemalige 68er‑, studentenbewegte Lehrkraft. Mit etwas Pech, einen kurz vor der Pension stehenden Alt-Nazi. Ich hatte größtenteils Glück! Ob Brechts Stück damals klausurrelevant war, weiß ich nicht mehr. Ich habe Teile meiner Gymnasialzeit aus guten Gründen verdrängt.
Dennoch fiel mir der Inhalt von "Herr Puntila und sein Knecht Matti" wieder ein. Und das Internet bestätigte mir, dass ich mit meiner Interpretation nicht ganz falsch lag.
Hier die Kurzfassung:
Herr Puntila, Gutsbesitzer und der Chef des Knechtes, ist gut gelaunt, zugewandt und gerecht, solange er betrunken ist. Sobald er wieder nüchtern ist, wird er zum ausbeuterischen, karrieregeilen, egoistischen Unsympathen.
Während seiner Trinkgelage entwickelt er mit seinem Angestellten menschenfreundliche Konzepte und hat auch ansonsten ganz vernünftige Ideen. Sobald er aber nicht mehr unter Alkoholeinfluss steht, wirft er alles wieder über den Haufen und zeigt sein wahres Gesicht. Sein Knecht Matti ist ein aufrechter, fleißiger und empathischer Arbeiter (solche Menschen haben früher mal die SPD gewählt) und muss erkennen:
Der Kapitalismus triumphiert über den guten Charakter.
In der Politik wird sicher auch viel Alkohol getrunken. Ende der 70er gehörte das zum politischen Profil. Da brauchte man eine Leber wie ein Löschblatt, um in politischen Kreisen überhaupt anerkannt zu werden.
Heutzutage trinken Politiker selten in der Öffentlichkeit. Manche von ihnen scheinen eher trunken von ihrer Macht oder der Aussicht darauf. Und dann versprechen sie Dinge und halten tolle Reden von Inklusion, Teilhabe und Völkerrecht, die sie dann, bei nüchterner Betrachtung, irgendwie wieder relativieren müssen, weil ihnen ihre Karriere, bzw. ihre Wiederwahl doch wichtiger ist.
Momentan begründen sie Ihre Entscheidungen auch damit, verhindern zu wollen, dass mein Enkelsohn Matti einmal einen Lehrer wie Björn Höcke bekommt. Der ist ja noch verbeamtet und könnte, wenn er keine Lust mehr auf Lüge, Hass und Hetze in der Politik hat, selbiges im hessischen Schuldienst versuchen.
Mein Gott! Da habe ich ja gerade den Teufel an die Wand bzw. die Schultafel gemalt.
Meine Hoffnung ist, dass mein Enkelsohn das Glück hat, auf Alt- Grüne statt auf Neu-Nazis als Lehrkräfte zu treffen, die vielleicht auch mit ihm das Theaterstück "Herr Puntila und sein Knecht Matti" durchnehmen und ihm beibringen: Es lohnt sich nicht, auf betrunkenen oder gut gelaunte Kapitalisten und Politiker zu warten.
Kapitalismus und guter Charakter gehen selten zusammen.Echte und gute Veränderungen müssen wir selbst herbeiführen.
Kleiner Matti! Ich wünsche Dir eine glückliche Schulzeit!
Opa, August 2026





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