Berlin/Wien (kobinet)
Letzte Woche gab es 2 Nachrichten über Bahnhöfe.
Die Nachrichten waren sehr unterschiedlich.
Es ging um barriere-freie Bahnhöfe.
Barriere-frei bedeutet: Menschen mit Behinderung können die Bahnhöfe gut nutzen.
Ottmar Miles-Paul aus Deutschland hat die Nachrichten gelesen.
Martin Ladstätter aus Wien hat die Nachrichten auch gelesen.
Die beiden hatten dann eine interessante Idee.
In Österreich sollen 13 Prozent vom Geld weg-fallen.
Kürzungen bedeutet: Weniger Geld wird ausgegeben als geplant.
Das Geld war für barriere-freie Bahnhöfe geplant.
BIZEPS ist ein Online-Nachrichten-Dienst aus Österreich.
Zur gleichen Zeit gab es eine Recherche von Correctiv.
Recherche bedeutet: Informationen suchen und sammeln.
Man will etwas Bestimmtes heraus-finden.
Correctiv ist eine Gruppe von Journalisten.
Journalisten sind Menschen mit einem besonderen Beruf.
Sie schreiben Artikel für Zeitungen.
Die Journalisten fanden etwas heraus.
Deutschland gibt sein Geld nicht aus.
2019 bekam Deutschland 600 Millionen Euro.
Das Geld war für barriere-freie Bahnhöfe gedacht.
Aber Deutschland hat nur 84 Millionen Euro ausgegeben.
Martin Ladstätter und Ottmar Miles-Paul hatten eine Idee.
Deutschland hat noch 516 Millionen Euro übrig.
Das Geld könnte nach Österreich gehen.
Dann könnten Menschen mit Behinderung aus Deutschland nach Österreich fahren.
Sie könnten dort Urlaub machen.
Hoffentlich dann mit barriere-freien Bahnhöfen.
Die 2 Berichte zeigen einen großen Unterschied.
Deutschland könnte das Geld ausgeben.
Aber Deutschland will nicht.
Österreich will das Geld ausgeben.
Aber Österreich kann nicht wegen der Kürzungen.
Der Vorschlag wird wahrscheinlich nicht umgesetzt.
Umgesetzt bedeutet: Einen Plan in die Tat um-wandeln.
Man macht aus einer Idee etwas Echtes.
Das Bundes-Verkehrs-Ministerium arbeitet sehr langsam.
Das ist ein Amt in Deutschland.
Dort arbeiten Menschen für die Regierung.
Sie kümmern sich um Straßen und Züge.
Die Deutsche Bahn arbeitet auch sehr langsam.
Die Regierung hat andere Probleme.
Es gibt ein Gesetz für Menschen mit Behinderung.
Das Gesetz heißt: Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz.
Das ist ein Gesetz das Menschen mit Behinderung hilft.
Das Gesetz macht das Leben leichter.
Das Gesetz soll verbessert werden.
Reform bedeutet: Etwas verbessern und ändern.
Die Bundes-Arbeits-Ministerin wollte das vor einem Monat machen.
Die Sozial-Ministerin wollte das auch.
Eine Bundes-Arbeits-Ministerin kümmert sich um die Arbeit in ganz Deutschland.
Eine Sozial-Ministerin kümmert sich um kranke Menschen.
Sie hilft auch armen Menschen.
Aber das Wirtschafts-Ministerium blockiert das.
Das Innen-Ministerium blockiert das auch.
Ein Wirtschafts-Ministerium kümmert sich um Firmen.
Blockieren bedeutet: etwas stoppen.
Man lässt etwas nicht durch.
Am 6. August sollte die Regierung über das Gesetz entscheiden.
Das wird wahrscheinlich nicht passieren.
Wie manche Urlaubs-Reisen fallen auch ins Wasser.
Das liegt am Wetter.
Das liegt auch an Bahnhöfen ohne Barriere-Freiheit.
Vielleicht hat jemand bald eine neue Idee.
Deutschland könnte die Gesetz-Reform nach Österreich geben.
Österreich hat schon vor vielen Jahren gute Regeln gemacht.
Die Regeln sorgen für mehr Barriere-Freiheit.

Foto: Ralph Milewski
Berlin/Wien (kobinet) Zwei Meldungen, die nicht gegensätzlicher sein könnten, machten letzte Woche die Runde, die die behindertenpolitisch engagierten Ottmar Miles-Paul aus Deutschland und Martin Ladstätter aus Wien zu einem zwar nicht ganz ernstgemeinten, aber doch interessanten Vorschlag inspiriert haben. Am 30. Juli 2025 berichtete der österreichische Online-Nachrichtendienst BIZEPS darüber, dass in Österreich 13 Prozent der geplanten Mittel für den barrierefreien Umbau von Bahnstationen gestrichen werden sollen. Fast zur gleichen Zeit hatte eine Correctiv-Recherche zutage gebracht, dass von den 2019 zur Verfügung gestellten Mitteln für den barrierefreien Umbau von Bahnhöfen in Deutschland in Höhe von 600 Millionen Euro bisher nur 84 Millionen ausgegeben wurden. Was liegt da näher, so Martin Ladstätter und Ottmar Miles-Paul, als das in Deutschland nicht ausgegebene Geld von 516 Millionen Euro den Österreicher*innen zu geben. Dafür könnten dann behinderte Menschen aus Deutschland vielleicht in Österreich Urlaub machen, hoffentlich dann mit barrierefreien Bahnstationen.
