MAGDEBURG (kobinet)
Am 6. Oktober 2026 kommt der Landes-Tag von Sachsen-Anhalt neu zusammen.
Der Landes-Tag ist das Parlament eines Bundes-Landes.
Dort arbeiten Politiker zusammen.
Sie machen Gesetze für das Bundes-Land.
Katrin Gensecke ist dann wieder dabei.
Sie ist eine von 8 SPD-Abgeordneten.
SPD ist die Abkürzung für Sozial-demokratische Partei Deutschlands.
Eine Partei ist eine Gruppe von Menschen mit gleichen politischen Zielen.
SPD-Abgeordnete bedeutet: Sie arbeitet für die SPD im Landes-Tag.
Sie hat bei der Wahl besser abgeschnitten als vor 5 Jahren.
Katrin Gensecke setzt sich für Menschen mit Behinderungen ein.
Sie ist Sprecherin für Menschen mit Behinderungen.
Das bedeutet: Sie spricht für diese Menschen im Landes-Tag.
Sie will weiter für Barriere-Freiheit kämpfen.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können überall hin.
Es gibt keine Hindernisse für sie.
Sie will weiter für Inklusion kämpfen.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen machen gemeinsam mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Sie will weiter für Mitbestimmung kämpfen.
Mitbestimmung bedeutet: Menschen können selbst sagen, was mit ihnen passiert.
Sie können bei wichtigen Dingen mit-entscheiden.
Im Landes-Tag gibt es eine starke AfD-Gruppe.
AfD ist die Abkürzung für Alternative für Deutschland.
Das ist eine Partei in Deutschland.
Die AfD hat 39 Sitze im Landes-Tag.
Sitze bedeutet hier: Plätze im Landes-Tag.
Wer einen Sitz hat, darf dort mit-entscheiden.
Die AfD möchte Inklusion beenden.
Deshalb ist Katrin Genseckes Arbeit besonders wichtig.
Katrin Gensecke kennt das Leben mit einer Behinderung selbst.
Sie hatte einen schweren Unfall beim Sport.
Danach konnte sie ihr Studium nicht weiter machen.
Studium bedeutet: Lernen an einer Hoch-schule nach der Schule.
Sie bekam Probleme beim Sprechen und beim Bewegen.
Die Ärzte sagten: Du hast Multiple Sklerose.
Multiple Sklerose ist eine Krankheit des Nerven-Systems.
Das Nerven-System leitet Gefühle und Befehle durch den ganzen Körper.
Bei dieser Krankheit werden Nerven beschädigt.
Viele sagen kurz MS dazu.
Katrin Gensecke machte dann eine Ausbildung zur Arzt-Helferin.
Eine Arzt-Helferin arbeitet bei einem Arzt und hilft bei Untersuchungen.
Sie schloss die Ausbildung erfolgreich ab.
Dann arbeitete sie als Arzt-Helferin.
Ein Jahr später verlor sie diese Arbeit.
Der Chef sagte: Wir brauchen nur Menschen, die alles können.
Das war nicht fair.
In Deutschland darf man nicht wegen einer Behinderung entlassen werden.
Das ist gegen das Gesetz.
Nach der Kündigung wurde es ihr schlechter.
Kündigung bedeutet: Der Chef beendet die Arbeit mit einer Person.
Sie brauchte nun einen Roll-Stuhl.
Ein Roll-Stuhl ist ein Sessel mit Rädern.
Menschen können damit fahren, wenn sie nicht gehen können.
Sie konnte nicht mehr so leben wie vorher.
Ihre Familie und ihr Mann halfen ihr sehr.
So fand sie zurück in ein aktives Leben.
Sie gründete eine Gruppe für Menschen mit MS.
Die Gruppe ist Teil der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft.
Diese Gesellschaft hilft Menschen mit MS und gibt Informationen zur Krankheit.
Dort gab sie anderen Menschen Tipps und Hilfe.
2011 trat sie in die SPD ein.
Dann gründete sie die Arbeits-Gemeinschaft Selbst Aktiv.
Selbst Aktiv bedeutet: Menschen mit Behinderungen handeln selbst.
Sie warten nicht auf andere.
In einer Arbeits-Gemeinschaft arbeiten Menschen mit dem gleichen Ziel zusammen.
Bis heute ist sie dort Co-Bundes-Vorsitzende.
Das bedeutet: Sie leitet die Gruppe zusammen mit einer anderen Person.
Die Gruppe ist in ganz Deutschland tätig.
Im Landes-Tag sprach sie für Soziales, Gleich-Stellung und Inklusion.
