BERLIN (kobinet)
Am 12. August 2026 hat das Bundes-Kabinett ein neues Gesetz besprochen.
Das Bundes-Kabinett ist die Runde der Minister.
Die Minister leiten zusammen die Bundes-Regierung.
Das Gesetz heißt: Erstes Kinder- und Jugend-Hilfe-Struktur-Reform-Gesetz.
Dieses Gesetz regelt die Hilfe für Kinder und Jugendliche in Deutschland.
Das Gesetz soll Hilfen für Kinder und Jugendliche zusammenbringen.
Es geht um Kinder und Jugendliche mit Behinderung.
Eine Behinderung macht manche Dinge schwieriger.
Man braucht oft mehr Hilfe als andere Menschen.
Alle Hilfen sollen an einer Stelle sein.
Das Deutsche Rote Kreuz findet dieses Ziel gut.
Das Deutsche Rote Kreuz wird auch DRK genannt.
Aber das DRK hat auch Kritik an dem Gesetz.
Kritik bedeutet: Man sagt, was nicht gut ist.
Das DRK sagt: Das Gesetz denkt zu viel an Kosten.
Kosten bedeutet: Wie viel Geld etwas kostet.
Das Gesetz denkt zu wenig daran, alle Kinder einzubeziehen.
Marc Nellen arbeitet beim DRK.
Marc Nellen ist zuständig für Kinder-, Jugend- und Wohl-fahrts-pflege.
Wohl-fahrts-pflege bedeutet: Hilfe für Menschen, die Unterstützung brauchen.
Marc Nellen sagt: Kinder, Jugendliche und Familien brauchen verlässliche Hilfe.
Verlässlich bedeutet: Man kann sich sicher darauf verlassen.
Diese Hilfe soll leicht erreichbar sein.
Man darf das Gesetz nicht nur nach Kosten bewerten.
Das DRK sagt: Inklusive Kinder- und Jugend-Hilfe ist wichtig.
Inklusiv bedeutet: Alle Menschen können mitmachen.
Jeder Mensch gehört dazu.
Diese Hilfe ist eine Investition in Kinder und Jugendliche.
Investition bedeutet: Man gibt jetzt Geld aus, damit es später besser wird.
Das DRK warnt noch vor etwas anderem.
Die Kosten für Kinder-Hilfe sind gestiegen.
Es gibt mehr Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen.
Psychische Probleme bedeutet: Probleme mit den Gedanken oder Gefühlen.
Deshalb brauchen mehr Kinder Hilfe.
Manche Kinder bekommen zu spät Hilfe.
Manche Kinder bekommen gar keine Hilfe.
Dann wird alles schlimmer.
Dann entstehen später noch höhere Kosten.
Das DRK sagt: Frühe Hilfe ist deshalb besser und günstiger.
Das DRK kritisiert einen Teil des Gesetzes besonders.
Dieser Teil heißt: Experimentier-Klausel.
Eine Klausel ist eine Regel in einem Gesetz.
Eine Experimentier-Klausel erlaubt es, neue Dinge auszuprobieren.
Ab 2028 dürfen einzelne Städte neue Regeln ausprobieren.
Die neuen Regeln gelten dann aber nur in manchen Städten.
Das DRK findet das nicht gut.
Marc Nellen nennt das einen Flecken-Teppich.
Flecken-Teppich bedeutet hier: In jeder Stadt gelten andere Regeln.
Das ist nicht fair für junge Menschen.
Es sollte überall in Deutschland die gleichen Regeln geben.
Das DRK kritisiert noch etwas im Gesetz.
Das Gesetz sagt: Zuerst kommen die allgemeinen Angebote.
Danach erst kommen die persönlichen Hilfen für einzelne Kinder.
Das DRK findet das falsch.
Manche Kinder brauchen besondere, persönliche Hilfe.
Diese Hilfe darf nicht erst an zweiter Stelle kommen.