Die beiden Berichte hätten nicht deutlicher machen können, welche Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich in Sachen barrierefreier Umbau von Bahnhöfen besteht. In Deutschland könnte man, will aber nicht. In Österreich will man, kann aber aufgrund der Kürzungen nicht. Ob der Vorschlag der beiden behindertenpolitisch Aktiven aufgegriffen wird, erscheint derzeit allerdings recht zweifelhaft, bei der schwerfälligen Verwaltung des Bundesverkehrsministeriums und der Deutschen Bahn. Die Regierung bekomme derzeit nicht einmal geregelt, sich auf einen ohnehin schon sehr geschwächten Entwurfs für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes zu einigen. Vor knapp einem Monat von der Bundesarbeits- und Sozialministerin angekündigt, hängt der Entwurf wohl immer noch in der Blockade des Wirtschafts- und Innenministeriums. Der für den 6. August anvisierte Kabinettsbeschluss fällt also wohl ins Wasser. Wie derzeit so manche Urlaubsreisen, aufgrund des Wetters, aber auch aufgrund von Bahnhöfen, die nicht barrierefrei sind. Vielleicht kommt demnächst ja auch der Vorschlag, dass die deutsche Bundesregierung die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes für mehr Barrierefreiheit an die österreichische Regierung outsourcen könne. Diese hat schon vor vielen Jahren eine Reihe entsprechender Regelungen für mehr Barrierefreiheit verabschiedet.

Foto: Ralph Milewski
Berlin/Wien (kobinet) Zwei Meldungen, die nicht gegensätzlicher sein könnten, machten letzte Woche die Runde, die die behindertenpolitisch engagierten Ottmar Miles-Paul aus Deutschland und Martin Ladstätter aus Wien zu einem zwar nicht ganz ernstgemeinten, aber doch interessanten Vorschlag inspiriert haben. Am 30. Juli 2025 berichtete der österreichische Online-Nachrichtendienst BIZEPS darüber, dass in Österreich 13 Prozent der geplanten Mittel für den barrierefreien Umbau von Bahnstationen gestrichen werden sollen. Fast zur gleichen Zeit hatte eine Correctiv-Recherche zutage gebracht, dass von den 2019 zur Verfügung gestellten Mitteln für den barrierefreien Umbau von Bahnhöfen in Deutschland in Höhe von 600 Millionen Euro bisher nur 84 Millionen ausgegeben wurden. Was liegt da näher, so Martin Ladstätter und Ottmar Miles-Paul, als das in Deutschland nicht ausgegebene Geld von 516 Millionen Euro den Österreicher*innen zu geben. Dafür könnten dann behinderte Menschen aus Deutschland vielleicht in Österreich Urlaub machen, hoffentlich dann mit barrierefreien Bahnstationen.
Die beiden Berichte hätten nicht deutlicher machen können, welche Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich in Sachen barrierefreier Umbau von Bahnhöfen besteht. In Deutschland könnte man, will aber nicht. In Österreich will man, kann aber aufgrund der Kürzungen nicht. Ob der Vorschlag der beiden behindertenpolitisch Aktiven aufgegriffen wird, erscheint derzeit allerdings recht zweifelhaft, bei der schwerfälligen Verwaltung des Bundesverkehrsministeriums und der Deutschen Bahn. Die Regierung bekomme derzeit nicht einmal geregelt, sich auf einen ohnehin schon sehr geschwächten Entwurfs für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes zu einigen. Vor knapp einem Monat von der Bundesarbeits- und Sozialministerin angekündigt, hängt der Entwurf wohl immer noch in der Blockade des Wirtschafts- und Innenministeriums. Der für den 6. August anvisierte Kabinettsbeschluss fällt also wohl ins Wasser. Wie derzeit so manche Urlaubsreisen, aufgrund des Wetters, aber auch aufgrund von Bahnhöfen, die nicht barrierefrei sind. Vielleicht kommt demnächst ja auch der Vorschlag, dass die deutsche Bundesregierung die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes für mehr Barrierefreiheit an die österreichische Regierung outsourcen könne. Diese hat schon vor vielen Jahren eine Reihe entsprechender Regelungen für mehr Barrierefreiheit verabschiedet.




