Hamburg (kobinet)
Aktivistinnen und Aktivisten kämpfen für eine Bahn ohne Barrieren.
Aktivistinnen und Aktivisten sind Menschen, die sich für eine Sache einsetzen.
Sie wollen etwas verändern.
Eine Barriere ist ein Hindernis.
Die Barriere versperrt den Weg.
Zum Beispiel eine Treppe für Roll-Stuhl-Fahrende.
Die Gruppen heißen:
Anti-ableistische Aktion Nord und ROBIN WOOD.
Ableismus bedeutet: Menschen mit Behinderung werden schlechter behandelt.
Das ist ungerecht.
Die Gruppen haben am Hamburger Haupt-Bahnhof protestiert.
Protest bedeutet: Menschen sind gegen etwas und zeigen das öffentlich.
In der Nacht vom 1. auf den 2. September 2026 besetzten sie einen Bahn-Steig.
Ein Bahn-Steig ist eine erhöhte Fläche am Gleis.
Von dort steigen Menschen in den Zug ein und aus.
Der Bahn-Steig liegt zwischen Gleis 13 und Gleis 14.
Die Aktivistinnen und Aktivisten schlugen dort Zelte auf.
Roll-Stuhl-Fahrende konnten den Bahn-Steig nicht verlassen.
Der Aufzug an Gleis 13 und 14 ist seit 6 Monaten gesperrt.
Der letzte Zug war schon weg.
Die Aktivistinnen und Aktivisten zeigten Banner auf dem Bahn-Steig.
Auf den Bannern stand: Bahn für alle, die Stufen müssen weg.
Außerdem stand darauf: Neues BGG fördert Ausgrenzung von Behinderten.
BGG bedeutet: Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz.
Das Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz soll Menschen mit Behinderung die gleichen Rechte geben wie alle anderen.
Die Aktivistinnen und Aktivisten haben Forderungen an die Deutsche Bahn.
Eine Forderung ist ein Wunsch, den man laut ausspricht.
Man will, dass etwas passiert.
Die Deutsche Bahn soll alle Angebote barriere-frei machen.
Barriere-frei bedeutet: Es gibt keine Hindernisse.
Alle Menschen können dann überall hinkommen.
Aufzüge sollen schnell repariert werden.
Ersatz-Teile sollen immer vorrätig sein.
Ein Aufzug kann ausfallen.
Dann muss es einen anderen barriere-freien Weg geben.
Wer wegen einer Barriere einen Umweg macht, bekommt Geld zurück.
Das nennt man Entschädigung.
Entschädigung bedeutet: Ein Nachteil wird durch Geld ausgeglichen.
Der gesperrte Aufzug schränkt viele Menschen stark ein.
Manche Menschen können keine Treppen steigen.
Diese Menschen müssen in Hamburg-Harburg umsteigen.
Umsteigen bedeutet: Man wechselt von einem Zug in einen anderen Zug.
Aber der Umstieg dort ist nicht barriere-frei.
Die Rampen sind zu steil.
Eine Rampe ist eine schräge Fläche.
Roll-Stuhl-Fahrende können damit auf erhöhte Plätze fahren.
Die Reise von Lüneburg nach Hamburg dauert dann doppelt so lange.
Spontane Hilfe gibt es dort nicht.
Spontane Hilfe bedeutet: Man bekommt sofort Hilfe, ohne vorher zu fragen.
Spontane Hilfe vom Mobilitäts-Service gibt es dort nicht.
Mobilitäts-Service bedeutet: Die Bahn hilft Menschen mit Behinderung beim Reisen.
Hilfe muss mindestens 1 Tag vorher angemeldet werden.
Cécile Lecomte ist Aktivistin bei ROBIN WOOD.
Lecomte sagt: Die Bahn hätte das längst tun können.
Sie hat es nicht getan.
Am Hamburger Haupt-Bahnhof wurde ein neuer Zugang gebaut.
Dieser Zugang hat aber nur Treppen.
Lecomte sagt: In Deutschland ist der öffentliche Verkehr voller Barrieren.
Barrieren schaden dem Klima.
Außerdem können Millionen Menschen nicht gut reisen.
Deutschland muss die UN-Behinderten-Rechts-Konvention umsetzen.
Eine Konvention ist ein Abkommen zwischen vielen Ländern.
Alle Länder, die mitmachen, halten sich daran.
Diese Konvention schützt die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Sie gilt seit 2009 auch in Deutschland.
Das neue BGG soll die Konvention umsetzen.