Soziales bedeutet: Sie kümmert sich um Menschen, die Hilfe brauchen.
Gleich-Stellung bedeutet: Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Menschen mit Behinderungen sollen arbeiten und lernen können.
Sie sagt: Menschen mit Behinderungen können genauso viel leisten.
Arbeits-Plätze müssen zu den Menschen passen.
Menschen mit Behinderungen verdienen die gleiche Anerkennung.
Anerkennung bedeutet: Andere sehen, was eine Person leistet, und schätzen das.
Karl Finke ist auch Co-Bundes-Vorsitzender der Arbeits-Gemeinschaft Selbst Aktiv.
Er sagt: Katrin Gensecke zeigt selbst, was Menschen mit Behinderungen leisten.
Er sagt außerdem: Die SPD muss eine inklusive Partei werden.
Inklusive bedeutet hier: Alle gehören dazu.
Niemand wird ausgeschlossen.
Die SPD soll mehr Menschen mit Behinderungen in wichtige Rollen wählen.
Foto: Katrin Gensecke
MAGDEBURG (kobinet)
Am 6. Oktober 2026 konstituiert sich der Landtag von Sachsen-Anhalt neu. Katrin Gensecke, Co-Bundesvorsitzende der AG Selbst Aktiv der SPD, wird als eine von acht SPD-Abgeordneten wieder dabei sein. Sie wurde mit einem besseren Ergebnis als vor fünf Jahren wiedergewählt. Als Sprecherin für Menschen mit Behinderungen will sie weiterhin für Barrierefreiheit, Inklusion und Partizipation kämpfen. Dies sei angesichts der starken AfD-Fraktion mit 39 Mandaten, die Inklusion als "gescheitertes Experiment" beenden möchte, besonders wichtig, so Gensecke.
Gensecke engagiert sich aus eigener Erfahrung für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Nach einem schweren Sportunfall musste sie ihr Geschichts- und Sportstudium abbrechen. Anhaltende Sprach- und Bewegungsstörungen führten zur Diagnose Multipler Sklerose (MS). Eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten schloss sie erfolgreich ab, doch ein Jahr später erhielt sie die Kündigung mit der Begründung, der Betrieb könne nur voll leistungsfähige Menschen gebrauchen. Ihr Zustand verschlechterte sich darauf dramatisch, sie benötigte einen Rollstuhl und konnte kein aktives Leben mehr führen.
Durch die Unterstützung ihrer Familie und ihres inzwischen verstorbenen Mannes fand sie zurück in ein aktives Leben. Sie organisierte eine Gruppe von Betroffenen in der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) und gab Tipps und Ratschläge weiter. 2011 trat sie in die SPD ein und gründete kurz darauf die Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv, deren Co-Bundesvorsitzende sie bis heute ist.
In den letzten Jahren prägte sie als Sprecherin für Soziales, Gleichstellung und Inklusion die Sozialpolitik in Sachsen-Anhalt. Ihr zentrales Anliegen bleibt, Menschen mit Behinderungen Ausbildung und Berufstätigkeit zu ermöglichen, statt sie auszusortieren. "Menschen mit Behinderungen sind nicht weniger leistungsfähig als andere; sie brauchen Arbeitsplätze, die sich ihren besonderen Fähigkeiten und Bedarfen anpassen lassen. Sie verdienen die gleiche Anerkennung und Wertschätzung wie alle anderen Kolleginnen und Kollegen", betont Gensecke.
Karl Finke, Co-Bundesvorsitzender der AG Selbst Aktiv, ergänzt: "Als erfolgreiche Landtagsabgeordnete ist sie selbst das beste Beispiel für die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen. Auch die SPD muss endlich eine inklusive Partei werden und mehr Menschen mit einer Behinderung in Parteifunktionen wählen und für öffentliche Ämter und Parlamentsmandate vorschlagen."
Foto: Katrin Gensecke
MAGDEBURG (kobinet)
Am 6. Oktober 2026 konstituiert sich der Landtag von Sachsen-Anhalt neu. Katrin Gensecke, Co-Bundesvorsitzende der AG Selbst Aktiv der SPD, wird als eine von acht SPD-Abgeordneten wieder dabei sein. Sie wurde mit einem besseren Ergebnis als vor fünf Jahren wiedergewählt. Als Sprecherin für Menschen mit Behinderungen will sie weiterhin für Barrierefreiheit, Inklusion und Partizipation kämpfen. Dies sei angesichts der starken AfD-Fraktion mit 39 Mandaten, die Inklusion als "gescheitertes Experiment" beenden möchte, besonders wichtig, so Gensecke.
