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VdK Bayern fordert kommunale Strukturreform für pflegerische Versorgung

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Foto: VdK Deutschland

MÜNCHEN (kobinet)

Anlässlich seiner zweitägigen Landesfrauenkonferenz am 24. Oktober 2026 in Regensburg fordert der Sozialverband VdK Bayern eine grundlegende Strukturreform der pflegerischen Versorgung vor Ort. Hintergrund ist die Versorgungskrise in Bayern: Über eine halbe Million Menschen im Freistaat sind aktuell pflegebedürftig. Betroffene und Angehörige leiden unter hohen Kosten, bürokratischen Hürden, fehlenden Entlastungsangeboten und unzureichenden Informationen. Die Teilnehmerinnen der Konferenz mit dem Thema "Gute Pflege vor Ort gestalten – eine Verantwortung für uns alle" verabschiedeten eine Resolution. Kernforderung ist die Etablierung einer verbindlichen, kommunalen pflegerischen Daseinsvorsorge. "Derzeit fehlen ausreichend ambulante Dienste, Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflegeplätze, niedrigschwellige Entlastungsangebote sowie verlässliche Akutstrukturen", sagte Yvonne Knobloch, Pflege-Expertin beim VdK Bayern. Der Verband fordere, dass Pflege eine Pflichtaufgabe der Kommune werde.

Vor Ort müsse klar geregelt sein, wer Pflegebedürftige und Angehörige unterstützt, Versorgungslücken schließt, Angebote koordiniert und bei Ausfällen einspringt. Zudem solle die kommunale Struktur die Entwicklung neuer Wohn- und Pflegeformen wie sorgende Gemeinschaften erleichtern.

Claudia Spiegel, Leiterin Sozialpolitik beim VdK Bayern, ergänzte: "Die unklaren Verantwortlichkeiten von Pflegekassen, Bund, Ländern, Kommunen und ambulanten wie stationären Pflegeeinrichtungen müssen durch eine klare Zuständigkeit der Kommunen überwunden werden." Kommunen verfügten über kleinräumige Daten, seien nah an den Menschen und könnten Maßnahmen passgenau umsetzen. Deshalb sollten die politisch Verantwortlichen vor Ort befähigt werden, die Versorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger im Bereich Pflege zu übernehmen.

Die Landesfrauenkonferenz fordert eine kommunale Struktur unter Einbeziehung der freien Wohlfahrtspflege und weiterer Anbieter. Langfristig solle eine Pflegeinfrastruktur vor Ort etabliert werden, die bereits vor der Pflegebedürftigkeit greift und Beratung sowie Präventionsarbeit abdeckt. Selbstständigkeit und persönliche Ressourcen der Pflegebedürftigen sollten so lange wie möglich erhalten und gefördert werden, um verfrühte oder unnötige stationäre Pflege zu vermeiden. Zudem müsse die Qualität in Pflegeheimen konsequent gesichert werden – mit unangemeldeten Kontrollen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Diese dienten dem Schutz der Heimbewohnerinnen und -bewohner, dem Vertrauensaufbau bei Angehörigen und der Vermeidung von Überlastung bei Pflegekräften.

Laut VdK werden in Bayern über 82 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in der häuslichen Pflege versorgt. Mehr als zwei Drittel der zu Hause Gepflegten erhalten Pflegegeld und werden ausschließlich von ihren Angehörigen versorgt. Schätzungen zufolge gibt es rund eine Million pflegende Angehörige in Bayern, von denen laut der repräsentativen VdK-Pflegestudie 2023 über 72 Prozent weiblich sind.

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