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Streichung des Sofortzuschlags stoppen

Zwei Hände halten eine leere geöffnete Geldbörse
Zwei Hände halten eine leere geöffnete Geldbörse
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MAINZ (kobinet)

Kinderarmut zeigt sich nicht in Statistiken, sondern im Alltag von Familien, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Der Kinderschutzbund Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. hat deshalb die rheinland-pfälzischen Bundestagsabgeordneten von CDU, Grünen, Linken und SPD aufgefordert, die geplante Streichung des Sofortzuschlags für Familien im Kinderzuschlag in Höhe von 25 Euro monatlich nicht mitzutragen. Der Regelbedarf für ein Kind zwischen null und fünf Jahren liegt 2026 bei 357 Euro im Monat. Davon sind 117,15 Euro für Ernährung vorgesehen, umgerechnet 3,91 Euro am Tag. Für Bildung und Kultur bleiben 1,93 Euro im Monat übrig. Ein Betrag, in dem weder Buntstifte noch ein Buch oder ein Ausmalheft Platz finden.

Der Sofortzuschlag wurde 2022 als Übergangslösung eingeführt, zunächst mit 20, später mit 25 Euro, bis die geplante Kindergrundsicherung greifen sollte. Diese Reform ist gescheitert. Der Zuschlag ist geblieben und hat seither zumindest einen Teil der finanziellen Belastungen einkommensarmer Familien abgefedert. "Für Sie, für mich und viele andere wäre der Verlust von 25 Euro im Monat verkraftbar. Für Familien, die schon heute mit jedem Cent rechnen müssen, ist das kein kleiner Betrag", erklärt Klaus Peter Lohest, Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes RLP.

Was in der Kindheit an finanzieller Sicherheit fehlt, holt viele Betroffene später wieder ein. Kinderarmut wirkt langfristig: Junge Menschen aus Familien mit längerem Bürgergeldbezug beginnen seltener eine Ausbildung und sind später häufiger selbst auf Grundsicherung angewiesen. Lohest: "Wer heute an der Unterstützung für Familien spart, nimmt in Kauf, dass sich diese Kosten in einer anderen Form später wieder zeigen, bei den Betroffenen selbst und im Sozialsystem."

Der Verband warnt zugleich vor weiteren geplanten Belastungen für Familien: darunter Einschränkungen beim Unterhaltsvorschuss und Wohngeld sowie Kürzungen in der Kinder-und Jugendhilfe. "Wer Kinderarmut ignoriert, verbaut diesen Kindern ihre Zukunft", so Lohest weiter.

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