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NRW stellt 287 Millionen Euro für Hitzeschutz in Gesundheit und Pflege bereit

Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen
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Foto: Gemeinfrei, public domain

DÜSSELDORF (kobinet)

Das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen hat am 4. September 2026 in Düsseldorf drei Förderprogramme im Umfang von insgesamt 286,6 Millionen Euro für den Zeitraum 2027 bis 2030 vorgestellt. Die Mittel sollen Menschen in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und der eigenen Häuslichkeit besser vor zukünftigen Hitzewellen schützen. Anlass ist die Hitzewelle Ende Juni 2026, die laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts in NRW zu 3.150 hitzebedingten Sterbefällen führte.

Die Fördermittel verteilen sich wie folgt: 200 Millionen Euro fließen in Klimatisierungsmaßnahmen in Krankenhäusern, darunter Umbauten für Intensivstationen, Kreißsäle, Notaufnahmen, OP-Säle und Pflegestützpunkte. Im Pflegebereich stehen 50 Millionen Euro für fest installierte Klimageräte, Kühldecken oder -segel bereit, mobile Geräte sind als Ausnahme förderfähig. Für die Kommunen sind 36,6 Millionen Euro vorgesehen, um in den 53 Kreisen und kreisfreien Städten bis zu zwei Vollzeitstellen für Hitze-Gesundheitsmanagerinnen und -manager zu schaffen. Diese sollen hitzegefährdete Menschen vor Ort identifizieren und mit praxisnahen Hilfsangeboten unterstützen. Zusätzlich stellt die Sozialstiftung NRW 20 Millionen Euro für Klimatisierung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe bereit.

Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte: "Der Sommer 2026 hat deutlich gemacht, welche Folgen zunehmende Hitze und Extremwetterlagen für unser Land haben. Trockenheit, Wald- und Vegetationsbrände, Niedrigwasser und gesundheitliche Belastungen durch extreme Hitze sind Realität. Die jüngste Hitzeperiode hat gerade ältere und vorerkrankte Menschen schwer getroffen, teilweise mit tödlichen Folgen. Hitzeschutz ist für uns eine dauerhafte Aufgabe – in der Gesundheitsversorgung und Pflege genauso wie im Bevölkerungsschutz."

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erklärte: "Die Hitzeperiode Ende Juni war eine Zäsur, die deutlich gemacht hat, dass weiterer Handlungsbedarf besteht. Die extremen Temperaturen und die fehlende Abkühlung in den Nachtstunden über elf aufeinanderfolgende Tage waren eine starke Belastung für alle Menschen im Land und das Gesundheitswesen. Schätzungen des Robert Koch-Instituts gehen für Nordrhein-Westfalen aktuell von 3.150 hitzebedingten Sterbefällen in diesem Sommer aus. Diese schreckliche und überdurchschnittlich hohe Zahl führt uns deutlich vor Augen, was wir befürchten mussten: Die Hitzewelle hat viele Leben gekostet."

Laumann weiter: "Im Gesundheitsministerium widmen wir uns bereits seit längerer Zeit dem gesundheitsbezogenen Hitzeschutz. In unmittelbarer Reaktion stellen wir landesseitig daher zwischen 2027 und 2030 insgesamt 286,6 Millionen Euro Fördermittel bereit. Dass wir diese Fördermittel in Zeiten knapper öffentlicher Mittel bereitstellen, ist Ausdruck der hohen Priorität, die mein Ministerium dem Hitzeschutz gibt und geben muss."

Hintergrund: NRW hat mit dem Klimaanpassungsgesetz als erstes Bundesland einen verbindlichen Rahmen für Klimaanpassung geschaffen. Das Gesundheitsministerium hat bereits 2022 die Erklärung der Landesgesundheitskonferenz "Klimaschutz und Klimaanpassung sind Gesundheitsschutz" als Handlungsfeld verankert. Zudem arbeitet eine Expertenrunde unter Leitung des Ministeriums an einem Hitzereaktions- und -warnsystem für die gesundheitliche und pflegerische Versorgung. Das Zentrale Netzwerk für gesundheitsbezogenen Hitzeschutz NRW (ZNGH NRW) erarbeitet Arbeitshilfen für Hitzeschutz- und Hitzeaktionspläne.

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