Berlin.
Bundes-Kanzler Friedrich Merz hat eine Presse-Konferenz gemacht.
Das war im Sommer.
Er hat über die Sozial-Versicherungen gesprochen.
Sozial-Versicherungen sind ein Schutz vor Problemen.
Menschen zahlen Geld und bekommen Hilfe.
Das sind verschiedene Versicherungen vom Staat.
Sie helfen dir bei Krankheit.
Sie helfen auch wenn du arbeitslos wirst.
Jeder Arbeiter muss diese Versicherungen haben.
Sozial-Versicherungen sind zum Beispiel die Kranken-Versicherung.
Das ist die normale Kranken-Versicherung in Deutschland.
Fast alle Menschen haben diese Versicherung.
Sie bezahlt den Arzt und das Kranken-Haus.
Merz hat gesagt: Wenn wir den Mercedes verbieten, wird der Golf teurer.
Er meint damit etwas anderes.
Wenn reiche Menschen nicht mehr privat versichert sein können, wird die gesetzliche Kranken-Versicherung teurer.
Privat versichert bedeutet etwas bestimmtes.
Du bezahlst deine Kranken-Versicherung selbst an eine private Firma.
Das ist teurer als die normale Kranken-Versicherung.
Nur manche Menschen können das machen.
Du bekommst oft bessere Behandlung beim Arzt.
Verena Bentele ist die Präsidentin vom VdK.
VdK bedeutet: Sozial-Verband Deutschland.
Das ist ein Verein für Menschen mit wenig Geld.
Der Verband hilft diesen Menschen.
Er kämpft für ihre Rechte.
Bentele sagt: Das ist falsch.
Die gesetzliche Kranken-Versicherung funktioniert anders.
Wenn mehr Menschen einzahlen, wird es billiger für alle.
Das nennt man: Solidar-System.
Solidar-System bedeutet: Alle Menschen helfen sich gegenseitig.
Die starken Menschen helfen den schwachen Menschen.
Alle zahlen Geld in einen großen Topf.
Wer Hilfe braucht, bekommt Geld aus dem Topf.
Bentele sagt noch mehr.
Reiche Menschen sollen auch in die gesetzliche Kranken-Versicherung einzahlen.
Das sind zum Beispiel gut verdienende Menschen.
Das sind auch Politiker und Beamte.
Beamte bedeutet: Menschen die für den Staat arbeiten.
Wenn diese Menschen mitmachen, sinken die Beiträge für alle.
Beiträge bedeutet: Das ist das Geld für deine Versicherungen.
Du musst jeden Monat Beiträge bezahlen.
Dann hilft dir die Versicherung wenn du sie brauchst.
Bentele erklärt das mit einem Beispiel.
In einem Solidar-System ist es so: Wenn der Mercedes für Reiche verboten wird, wird der Golf für alle günstiger.
Das bedeutet: Alle helfen mit, dann wird es für alle billiger.
Bentele kritisiert den Kanzler.
Sie sagt: Der Kanzler will keine gerechten Reformen.
Reform bedeutet: Gesetze oder Regeln werden verändert.
Die alten Regeln funktionieren nicht mehr gut.
Deshalb macht man neue und bessere Regeln.
Er will, dass reiche Menschen weniger zahlen müssen.
Das ist nicht fair.
So macht er den sozialen Frieden kaputt.
Sozialer Frieden bedeutet: Alle Menschen leben friedlich zusammen.
Reiche und arme Menschen verstehen sich gut.
Der Kanzler hat noch keine eigenen Vorschläge gemacht.
Bentele sagt: Die Kranken-Versicherung braucht verschiedene Reformen.
Es soll weniger Geld ausgegeben werden.
Das gilt für Ärzte, Kranken-Häuser und Medikamente.
Außerdem sollen reiche Menschen mehr zahlen.
Bis jetzt gibt es eine Grenze.
Reiche Menschen zahlen nur bis zu dieser Grenze.
Diese Grenze soll höher werden.
Manche Aufgaben sollen über Steuern bezahlt werden.
Das Ziel ist klar.
Alle Menschen sollen die gleiche Kranken-Versicherung haben.
Das soll gerecht und solidarisch sein.
Die Regierung soll schnell handeln.
Sie soll nicht länger warten.
Es soll eine Kommission geben.
Kommission bedeutet: Eine Gruppe von Menschen.
Diese Menschen sind Experten für ein Thema.
Sie treffen sich und reden über wichtige Fragen.
Dann geben sie Tipps und Vor-Schläge.
Diese Kommission soll Lösungen finden.
Der VdK will bei dieser Kommission mitmachen.
Nur so gibt es gute Lösungen für alle Menschen.
Bentele sagt zum Schluss: Ohne den VdK wird es keine guten Reformen geben.
