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Bundestag berät über Auswertung der Nutzung vorgeburtlicher Bluttests

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Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

BERLIN (kobinet)

Am 8. Oktober 2026 wird der Bundestag in zweiter und dritter Lesung über einen fraktionsübergreifenden Antrag zur Auswertung der Nutzung vorgeburtlicher Bluttests (NIPT) auf Trisomie beraten. Hintergrund ist, dass der Test, der seit Juli 2022 in begründeten Einzelfällen von den Krankenkassen übernommen wird, zunehmend flächendeckend in Anspruch genommen wird – entgegen der gesetzgeberischen Absicht. Der Antrag verlangt daher eine Überprüfung der Nutzungspraxis. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe fordert die Abgeordneten auf, dem Antrag zuzustimmen. Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und ehemalige Bundesgesundheitsministerin, betont: "Aktuelle Zahlen belegen, dass der NIPT schon jetzt zur Regeluntersuchung in der Schwangerschaftsvorsorge geworden ist – ganz entgegen dem Willen des Gesetzgebers. Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen fühlen sich dadurch diskriminiert."

Der NIPT ermöglicht über eine Blutprobe die Bestimmung der Wahrscheinlichkeit für Trisomie 13, 18 oder 21 (Down-Syndrom) beim ungeborenen Kind. Ursprünglich sollte der Test nur bei erhöhtem Risiko als Kassenleistung angeboten werden. Schmidt erklärt: "Es muss genauer darauf geachtet werden, dass nur Schwangere mit einem erhöhten Risiko den Bluttest von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt bekommen. Zumal bei anlasslosen Tests bei jungen Frauen jeder dritte Test falsch positiv ist – das Kind hat kein Down-Syndrom, obwohl der Test das nahelegt."

Der Antrag verweist auf Daten der Barmer, wonach 2024 fast 50 Prozent der Schwangeren einen NIPT in Anspruch genommen hätten, ein Jahr zuvor seien es 32 Prozent gewesen. Besonders hoch sei der Anteil bei sehr jungen Schwangeren, obwohl in dieser Gruppe medizinisch kein erhöhtes Risiko vorliege. Zudem sei die Rate falsch-positiver Befunde viermal höher als erwartet. Die Zahl invasiver Tests, die zu Fehlgeburten führen können und durch den NIPT eingedämmt werden sollten, habe nicht ab-, sondern zugenommen.

Sebastian Urbanski, Schauspieler und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, sagt: "Ich lebe gerne und habe viel Freude am Leben. Ich bin glücklich, weil ich mich als Teil der Gesellschaft fühle und einfach dazu gehöre. Manchmal brauche ich zwar etwas mehr Unterstützung, aber die braucht ja jeder mal. Nur diese Bluttests machen mir und anderen Menschen mit Down-Syndrom wirklich große Sorgen."

Schmidt abschließend: "Alles andere als eine deutliche Zustimmung zum Antrag wäre ein Schlag ins Gesicht für Menschen mit Unterstützungsbedarf und ihre Familien."

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