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Mein Nasophon deckt brutale Ausbeutung auf: Undercover in einer Behindertenwerkstatt

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Foto: ht

Berlin (kobinet)

Am 8. Mai 2026 hat Jan Böhmermann im ZDF-Magazin Royale die Ausbeutung in Werkstätten für behinderte Menschen ins Visier genommen und für viele Diskussionen bezüglich der geringen Entlohnung von Werkstattbeschäftigten mit durchschnittlich ca. 230 Euro und der geringen Vermittlungschancen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gesorgt. Nun geht ein Beitrag auf YouTube mit dem Titel "Mein Nasophon deckt brutale Ausbeutung auf: Undercover in einer Behindertenwerkstatt", von Marvin viral. Seit der Veröffentlichung des knapp 20minütigen Videos wurde dieses bereits über 800.000 mal aufgerufen. Der YouTuber Marvin geht dabei der Frage nach, warum behinderte Menschen in Werkstätten so wenig verdienen und spricht mit Sophie, die von ihrem Werkstattentgelt so gut wie keine finanziellen Spielräume hat.

Link zum YouTube-Video (anfangs kommt noch viel Werbung)

Lesermeinungen

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1 Lesermeinung
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Uwe Heineker
24.08.2026 12:54

„Tiefer geht’s nicht mehr“ – Vom staatlich verordneten Völkerrechtsbruch in deutschen Werkstätten

Als Günter Wallraff 1985 sein epochales Buch „Ganz unten“ veröffentlichte, schockierte er die Nation mit Enthüllungen über kriminelle Ausbeutung in dunklen Schattenmärkten. Würde man das System der deutschen Behindertenwerkstätten (WfbM) heute mit demselben Enthüllungsdrang durchleuchten, müsste das Urteil noch kompromissloser ausfallen. Der einzig passende Titel dafür lautet seit Jahren: „Tiefer geht’s nicht mehr“.

Denn der eigentliche Skandal der WfbM-Realität ist nicht, dass Ausbeutung im Verborgenen geschieht. Sie findet mitten unter uns statt – mit staatlichem Qualitätssiegel, unter dem Deckmantel der „Wohltätigkeit“ und mit ausdrücklichem Segen des Gesetzgebers. Ein Stundenlohn von teils kaum mehr als einem Euro für rund 300.000 Menschen ist keine Teilhabe. Es ist die institutionalisierte Verweigerung von Arbeitsrechten.

Genau dieses System entlarve ich in meinem Buch 

„2031 Deutschland, die Welt blickt auf dich! Anklage-Protokoll des eklatanten Völkerrechtsbruchs“. 

Was der kobinet-Artikel übersatiriert aufgreift, ist harte juristische und politische Realität:

Deutschland begeht seit Jahren einen fortgesetzten Völkerrechtsbruch gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Während Unternehmen sich mit Aufträgen an Werkstätten billig von der Ausgleichsabgabe freikaufen und ihre Nachhaltigkeitsberichte schönfärben, verkommen die WfbM zur Sackgasse mit einer Vermittlungsquote von unter einem Prozent.

Wir brauchen keine kosmetischen Korrekturen, keine Wohlfahrts-Rhetorik und keine Entschuldigungen mehr. Wer das Recht auf Arbeit ernst meint, muss den Mut haben, dieses ausgrenzende Sondersystem abzuwickeln und die Werkstätten konsequent in echte Inklusionsfirmen umzuwandeln. Denn menschlich, juristisch und moralisch gilt:

Tiefer geht’s nicht mehr!