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Wenn es um behinderte Menschen geht, sind wir unkritisch

Katrin Langensiepen
Katrin Langensiepen
Foto: Katrin Langensiepen

Brüssel / Hannover (kobinet) Die Europaabgeordnete der Grünen, Katrin Langensiepen, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um das ungerechte und ausgrenzende System der Werkstätten für behinderte Menschen geht. Auf einem Facebook-Post vom 31. Juli 2025 hat die selbst behinderte Frau wieder einmal Klartext in Sachen Werkstätten gesprochen. Als Aufhänger dient ihr, der für den 25. September 2025 vorgesehene sogenannte "Schichtwechsel". "Warum sind die Produkte, die im Werkstattsystem hergestellt werden, nicht transparent gekennzeichnet? Wir haben #Ökosiegel ,kämpfen gegen #Kinderarbeit, sind für Transparenz im #Lieferkettensystem. Aber wenn es um behinderte Menschen geht, sind wir unkritisch. Leider!" schreibt die Grünen-Europa-Abgeordnete Katrin Langensiepen in ihrem Facebook-Post. 

Auf Facebook verbreitete Katrin Langensiepen am 31. Juli 2025 folgende Nachricht:

„Behinderte Menschen aus den #Werkstätten dürfen für einen Tag am 25.9. 2025 auf dem 1. Arbeitsmarkt in Unternehmen ’schnuppern‘ wie es da so ist. Unternehmen/Interessierte dürfen im Gegenzug am selben Tag in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) schauen, wie die Arbeit in einer Werkstatt aussieht. Dieses Projekt wird immer hochgelobt. Warum?

Es gibt keine Zahlen darüber wie ,erfolgreich‘ dieser Tag ist.

1. Unternehmen kaufen sich durch die Auftragsvergabe an WfbM aus ihrer Pflicht Menschen mit Behinderung einzustellen, frei.

2. Sie haben Steuererleichterung oder sind von der Ausgleichsabgabe befreit.

3.Sie wissen, was in WfbM passiert und umgekehrt.

Es werden danach nicht mehr Menschen eingestellt oder übernommen.

Für 1 Tag kommt das Thema in die Öffentlichkeit. Den Menschen, die in WfbM arbeiten, wird suggeriert, dass sie eine Chance haben. Nein. Das komplette System ist gut geölt, alle haben was davon:

Träger

Unternehmen

Öffentliche Dienst

Ein #Billiglohnmodel, welches gegen die UN Behindertenrechtskonvention steht.

Warum sind die Produkte, die im Werkstattsystem hergestellt werden, nicht transparent gekennzeichnet?

Wir haben #Ökosiegel
kämpfen gegen #Kinderarbeit,
sind für Transparenz im #Lieferkettensystem

Aber wenn es um behinderte Menschen geht, sind wir unkritisch

Leider!“

Link zum Facebook-Eintrag von Katrin Langensiepen