Berlin (kobinet)
Drei Forscher bekommen den Nobel-Preis.
Der Preis ist für Medizin.
Das war im Jahr 2026.
Der Nobel-Preis ist eine wichtige Auszeichnung.
Man bekommt ihn für besondere Leistungen.
Wer sind die Forscher?
Zwei Forscher heißen Peter Hegemann und Georg Nagel.
Sie kommen aus Deutschland.
Der dritte Forscher heißt Karl Deisseroth.
Er kommt aus den USA.
Was ist Opto-Genetik?
Die Forscher bekommen den Preis für Opto-Genetik.
Man macht Zellen im Auge empfindlich für Licht.
Das hilft Menschen mit Seh-Problemen.
Der Deutsche Blinden- und Sehbehinderten-Verband hat gefragt.
Ein Experte hat geantwortet.
Der Experte heißt Frank Holz.
Er arbeitet in einer Augen-Klinik in Bonn.
Eine Augen-Klinik ist ein Krankenhaus für Augen.
Im Auge gibt es Licht-Zellen.
Diese Zellen heißen Photo-Rezeptoren.
Photo-Rezeptoren sind Zellen im Auge.
Sie nehmen Licht auf.
Dann kann man sehen.
Diese Zellen können kaputt gehen.
Dann kann man sie nicht reparieren.
Aber Opto-Genetik kann helfen.
Andere Zellen werden licht-empfindlich.
Licht-empfindlich bedeutet:
Die Zellen reagieren auf Licht.
Wie hilft Opto-Genetik?
Opto-Genetik kann Ärzten helfen.
Ärzte behandeln kranke Menschen.
Sie können blinden Menschen helfen.
Vielleicht können blinde Menschen dann wieder sehen.
Aber sie sehen nicht so gut wie gesunde Menschen.
Sie können Hell und Dunkel unterscheiden.
Sie können Türen und Gegenstände erkennen.
Das hilft im Alltag.
Welche Krankheiten werden untersucht?
Forscher untersuchen eine Krankheit.
Die Krankheit heißt Retinitis pigmentosa.
Das ist eine Augen-Krankheit.
Dabei sterben die Licht-Zellen im Auge langsam ab.
Es gibt eine Studie zu dieser Krankheit.
Eine Studie ist eine Untersuchung.
Forscher prüfen etwas genau.
Die Studie zeigt: Opto-Genetik kann helfen.
Forscher untersuchen auch andere Krankheiten.
Eine Krankheit heißt Morbus Stargardt.
Das ist eine Augen-Krankheit.
Eltern können die Krankheit an ihre Kinder weitergeben.
Eine andere Krankheit heißt geografische Atrophie.
Das ist eine schwere Augen-Krankheit.
Dabei stirbt ein Teil der Netzhaut ab.
Die Netzhaut ist ein Teil im Auge.
Sie hilft beim Sehen.
Makula-Degeneration ist eine häufige Krankheit.
Sie betrifft oft alte Menschen.
Das ist eine Augen-Krankheit.
Ein wichtiger Teil der Netzhaut funktioniert nicht mehr.
Welche Probleme gibt es?
Opto-Genetik hat noch Probleme.
Die neuen Licht-Zellen kommen von Algen.
Algen sind Pflanzen im Wasser.
Man nutzt sie für die Opto-Genetik.
Die neuen Zellen reagieren nicht gut auf Licht.
Früher brauchte man sehr helles Licht.
Oder man brauchte eine spezielle Brille.
Die Brille macht das Licht stärker.
Neue Varianten funktionieren bei Tages-Licht.
Aber bei Dämmerung ist es schwer.
In Räumen ist es auch schwer.
Das Licht darf nicht zu stark sein.
Sonst schadet es dem Auge.
Was kann Opto-Genetik erreichen?
Opto-Genetik kann das Sehen nicht ganz wiederherstellen.
Man sieht nicht so wie gesunde Menschen.
Aber man kann Hell und Dunkel sehen.
Man kann sich besser zurechtfinden.
Das ist eine große Hilfe.
Opto-Genetik funktioniert nur mit gesunder Netzhaut.
Die Netzhaut leitet Signale an das Gehirn weiter.
Wenn Licht-Zellen kaputt gehen, verändert sich die Netzhaut.
Dann sterben auch andere Zellen ab.
Deshalb ist der richtige Zeitpunkt wichtig.
Die Behandlung muss früh kommen.
Eine Behandlung bedeutet:
Ein Arzt hilft einem kranken Menschen.
Wo gibt es Hilfe?