Der Bundes-Tag stimmt bald darüber ab.
Aber das neue Gesetz hat Probleme.
Öffentliche Gebäude müssen erst bis 2045 barriere-frei sein.
Das dauert noch viele Jahre.
Private Unter-Nehmen können Barrieren behalten, wenn der Umbau zu teuer ist.
Lecomte sagt: Das neue BGG erlaubt Barrieren.
Es bekämpft sie nicht.
Erlauben durch ein Gesetz nennt man legalisieren.
Das bedeutet: Barrieren dürfen bleiben, ohne dass jemand bestraft wird.
Lecomte sagt außerdem: Schaden-Ersatz fordern wird schwerer gemacht.
Schaden-Ersatz bedeutet: Jemand hat einen Schaden erlitten.
Eine andere Person oder Firma muss dafür Geld zahlen.
Joni von der Anti-ableistischen Aktion sagt: Menschen mit Behinderung werden als Last gesehen.
Diese Sichtweise verhindert echte Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind gleichberechtigt dabei.
Jeder Mensch gehört dazu.
Inklusion ist ein Menschen-Recht, kein Kosten-Faktor.
Kosten-Faktor bedeutet: Jemand denkt nur daran, was etwas kostet.
Der Mensch dahinter wird dabei vergessen.
Fast jede und jeder Zehnte in Deutschland hat eine schwere Behinderung.
Nicht nur Roll-Stuhl-Fahrende brauchen Aufzüge.
Auch Menschen mit Kinder-Wagen oder Fahrrad sind darauf angewiesen.
Das fordern die Aktivistinnen und Aktivisten von der Deutschen Bahn:
- Entschädigung bei Barrieren und Umwegen wegen Barrieren
- Aufzüge müssen innerhalb weniger Stunden repariert werden
- Ersatz-Teile müssen immer vorrätig sein
- Bei Aufzug-Ausfall muss es einen anderen barriere-freien Weg geben
- Wege mit mehr als 6 Prozent Steigung sind nicht barriere-frei
- Wege mit Kopf-Stein-Pflaster sind nicht barriere-frei
- Die Bahn muss sofort mehr Personal rund um die Uhr einsetzen
- Spontane Hilfe muss auch ohne Anmeldung möglich sein
- Das gilt auch bei Umwegen
Foto: Anti-ableistische Aktion Nord
Hamburg (kobinet)
Eine barrierefreie Bahn für alle – das fordern Aktivist*innen der "Anti-ableistischen Aktion Nord" und von ROBIN WOOD am Hamburger Hauptbahnhof. Sie besetzten in der Nacht vom 1. auf den 2. September 2026 einen Bahnsteig zwischen den Gleisen 13 und 14 und schlugen dort ihre Zelte auf. Der Grund: Die Rollstuhlfahrer*innen unter ihnen kamen von dort erst mit dem ersten Zug am frühen Morgen wieder weg. Denn der Aufzug von Gleis 13/14 ist für sechs Monate gesperrt, der letzte Zug war gestern bereits abgefahren. Aus Protest entrollten die Aktivist*innen auf dem Bahnsteig Banner mit den Aufschriften: "Bahn für alle, die Stufen müssen weg" und – mit Bezug auf das Behindertengleichstellungs-Gesetz – "Neues BGG fördert Ausgrenzung von Behinderten". Sie verlangen von der Deutschen Bahn, dass sie ihr Angebot barrierefrei gestaltet, Aufzüge zügig repariert und Ersatzteile auf Vorrat bereit hält. Wenn ein Aufzug ausfalle, müsse Zugang über einen anderen barrierefreien Weg angeboten werden. Außerdem solle die Bahn ihre Kund*innen bei Umwegen aufgrund von Barrieren angemessen entschädigen.
Die monatelange Sperrung des Aufzuges am Hamburger Hauptbahnhof schränkt Menschen, die keine Treppen steigen, erheblich ein. Aus Süden kommend müssen sie laut Deutscher Bahn in Hamburg-Harburg umsteigen. Der dortige Umstieg ist allerdings nicht barrierefrei. Die Rampen sind zu steil. Der Umweg ist zudem zeitaufwändig. Eine Reise von Lüneburg zum Hamburger Hauptbahnhof dauert so mindestens doppelt so lange wie sonst. Spontane Unterstützung vom Mobilitätsservice der Deutschen Bahn gibt es für den steilen Umweg in Harburg nicht, sondern nur bei Anmeldung mindestens einen Tag vorher, heißt es in der Presseinformation der Akteur*innen.