Gensecke engagiert sich aus eigener Erfahrung für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Nach einem schweren Sportunfall musste sie ihr Geschichts- und Sportstudium abbrechen. Anhaltende Sprach- und Bewegungsstörungen führten zur Diagnose Multipler Sklerose (MS). Eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten schloss sie erfolgreich ab, doch ein Jahr später erhielt sie die Kündigung mit der Begründung, der Betrieb könne nur voll leistungsfähige Menschen gebrauchen. Ihr Zustand verschlechterte sich darauf dramatisch, sie benötigte einen Rollstuhl und konnte kein aktives Leben mehr führen.
Durch die Unterstützung ihrer Familie und ihres inzwischen verstorbenen Mannes fand sie zurück in ein aktives Leben. Sie organisierte eine Gruppe von Betroffenen in der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) und gab Tipps und Ratschläge weiter. 2011 trat sie in die SPD ein und gründete kurz darauf die Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv, deren Co-Bundesvorsitzende sie bis heute ist.
In den letzten Jahren prägte sie als Sprecherin für Soziales, Gleichstellung und Inklusion die Sozialpolitik in Sachsen-Anhalt. Ihr zentrales Anliegen bleibt, Menschen mit Behinderungen Ausbildung und Berufstätigkeit zu ermöglichen, statt sie auszusortieren. "Menschen mit Behinderungen sind nicht weniger leistungsfähig als andere; sie brauchen Arbeitsplätze, die sich ihren besonderen Fähigkeiten und Bedarfen anpassen lassen. Sie verdienen die gleiche Anerkennung und Wertschätzung wie alle anderen Kolleginnen und Kollegen", betont Gensecke.
Karl Finke, Co-Bundesvorsitzender der AG Selbst Aktiv, ergänzt: "Als erfolgreiche Landtagsabgeordnete ist sie selbst das beste Beispiel für die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen. Auch die SPD muss endlich eine inklusive Partei werden und mehr Menschen mit einer Behinderung in Parteifunktionen wählen und für öffentliche Ämter und Parlamentsmandate vorschlagen."





Zwischen persönlichem Engagement und systemischer Alibi-Funktion
Das persönliche Engagement von Katrin Gensecke für die Belange von Menschen mit Behinderungen steht außer Frage und ist in ihren Absichten sicher unbestritten. Der Bericht über ihre parlamentarische Arbeit legt jedoch ein tiefgreifendes strukturelles Dilemma offen, das weit über einzelne Personen hinausgeht.
In der politischen Praxis erleben wir seit Jahren eine verhängnisvolle Rollenverteilung: Regierungsfraktionen schicken engagierte Abgeordnete und interne Arbeitsgruppen vor, um den Dialog mit Verbänden zu pflegen und Reformwillen zu signalisieren.
So wertvoll dieser Einsatz im Einzelfall gemeint ist, so sehr erfüllt er in der Gesamtschau eine funktionale Alibi-Rolle: Die Arbeit in den AGs und Fachgremien dient als Schaufenster für die Öffentlichkeit, während die parlamentarischen Mehrheiten derselben Parteien bei Haushalts- und Gesetzesbeschlüssen die bestehenden Sonderstrukturen verlässlich absichern.
Sachsen-Anhalt weist nach wie vor eine der höchsten Exklusionsquoten im Schulbereich auf. Aus den Förderschulen führt der Weg für die meisten Betroffenen direkt in Werkstätten für behinderte Menschen – mit einer stagnierten Übergangsquote auf den allgemeinen Arbeitsmarkt von nur 0,35 Prozent und ohne vollen Arbeitnehmerstatus. Diese Rahmenbedingungen sind kein Naturereignis, sondern das Ergebnis konkreter Politik von Regierungsmehrheiten im Land und im Bund.
Solange engagierte parlamentarische Initiativen von den eigenen Fraktionen als Feigenblatt genutzt werden, um strukturelle Reformunwilligkeit zu kaschieren, bleibt Inklusion eine reine Simulation. Echter Fortschritt misst sich nicht an der Existenz von Arbeitsgruppen oder Absichtserklärungen, sondern daran, ob die Regierungsverantwortlichen den Mut aufbringen, die Sonderwelten gemäß den Artikeln 19, 24 und 27 der UN-BRK (Wohnen, Bildung und Arbeit) schrittweise abzubauen und das Geld direkt in ein inklusives Schulsystem, einen inklusiven Arbeitsmarkt und ein selbstbestimmtes Leben zu investieren.
Uwe Heineker
Diplom-Sozialarbeiter & Autor (»2031 – Deutschland, die Welt blickt auf dich!«)