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DBSV-Verbandstag positionierte sich zu Taubblindheit, Reha, Sozialstaatsreform und KI

Logo des DBSV
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Foto: DBSV

Berlin (kobinet) In den vergangenen acht Jahren hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) im Schnitt eine Resolution jährlich verabschiedet – und dann drei Resolutionen und eine Entschließung in nur drei Tagen. Ein Blick in das Programm des DBSV-Verbandstages 2026 zeigt die enorme inhaltliche Bandbreite der Verbandsarbeit und macht deutlich, an wie vielen Stellen es derzeit brennt. Im Folgenden wird kurz vorgestellt, um was es bei den Beschlüssen des Verbandstages jeweils geht und was vom DBSV gefordert wird. Wenn Sie mehr zu einem der Themen wissen möchten, klicken Sie einfach auf die jeweilige Überschrift, um zur eigentlichen Resolution mit detaillierten Informationen zu gelangen.

Resolution „10 Jahre Merkzeichen taubblind – Jetzt echte Teilhabe möglich machen!“

Vor zehn Jahren wurde mit dem Merkzeichen TBl im Schwerbehindertenausweis eine Grundlage geschaffen, um Taubblindheit als eine gravierende Behinderung eigener Art anzuerkennen. Der Verbandstag des DBSV fordert Bund, Länder und Kommunen auf, nun endlich auch die Unterstützung taubblinder Menschen auf eine stabile Grundlage zu stellen. Akuter Handlungsbedarf besteht in den Bereichen Assistenz, Hilfsmittelversorgung, Taubblindengeld und Bildungsangebote.

Resolution „Bedarfsgerechte Rehabilitation für blinde und sehbehinderte Menschen verbessern!“

Ohne Reha keine selbstbestimmte Lebensführung und keine gesellschaftliche Teilhabe, stattdessen drohen Folgeerkrankungen, Pflegebedürftigkeit und damit verbunden auch unnötige Kosten für das Gesundheits- und Sozialsystem. Trotz eines bestehenden Rechtsanspruchs auf bedarfsgerechte Rehabilitationsleistungen gibt es für blinde und sehbehinderte Menschen erhebliche Versorgungslücken. Der Verbandstag des DBSV fordert deshalb unter anderem den Aufbau eines bundesweit verfügbaren Angebots an medizinischer Rehabilitation bei und nach Sehverlust, einen Bachelor-Studiengang für Rehabilitationsfachkräfte und den Abbau von Zugangshürden zu allen indikationsspezifischen Rehaleistungen.

Resolution „Sozialstaatsreform mit Weitsicht – Teilhabe sichern, Solidarität stärken!“

Krankenversicherung, Pflege, Eingliederungshilfe … An allen Ecken und Enden unseres Sozialstaats wird derzeit über Reformen diskutiert. Der DBSV vermisst eine übergreifende Strategie, denn derzeit wird nicht berücksichtigt, dass behinderte Menschen von allen geplanten Leistungskürzungen in besonderem Maße betroffen wären. Zudem nimmt der Verband mit großer Sorge wahr, dass Menschen mit Behinderungen zunehmend als Belastung für die Gesellschaft dargestellt werden. Der Verbandstag des DBSV fordert deshalb unter anderem, die Finanzierungsstrukturen zu fokussieren, Bürokratie abzubauen und auf weitsichtige Reformen statt auf kurzfristige Einsparungen zu setzen.

Entschließung „KI muss barrierefrei und inklusiv werden“

KI schafft neue technische Möglichkeiten und eröffnet auch für blinde und sehbehinderte Menschen neue Chancen – von der Mobilität über den Beruf bis zur Haushaltsführung. Parallel wachsen mögliche Risiken. Dazu zählen die mangelnde Verlässlichkeit von KI-generierten Informationen, die Verstärkung bestehender Vorurteile durch KI-Systeme sowie der unzureichende Schutz sensibler Daten bei deren Nutzung. Der Verbandstag des DBSV fordert Politik und Industrie deshalb auf, Barrierefreiheit, Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe zu zentralen Leitprinzipien bei der Entwicklung und Einführung von KI-Systemen zu machen.

Stichwort „DBSV-Verbandstag“

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) gehört zu den größten Selbsthilfeorganisationen behinderter Menschen in Deutschland. Der Verbandstag ist das höchste Gremium des DBSV, tritt alle vier Jahre zusammen und legt die Leitlinien für die Arbeit des Verbandes fest.

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