Der Deutsche Blinden- und Sehbehinderten-Verband hilft.
Sein Angebot heißt Blickpunkt Auge.
Das ist eine Beratung.
Fach-Leute erklären, was man tun kann.
Wenn es neue Behandlungen gibt, informiert der Verband.
Dann können Berater Fragen beantworten.
Mehr Infos gibt es im Internet.
Foto: ht
Berlin (kobinet)
Der Nobelpreis für Medizin 2026 geht an die beiden deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel sowie an den US-Amerikaner Karl Deisseroth. Sie erhalten die Auszeichnung für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Optogenetik. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, um eine Einordnung gebeten, welche Bedeutung die Optogenetik für die Augenheilkunde hat, wie es im neuesten Newsletter des Verbands dbsv-direkt heißt.
Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, erklärte dazu:
"Für das Sehen werden lichtempfindliche Sehzellen in der äußeren Netzhaut benötigt, die Photorezeptoren. Bislang ist es nicht möglich, diese wiederherzustellen, wenn sie einmal zugrunde gegangen sind. Die Optogenetik geht einen neuen Weg und gilt für die Wiederherstellung des Sehvermögens bei Patienten mit Sehbeeinträchtigung und Erblindung als sehr vielversprechend, denn sie macht verbliebene Netzhautzellen in der inneren Netzhaut lichtempfindlich. Dieses Therapieprinzip - Zellen, die lichtunempfindlich sind, werden lichtempfindlich gemacht - könnte die Augenheilkunde revolutionieren, denn so wird erstmals eine Wiederherstellung von Sehfunktion bei Erblindung denkbar.
Am weitesten fortgeschritten ist die Forschung bei der Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa (RP), da konnte erstmals eine Studie der Phase 2b/3 den potenziellen klinischen Nutzen der Optogenetik aufzeigen. Weitere Studien zu anderen Netzhauterkrankungen sind noch in früheren Phasen befindlich. Untersucht werden u.a. der Morbus Stargardt und perspektivisch auch die sogenannte geografische Atrophie, das trockene Spätstadium der häufigen Augenerkrankung altersabhängige Makuladegeneration.
Trotz ermutigender erster Ergebnisse steht die Optogenetik in der Augenheilkunde noch vor wichtigen Herausforderungen. Die eingesetzten lichtempfindlichen Proteine stammen ursprünglich aus Algen und Mikroorganismen. Sie reagieren deutlich weniger empfindlich auf Licht als die natürlichen Photorezeptoren des Auges. Frühe Ansätze benötigten deshalb sehr helles Licht oder spezielle Brillen, die das Umgebungslicht verstärken und in eine geeignete Wellenlänge übersetzen. Neuere, gentechnisch optimierte Varianten arbeiten bereits bei normalem Tageslicht. Bei Dämmerung oder in Innenräumen stoßen sie jedoch an Grenzen. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass die benötigte Lichtintensität die Netzhaut nicht langfristig schädigt.
Weiterhin ist anzumerken, dass optogenetische Therapien das Sehvermögen nicht so wiederherstellen können, wie ein Sehgesunder es sieht. Realistisches Ziel ist ein funktionell nutzbares Restsehen: Hell und Dunkel unterscheiden, Objekte und Türen erkennen, sich im Raum orientieren. Auflösung, Kontrast und Reaktionsgeschwindigkeit sind begrenzt, Farbsehen ist bislang nicht möglich. Für Menschen, die praktisch erblindet sind, kann das oben beschriebene Restsehen dennoch einen erheblichen Zugewinn an Selbstständigkeit bedeuten.
Die Optogenetik setzt voraus, dass die inneren Schichten der Netzhaut und der Sehnerv noch funktionsfähig sind, denn sie übernehmen die Weiterleitung des Signals an das Gehirn. Nach dem Verlust der Photorezeptoren baut sich die Netzhaut jedoch zunehmend um und verliert auch diese Zellen. Der Therapieerfolg hängt deshalb auch davon ab, den richtigen Zeitpunkt zu finden: spät genug, dass das natürliche Sehen weitgehend erloschen ist, aber früh genug, dass das verbliebene Netzwerk noch genutzt werden kann."
Rat und Hilfe bei Sehverlust bietet Blickpunkt Auge, das qualitätsgesicherte Beratungsangebot des DBSV und seiner Landesorganisationen. Wenn die Zulassung der ersten optogenetischen Therapie erfolgt ist und feststeht, ab wann und wo in Deutschland die Therapie verfügbar ist, wird dbsv-direkt erneut berichten und die Beratenden von Blickpunkt Auge werden dann für Auskünfte zur Verfügung stehen.
