München (kobinet)
Marta Berndorfer hat einen Leser-Brief geschrieben.
Ein Leser-Brief ist ein Brief an eine Zeitung.
Eine Person schreibt ihre Meinung zu einem Artikel.
Sie kritisiert einen Artikel der Süddeutschen Zeitung.
Es geht um barriere-freie Toiletten.
Barriere-frei bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen. Niemand wird ausgeschlossen.
Ein Leser hat dem Magazin eine Frage geschrieben.
Er arbeitet in einem Konzert-Haus.
Ein Konzert-Haus ist ein großes Gebäude. Dort spielen Menschen Musik für viele Gäste.
Vor den Toiletten bilden sich oft lange Schlangen.
Deshalb nutzen Gäste ohne Behinderung manchmal die barriere-freie Toilette.
Der Leser fragt: Was soll er tun?
Die Journalistin Johanna Adorjan hat diese Frage beantwortet.
Eine Journalistin ist eine Frau. Sie schreibt Texte für Zeitung, Radio oder Internet.
Marta Berndorfer hat diesen Artikel gelesen.
Sie war sehr verärgert darüber.
Sie hat ihren Leser-Brief an kobinet-nachrichten geschickt.
kobinet-nachrichten veröffentlicht diesen Brief hier.
Der Artikel erschien am 20. August 2026.
Der Artikel erschien im Magazin der Süddeutschen Zeitung.
Der Titel lautet:
Die barriere-freie Toilette ist nur für Menschen mit Behinderung – oder?
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe Ihren Artikel gelesen.
Ich war sehr verärgert darüber.
Die Verfasserin kennt 2 Gruppen nicht gut.
Eine Verfasserin ist eine Frau, die einen Text geschrieben hat.
Sie kennt Konzert-Besucher ohne Behinderung nicht gut.
Sie kennt auch die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung nicht.
Bedürfnisse sind Dinge, die eine Person braucht.
Das können Ruhe, Hilfe oder besondere Unterstützung sein.
In der Konzert-Pause brauchen viele Menschen mit Behinderung eine Toilette.
Dabei haben sie besondere Probleme.
Diese Probleme erkläre ich jetzt.
Viele Menschen mit Behinderung bewegen sich langsamer.
Sie brauchen viel mehr Zeit auf der Toilette.
Ein Beispiel: Jemand sitzt im Roll-Stuhl.
Ein Roll-Stuhl ist ein Sessel mit Rädern. Menschen können damit fahren, wenn sie nicht gehen können.
Diese Person muss ihre Kleidung öffnen.
Dann muss sie sich ohne Kraft in den Beinen auf das WC setzen.
Danach muss alles in umgekehrter Reihenfolge wieder getan werden.
Das braucht sehr viel Zeit.
Manche Menschen können ihre Blase oder ihren Darm nicht normal entleeren.
Entleeren bedeutet: den Körper auf der Toilette benutzen.
Sie brauchen dafür besondere Hilfs-Mittel.
Ein Hilfs-Mittel ist ein Werkzeug. Es macht das Leben leichter.
Vor und nach dem Toiletten-Gang müssen sie sich besonders gründlich sauber machen.
Fast alle Menschen mit Behinderung brauchen mindestens doppelt so lange auf der Toilette.
Das ist keine Wahl.
Das ist eine Notwendigkeit.
Notwendigkeit bedeutet: Man braucht etwas unbedingt. Man kann es nicht ändern.
Marta Berndorfer meint: Die Autorin nimmt diese Probleme nicht ernst.
Für sie scheinen Konzert-Besucher ohne Behinderung wichtiger zu sein.
Manche Gäste stellen sich vor die Tür der barriere-freien Toilette.
Sie blockieren die Toilette.
Sie denken nur an sich selbst.
Das stört die Autorin anscheinend nicht.
Am Ende des Artikels gibt die Autorin dem Leser einen Rat.
Die Autorin sagt: Der Leser soll eine andere Arbeit suchen.
Marta Berndorfer findet das völlig falsch.
Das ist kein Zufall.
In Deutschland werden die Rechte von Menschen mit Behinderung weniger beachtet.