"Die Bahn hätte längst im Zuge von Bauarbeiten an der Südseite des Hamburger Hauptbahnhofs einen barrierefreien Ersatz schaffen können. Dort wurde ohnehin vom Steintordamm aus ein neuer Zugang zu den Bahnsteigen geschaffen – ausschließlich mit Treppe!", kritisiert Cécile Lecomte, eine bei ROBIN WOOD und der anti-ableistischen Aktion engagierte behinderte Aktivistin. "Hamburg ist ein Fall von vielen. Wir wollen umweltfreundlich mobil sein, aber heute ist in Deutschland der öffentliche Nah- und Fernverkehr voller Barrieren. Das befördert die Klimakrise, behindert Millionen Menschen und muss aufhören! Deutschland muss endlich die UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen!"
Diese Konvention gilt seit 2009 auch in Deutschland, wird jedoch nicht angemessen umgesetzt. Das sollte eigentlich mit der Novelle des Behindertengleichstellungs-Gesetzes (BGG) passieren, die nach der parlamentarischen Sommerpause im Bundestag zur Verabschiedung ansteht. Doch darin räumt der Gesetzgeber für die Schaffung von Barrierefreiheit in öffentlichen Bestandsgebäuden eine Umsetzungsfrist bis 2045 ein. Die Privatwirtschaft darf den Abbau von Barrieren sogar unterlassen, wenn dies eine unverhältnismäßige Belastung darstellt.
"Barrieren werden durch das neue BGG leider nicht bekämpft, sondern legalisiert. Auch für Bahnfahrende bringt das neue Gesetz keine Verbesserungen. Die Möglichkeit etwa, Schadensersatz zu verlangen, wird ausdrücklich begrenzt und der Weg dorthin aufwändig bürokratisch gestaltet", sagt Lecomte.
"Solange Menschen mit Behinderung als Last gesehen werden, wird es keine Inklusion geben. Das ist ableistisch und ein Ausdruck kapitalistischer Verhältnisse, weil wir als ‚nicht produktiv‘ angesehen werden und somit als ‚weniger wert‘. Dieser Blickwinkel muss sich ändern. Inklusion ist kein Kostenfaktor, sondern ein Menschenrecht!", sagt Joni von der anti-ableistischen Aktion. Betroffen sind von den Barrieren viele: Fast jede*r Zehnte in Deutschland lebt mit einer schweren Behinderung. Zudem brauchen auch Zugreisende mit Kinderwagen oder Fahrrädern die Aufzüge.
Vorschläge und Forderungen der Aktiven an die Deutsche Bahn (DB) im Überblick:
Entschädigung bei Barrieren sowie Umwegen aufgrund von Barrieren;-
Garantie der DB, dass Aufzüge zügig innerhalb von wenigen Stunden repariert werden und Ersatzteile auf Vorrat bereit liegen;
bei Ausfall von Aufzügen Angebot alternativer Zugänge über einen anderen barrierefreien Weg (Wege mit über sechs Prozent Steigung oder mit Kopfsteinpflaster oder Kleinpflaster wie in Harburg sind nicht barrierefrei.);
Verpflichtung der DB, sofort mehr Personal rund um die Uhr einzusetzen und spontane Unterstützung für Menschen mit Gehhilfen, Kinderwagen oder anderen Einschränkungen anzubieten – auch bei Umwegen und ohne vorherige Anmeldung.
Foto: Anti-ableistische Aktion Nord
Hamburg (kobinet)
Eine barrierefreie Bahn für alle – das fordern Aktivist*innen der "Anti-ableistischen Aktion Nord" und von ROBIN WOOD am Hamburger Hauptbahnhof. Sie besetzten in der Nacht vom 1. auf den 2. September 2026 einen Bahnsteig zwischen den Gleisen 13 und 14 und schlugen dort ihre Zelte auf. Der Grund: Die Rollstuhlfahrer*innen unter ihnen kamen von dort erst mit dem ersten Zug am frühen Morgen wieder weg. Denn der Aufzug von Gleis 13/14 ist für sechs Monate gesperrt, der letzte Zug war gestern bereits abgefahren. Aus Protest entrollten die Aktivist*innen auf dem Bahnsteig Banner mit den Aufschriften: "Bahn für alle, die Stufen müssen weg" und – mit Bezug auf das Behindertengleichstellungs-Gesetz – "Neues BGG fördert Ausgrenzung von Behinderten". Sie verlangen von der Deutschen Bahn, dass sie ihr Angebot barrierefrei gestaltet, Aufzüge zügig repariert und Ersatzteile auf Vorrat bereit hält. Wenn ein Aufzug ausfalle, müsse Zugang über einen anderen barrierefreien Weg angeboten werden. Außerdem solle die Bahn ihre Kund*innen bei Umwegen aufgrund von Barrieren angemessen entschädigen.