Alle Newsletter des DBSV unter: www.dbsv.org/neuigkeiten.html
Foto: ht
Berlin (kobinet)
Der Nobelpreis für Medizin 2026 geht an die beiden deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel sowie an den US-Amerikaner Karl Deisseroth. Sie erhalten die Auszeichnung für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Optogenetik. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, um eine Einordnung gebeten, welche Bedeutung die Optogenetik für die Augenheilkunde hat, wie es im neuesten Newsletter des Verbands dbsv-direkt heißt.
Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, erklärte dazu:
"Für das Sehen werden lichtempfindliche Sehzellen in der äußeren Netzhaut benötigt, die Photorezeptoren. Bislang ist es nicht möglich, diese wiederherzustellen, wenn sie einmal zugrunde gegangen sind. Die Optogenetik geht einen neuen Weg und gilt für die Wiederherstellung des Sehvermögens bei Patienten mit Sehbeeinträchtigung und Erblindung als sehr vielversprechend, denn sie macht verbliebene Netzhautzellen in der inneren Netzhaut lichtempfindlich. Dieses Therapieprinzip - Zellen, die lichtunempfindlich sind, werden lichtempfindlich gemacht - könnte die Augenheilkunde revolutionieren, denn so wird erstmals eine Wiederherstellung von Sehfunktion bei Erblindung denkbar.
Am weitesten fortgeschritten ist die Forschung bei der Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa (RP), da konnte erstmals eine Studie der Phase 2b/3 den potenziellen klinischen Nutzen der Optogenetik aufzeigen. Weitere Studien zu anderen Netzhauterkrankungen sind noch in früheren Phasen befindlich. Untersucht werden u.a. der Morbus Stargardt und perspektivisch auch die sogenannte geografische Atrophie, das trockene Spätstadium der häufigen Augenerkrankung altersabhängige Makuladegeneration.
Trotz ermutigender erster Ergebnisse steht die Optogenetik in der Augenheilkunde noch vor wichtigen Herausforderungen. Die eingesetzten lichtempfindlichen Proteine stammen ursprünglich aus Algen und Mikroorganismen. Sie reagieren deutlich weniger empfindlich auf Licht als die natürlichen Photorezeptoren des Auges. Frühe Ansätze benötigten deshalb sehr helles Licht oder spezielle Brillen, die das Umgebungslicht verstärken und in eine geeignete Wellenlänge übersetzen. Neuere, gentechnisch optimierte Varianten arbeiten bereits bei normalem Tageslicht. Bei Dämmerung oder in Innenräumen stoßen sie jedoch an Grenzen. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass die benötigte Lichtintensität die Netzhaut nicht langfristig schädigt.
Weiterhin ist anzumerken, dass optogenetische Therapien das Sehvermögen nicht so wiederherstellen können, wie ein Sehgesunder es sieht. Realistisches Ziel ist ein funktionell nutzbares Restsehen: Hell und Dunkel unterscheiden, Objekte und Türen erkennen, sich im Raum orientieren. Auflösung, Kontrast und Reaktionsgeschwindigkeit sind begrenzt, Farbsehen ist bislang nicht möglich. Für Menschen, die praktisch erblindet sind, kann das oben beschriebene Restsehen dennoch einen erheblichen Zugewinn an Selbstständigkeit bedeuten.
Die Optogenetik setzt voraus, dass die inneren Schichten der Netzhaut und der Sehnerv noch funktionsfähig sind, denn sie übernehmen die Weiterleitung des Signals an das Gehirn. Nach dem Verlust der Photorezeptoren baut sich die Netzhaut jedoch zunehmend um und verliert auch diese Zellen. Der Therapieerfolg hängt deshalb auch davon ab, den richtigen Zeitpunkt zu finden: spät genug, dass das natürliche Sehen weitgehend erloschen ist, aber früh genug, dass das verbliebene Netzwerk noch genutzt werden kann."
Rat und Hilfe bei Sehverlust bietet Blickpunkt Auge, das qualitätsgesicherte Beratungsangebot des DBSV und seiner Landesorganisationen. Wenn die Zulassung der ersten optogenetischen Therapie erfolgt ist und feststeht, ab wann und wo in Deutschland die Therapie verfügbar ist, wird dbsv-direkt erneut berichten und die Beratenden von Blickpunkt Auge werden dann für Auskünfte zur Verfügung stehen.
Alle Newsletter des DBSV unter: www.dbsv.org/neuigkeiten.html





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