Barriere-Freiheit im öffentlichen Raum war bisher gesetzlich vorgeschrieben.
Öffentlicher Raum bedeutet: Orte, die alle Menschen nutzen können. Zum Beispiel Bahnhöfe oder Konzert-Häuser.
Jetzt wollen manche Politiker diese Regel ändern.
Das ist kein Einzel-Fall.
Die Eingliederungs-Hilfe soll gekürzt werden.
Eingliederungs-Hilfe bedeutet: Menschen mit Behinderung bekommen Hilfe. Sie sollen am Leben in der Gesellschaft teil-nehmen können.
Diese Hilfe bekommen auch Kinder und Jugendliche mit Behinderung.
Auch die Pflege-Versicherung soll weniger Leistungen zahlen.
Die Pflege-Versicherung zahlt Geld, wenn man krank ist und Hilfe braucht. Alle Menschen zahlen jeden Monat etwas ein. Damit können kranke Menschen Hilfe bekommen.
Ich kaufe Ihre Zeitung seit 52 Jahren.
Ich war damals 18 Jahre alt.
Das ist ein Abo. Abo bedeutet: Man bekommt etwas regelmäßig. Zum Beispiel jeden Monat eine Zeitung.
Ich werde Ihre Artikel künftig sehr genau lesen.
Wenn sich nichts ändert, kündige ich mein Abo.
Mit freundlichen Grüßen
Marta Berndorfer
Foto: KSL Düsseldorf
München (kobinet)
"Die barrierefreie Toilette ist nur für Menschen mit Behinderung – oder?" So lautet der Titel eines Beitrags des Magazin der Süddeutschen Zeitung vom 20. August 2026. "Unser Leser arbeitet in einem Konzerthaus. Die Schlangen vor den Toiletten sind oft lang, deshalb weichen Gäste ohne Behinderung auf das barrierefreie WC aus. Wie soll er damit umgehen?" ist die Ausgangsfrage, auf die die Journalistin Johanna Adorjan so antwortet, dass Marta Berndorfer einen verärgerten Leserbrief darauf verfasst hat, den sie den kobinet-nachrichten mit dem Hinweis auf den Beitrag zur Veröffentlichung zugesandt hat.
Feedback zum Artikel: Die barrierefreie Toilette ist nur für Menschen mit Behinderung – oder? - https://sz.de/li.3531154
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit der allergrößten Verärgerung las ich Ihren obigen Artikel.
Der Verfasserin scheinen die Bedürfnisse nicht behinderter KonzertbesucherInnen wohl bekannt zu sein, nicht aber die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung.
Menschen mit Behinderung, die in der Konzertpause eine Toilette aufsuchen müssen, stehen vor folgenden Problemen:
Viele Betroffene sind physisch verlangsamt und benötigen wesentlich mehr Zeit auf der Toilette. Stellen Sie sich vor, Sie wären gelähmt, würden in Ihrem Rollstuhl sitzen und müssten nun Ihre Kleidung entsprechend öffnen und sich ohne Kraft in den Beinen aufs WC umsetzen. Und danach müssten Sie die gleiche Prozedur in umgekehrter Reihenfolge durchführen.
Es gibt Menschen, die ihre Blase oder ihren Darm nicht auf natürlichem Weg entleeren können, sondern dies mittels diverser Hilfsmittel tun müssen. Hierfür bedarf es verschiedener vorbereitender und nachbereitender Hygienemaßnahmen.
Kaum ein Mensch mit Behinderung benötigt nicht mindestens die doppelte Zeit, um einen Toilettengang zu bewerkstelligen.
Aber aus Sicht der Autorin scheint dies alles nicht wichtig zu sein, im Vordergrund scheint für sie das Interesse nicht behinderter KonzertbesucherInnen zu stehen. Auch dass diese verständnislos und egoistisch reagieren, scheint sie nicht zu stören.
Dass sie zum Schluss dem Fragesteller auch noch die Empfehlung gibt, sich eine andere Stellung zu suchen, schlägt dem Fass den Boden aus!