Die Menschen werden die Reformen nicht akzeptieren.

Foto: Susie Knoll
Berlin (kobinet) Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich in seiner Sommer-Pressekonferenz zu den Problemen der Sozialversicherungen geäußert. In Bezug auf das Verhältnis zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung sagte er nach Informationen des VdK: "Wenn wir den Mercedes verbieten, wird der Golf teurer". VdK-Präsidentin Verena Bentele entgegnet: "Die gesetzliche Krankenversicherung ist kein Produkt, bei dem der Preis durch eine höhere Nachfrage steigt. Bei den Sozialversicherungen tritt genau das Gegenteil ein: Zahlen mehr Menschen, insbesondere die sehr gutverdienenden, freiwillig privat Versicherten, Abgeordnete und Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ein, dann sinken die Beiträge für alle. Im Solidarsystem gilt: Wenn wir den Mercedes für Reiche verbieten, wird der Golf für alle günstiger."
„Der Kanzler versperrt sich einer gerechten Reformoption, wenn er pauschal ausschließt, dass diejenigen, die viel leisten können, stärker in die Verantwortung genommen werden. So setzt er den sozialen Frieden aufs Spiel, um sich bei einer kleinen privilegierten Klientel beliebt zu machen. Eigene konkrete Änderungsvorschläge hat der Kanzler bisher nicht vorgelegt. Um die GKV-Finanzen langfristig zu stabilisieren, müssen verschiedene Dinge angepackt werden: Es braucht ein Ausgabenmoratorium für den ambulanten, stationären und den Arzneimittelbereich. Zudem muss die Beitragsbemessungsgrenze deutlich angehoben werden und gesamtgesellschaftliche Aufgaben müssen durch ein gerechtes Steuersystem und nicht durch die Beitragssätze finanziert werden. Das Ziel muss eine einheitliche und solidarische Krankenversicherung für alle sein. Die Koalition darf diese Entscheidungen nicht länger vor sich herschieben. Um das System der GKV gerecht und wirksam zu reformieren, muss schnellstmöglich die angekündigte Kommission eingesetzt werden. Damit die Kommission alle Perspektiven berücksichtigt und für die Menschen tragfähige Lösungen erarbeitet, müssen auch gesellschaftlich relevante Organisationen wie der Sozialverband VdK einbezogen werden. Ansonsten wird es keine gesellschaftliche Akzeptanz für die Reformen geben“, erklärte Verena Bentele.

Foto: Susie Knoll
Berlin (kobinet) Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich in seiner Sommer-Pressekonferenz zu den Problemen der Sozialversicherungen geäußert. In Bezug auf das Verhältnis zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung sagte er nach Informationen des VdK: "Wenn wir den Mercedes verbieten, wird der Golf teurer". VdK-Präsidentin Verena Bentele entgegnet: "Die gesetzliche Krankenversicherung ist kein Produkt, bei dem der Preis durch eine höhere Nachfrage steigt. Bei den Sozialversicherungen tritt genau das Gegenteil ein: Zahlen mehr Menschen, insbesondere die sehr gutverdienenden, freiwillig privat Versicherten, Abgeordnete und Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ein, dann sinken die Beiträge für alle. Im Solidarsystem gilt: Wenn wir den Mercedes für Reiche verbieten, wird der Golf für alle günstiger."
„Der Kanzler versperrt sich einer gerechten Reformoption, wenn er pauschal ausschließt, dass diejenigen, die viel leisten können, stärker in die Verantwortung genommen werden. So setzt er den sozialen Frieden aufs Spiel, um sich bei einer kleinen privilegierten Klientel beliebt zu machen. Eigene konkrete Änderungsvorschläge hat der Kanzler bisher nicht vorgelegt. Um die GKV-Finanzen langfristig zu stabilisieren, müssen verschiedene Dinge angepackt werden: Es braucht ein Ausgabenmoratorium für den ambulanten, stationären und den Arzneimittelbereich. Zudem muss die Beitragsbemessungsgrenze deutlich angehoben werden und gesamtgesellschaftliche Aufgaben müssen durch ein gerechtes Steuersystem und nicht durch die Beitragssätze finanziert werden. Das Ziel muss eine einheitliche und solidarische Krankenversicherung für alle sein. Die Koalition darf diese Entscheidungen nicht länger vor sich herschieben. Um das System der GKV gerecht und wirksam zu reformieren, muss schnellstmöglich die angekündigte Kommission eingesetzt werden. Damit die Kommission alle Perspektiven berücksichtigt und für die Menschen tragfähige Lösungen erarbeitet, müssen auch gesellschaftlich relevante Organisationen wie der Sozialverband VdK einbezogen werden. Ansonsten wird es keine gesellschaftliche Akzeptanz für die Reformen geben“, erklärte Verena Bentele.




