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Neues Buch zum barrierefreien Katastrophenschutz erschienen

Cover des Buches zum barrierefreien Katastrophenschutz
260918_Katastrophenschutz
Foto: Heidi Blödorn

Kassel (kobinet)

Was geschieht in einer Katastrophe mit Menschen, die auf Assistenz, Medikamente, Strom, Hilfsmittel oder barrierefreie Kommunikation angewiesen sind? Barrierefreier Katastrophenschutz darf nicht erst beginnen, wenn die Sirenen heulen. Die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, Pflege- und Unterstützungsbedarf müssen bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Hierzu gibt es nun ein neues Buch von Heidi Blödorn, auf das Martina Scheel die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat. "Das Grafschafter Modell – Barrierefreier Katastrophenschutz" verbindet Inklusion, Selbstbestimmung und Bevölkerungsschutz zu einem praxisorientierten Gesamtkonzept. In 39 Kapiteln werden zentrale Herausforderungen eines inklusiven Katastrophenschutzes betrachtet. Der umfangreiche Werkzeugkasten mit 131 praktischen Werkzeugen unterstützt dabei, aus Erkenntnissen konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Praxis zu entwickeln.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Persönlichen Kritischen Infrastruktur (PKI): Für manche Menschen können beispielsweise Medikamente, elektrische Hilfsmittel, Kommunikationsmöglichkeiten, Assistenz oder eine gesicherte Stromversorgung ebenso lebenswichtig sein wie die klassische öffentliche Infrastruktur. Das Buch behandelt unter anderem Fragen rund um barrierefreie Warnung und Kommunikation, Evakuierung, Notunterkünfte, Pflege und Assistenz, persönliche Hilfsmittel, Assistenzhunde, Stromversorgung und Krisenvorsorge. Es richtet sich insbesondere an Landkreise und Kommunen, Katastrophenschutzbehörden, Feuerwehren und Hilfsorganisationen, Politik und Verwaltung, Behindertenbeauftragte und Behindertenvertretungen sowie Pflege-, Sozial- und Unterstützungseinrichtungen. Gleichzeitig bietet es Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen Anregungen für die eigene Vorsorge und Selbstvertretung.

Das Grafschafter Modell entstand aus der Überzeugung, dass Inklusion im Bevölkerungsschutz nicht bei guten Absichten stehen bleiben darf. Die entwickelten Ansätze und Werkzeuge sind so angelegt, dass sie auch von anderen Kommunen und Regionen aufgegriffen und an die jeweiligen örtlichen Strukturen angepasst werden können: "In Schüttorf entstanden – für die Grafschaft gedacht – auf andere Regionen übertragbar. Für eine Zukunft, in der niemand vergessen wird", heißt es in der Ankündigung.

Link zu weiteren Informationen und zum Bezug des Buches

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