Die monatelange Sperrung des Aufzuges am Hamburger Hauptbahnhof schränkt Menschen, die keine Treppen steigen, erheblich ein. Aus Süden kommend müssen sie laut Deutscher Bahn in Hamburg-Harburg umsteigen. Der dortige Umstieg ist allerdings nicht barrierefrei. Die Rampen sind zu steil. Der Umweg ist zudem zeitaufwändig. Eine Reise von Lüneburg zum Hamburger Hauptbahnhof dauert so mindestens doppelt so lange wie sonst. Spontane Unterstützung vom Mobilitätsservice der Deutschen Bahn gibt es für den steilen Umweg in Harburg nicht, sondern nur bei Anmeldung mindestens einen Tag vorher, heißt es in der Presseinformation der Akteur*innen.
"Die Bahn hätte längst im Zuge von Bauarbeiten an der Südseite des Hamburger Hauptbahnhofs einen barrierefreien Ersatz schaffen können. Dort wurde ohnehin vom Steintordamm aus ein neuer Zugang zu den Bahnsteigen geschaffen – ausschließlich mit Treppe!", kritisiert Cécile Lecomte, eine bei ROBIN WOOD und der anti-ableistischen Aktion engagierte behinderte Aktivistin. "Hamburg ist ein Fall von vielen. Wir wollen umweltfreundlich mobil sein, aber heute ist in Deutschland der öffentliche Nah- und Fernverkehr voller Barrieren. Das befördert die Klimakrise, behindert Millionen Menschen und muss aufhören! Deutschland muss endlich die UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen!"
Diese Konvention gilt seit 2009 auch in Deutschland, wird jedoch nicht angemessen umgesetzt. Das sollte eigentlich mit der Novelle des Behindertengleichstellungs-Gesetzes (BGG) passieren, die nach der parlamentarischen Sommerpause im Bundestag zur Verabschiedung ansteht. Doch darin räumt der Gesetzgeber für die Schaffung von Barrierefreiheit in öffentlichen Bestandsgebäuden eine Umsetzungsfrist bis 2045 ein. Die Privatwirtschaft darf den Abbau von Barrieren sogar unterlassen, wenn dies eine unverhältnismäßige Belastung darstellt.
"Barrieren werden durch das neue BGG leider nicht bekämpft, sondern legalisiert. Auch für Bahnfahrende bringt das neue Gesetz keine Verbesserungen. Die Möglichkeit etwa, Schadensersatz zu verlangen, wird ausdrücklich begrenzt und der Weg dorthin aufwändig bürokratisch gestaltet", sagt Lecomte.
"Solange Menschen mit Behinderung als Last gesehen werden, wird es keine Inklusion geben. Das ist ableistisch und ein Ausdruck kapitalistischer Verhältnisse, weil wir als ‚nicht produktiv‘ angesehen werden und somit als ‚weniger wert‘. Dieser Blickwinkel muss sich ändern. Inklusion ist kein Kostenfaktor, sondern ein Menschenrecht!", sagt Joni von der anti-ableistischen Aktion. Betroffen sind von den Barrieren viele: Fast jede*r Zehnte in Deutschland lebt mit einer schweren Behinderung. Zudem brauchen auch Zugreisende mit Kinderwagen oder Fahrrädern die Aufzüge.
Vorschläge und Forderungen der Aktiven an die Deutsche Bahn (DB) im Überblick:
Entschädigung bei Barrieren sowie Umwegen aufgrund von Barrieren;-
Garantie der DB, dass Aufzüge zügig innerhalb von wenigen Stunden repariert werden und Ersatzteile auf Vorrat bereit liegen;
bei Ausfall von Aufzügen Angebot alternativer Zugänge über einen anderen barrierefreien Weg (Wege mit über sechs Prozent Steigung oder mit Kopfsteinpflaster oder Kleinpflaster wie in Harburg sind nicht barrierefrei.);
Verpflichtung der DB, sofort mehr Personal rund um die Uhr einzusetzen und spontane Unterstützung für Menschen mit Gehhilfen, Kinderwagen oder anderen Einschränkungen anzubieten – auch bei Umwegen und ohne vorherige Anmeldung.





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