Dieser Tenor passt leider nur zu sehr in den Kanon aktueller politischer Strömungen, die die Rechte und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung immer mehr negieren. So werden derzeit auf gesetzgeberischer Ebene Leistungen der Eingliederungshilfe zusammengestrichen, die bisher die Inklusion von Kindern und Jugendlichen unterstützt haben, bei Leistungen der Pflegeversicherung laufen die gleichen Bestrebungen. Während Barrierefreiheit im öffentlichen Raum bisher gesetzlich verpflichtend war, wird mittlerweile auch hier vieles in Frage gestellt.
Ich werde künftig die einschlägigen Artikel in der SZ sehr aufmerksam verfolgen und ggf. mein Abonnement, das ich seit meinem 18. Lebensjahr, also seit 52 Jahren habe, kündigen.
Mit freundlichen Grüßen
Marta Berndorfer
Foto: KSL Düsseldorf
München (kobinet)
"Die barrierefreie Toilette ist nur für Menschen mit Behinderung – oder?" So lautet der Titel eines Beitrags des Magazin der Süddeutschen Zeitung vom 20. August 2026. "Unser Leser arbeitet in einem Konzerthaus. Die Schlangen vor den Toiletten sind oft lang, deshalb weichen Gäste ohne Behinderung auf das barrierefreie WC aus. Wie soll er damit umgehen?" ist die Ausgangsfrage, auf die die Journalistin Johanna Adorjan so antwortet, dass Marta Berndorfer einen verärgerten Leserbrief darauf verfasst hat, den sie den kobinet-nachrichten mit dem Hinweis auf den Beitrag zur Veröffentlichung zugesandt hat.
Feedback zum Artikel: Die barrierefreie Toilette ist nur für Menschen mit Behinderung – oder? - https://sz.de/li.3531154
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit der allergrößten Verärgerung las ich Ihren obigen Artikel.
Der Verfasserin scheinen die Bedürfnisse nicht behinderter KonzertbesucherInnen wohl bekannt zu sein, nicht aber die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung.
Menschen mit Behinderung, die in der Konzertpause eine Toilette aufsuchen müssen, stehen vor folgenden Problemen:
Viele Betroffene sind physisch verlangsamt und benötigen wesentlich mehr Zeit auf der Toilette. Stellen Sie sich vor, Sie wären gelähmt, würden in Ihrem Rollstuhl sitzen und müssten nun Ihre Kleidung entsprechend öffnen und sich ohne Kraft in den Beinen aufs WC umsetzen. Und danach müssten Sie die gleiche Prozedur in umgekehrter Reihenfolge durchführen.
Es gibt Menschen, die ihre Blase oder ihren Darm nicht auf natürlichem Weg entleeren können, sondern dies mittels diverser Hilfsmittel tun müssen. Hierfür bedarf es verschiedener vorbereitender und nachbereitender Hygienemaßnahmen.
Kaum ein Mensch mit Behinderung benötigt nicht mindestens die doppelte Zeit, um einen Toilettengang zu bewerkstelligen.
Aber aus Sicht der Autorin scheint dies alles nicht wichtig zu sein, im Vordergrund scheint für sie das Interesse nicht behinderter KonzertbesucherInnen zu stehen. Auch dass diese verständnislos und egoistisch reagieren, scheint sie nicht zu stören.
Dass sie zum Schluss dem Fragesteller auch noch die Empfehlung gibt, sich eine andere Stellung zu suchen, schlägt dem Fass den Boden aus!
Dieser Tenor passt leider nur zu sehr in den Kanon aktueller politischer Strömungen, die die Rechte und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung immer mehr negieren. So werden derzeit auf gesetzgeberischer Ebene Leistungen der Eingliederungshilfe zusammengestrichen, die bisher die Inklusion von Kindern und Jugendlichen unterstützt haben, bei Leistungen der Pflegeversicherung laufen die gleichen Bestrebungen. Während Barrierefreiheit im öffentlichen Raum bisher gesetzlich verpflichtend war, wird mittlerweile auch hier vieles in Frage gestellt.
Ich werde künftig die einschlägigen Artikel in der SZ sehr aufmerksam verfolgen und ggf. mein Abonnement, das ich seit meinem 18. Lebensjahr, also seit 52 Jahren habe, kündigen.
Mit freundlichen Grüßen
Marta Berndorfer





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