Das DRK stellt klare Forderungen.
Eine Forderung ist ein Wunsch, den man laut sagt.
Man will etwas bekommen oder verändern.
Eine Forderung ist: Es muss einen genauen Zeit-Plan geben.
Für diesen Zeit-Plan muss genug Geld da sein.
Eine weitere Forderung ist: Die Regeln sollen überall in Deutschland gleich sein.
Außerdem muss jemand die Übergangs-Zeit bezahlen.
Übergangs-Zeit bedeutet: Die Zeit, in der man von alten zu neuen Regeln wechselt.
Und jedes Kind muss die Hilfe bekommen, die es braucht.
Marc Nellen sagt noch einmal klar:
Inklusive Kinder- und Jugend-Hilfe spart jetzt kein Geld.
Aber sie ist eine Investition in Kinder und Jugendliche.
Alle jungen Menschen sollen mitmachen können.
Sie sollen sicher sein und Hilfe bekommen, wenn sie sie brauchen.
Foto: Antranias In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
BERLIN (kobinet)
Am 12. August 2026 befasste sich das Bundeskabinett mit dem Ersten Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) unterstützt das Ziel, Hilfen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe zusammenzuführen. Gleichzeitig kritisiert der Verband, dass die Reform den Schwerpunkt von einer inklusiven Lösung hin zu einem kostenorientierten Umbau des Hilfesystems verschiebe.
"Kinder, Jugendliche und ihre Familien brauchen leicht zugängliche und verlässliche Unterstützung aus einer Hand. Die Reform darf nicht in erster Linie danach bewertet werden, wo sich kurzfristig Kosten senken lassen", sagte Marc Nellen, Leiter des Bereichs Jugend und Wohlfahrtspflege im DRK-Generalsekretariat. Inklusive Kinder- und Jugendhilfe sei eine Investition in Teilhabe, Schutz und Zukunftschancen.
Das DRK warnt davor, gestiegene Ausgaben undifferenziert als Beleg für ein ineffizientes Hilfesystem zu betrachten. Ein erheblicher Teil der Kostenentwicklung gehe auf eine gestiegene Zahl an Kindern und Jugendlichen mit psychischen Beeinträchtigungen zurück. Zu spät gewährte oder verweigerte Hilfen könnten Belastungen verfestigen und langfristig höhere soziale und finanzielle Folgekosten verursachen.
Kritik übt das DRK an der Experimentierklausel, die es Ländern ermöglicht, ab 2028 in ausgewählten Kommunen eine gemeinsame Zuständigkeit nach dem SGB VIII zu erproben. "Die Klausel birgt die Gefahr eines Flickenteppichs zulasten der Versorgungsqualität der jungen Menschen", so Nellen. Statt einer einheitlichen bundesweiten Lösung führe sie zu unterschiedlichen Umsetzungsständen. Zudem stehe die vorgesehene Vorrangstellung von Regelangeboten vor individuellen Ansprüchen in der Kritik. Solange inklusive und präventive Regelstrukturen nicht flächendeckend und bedarfsgerecht ausgebaut seien, bestehe die Gefahr, dass Betroffene keine passende Unterstützung erhielten.
Das DRK fordert einen verbindlichen und mit Ressourcen hinterlegten Zeitplan für die Gesamtzuständigkeit, bundesweit vergleichbare Standards, eine verlässliche Finanzierung der Transformationsphase und die uneingeschränkte Sicherung bedarfsgerechter individueller Hilfen. "Inklusive Kinder- und Jugendhilfe ist kein kurzfristiges Sparinstrument, sondern eine Investition in Teilhabe, Schutz und Zukunftschancen junger Menschen", betonte Nellen.
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BERLIN (kobinet)
Am 12. August 2026 befasste sich das Bundeskabinett mit dem Ersten Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) unterstützt das Ziel, Hilfen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe zusammenzuführen. Gleichzeitig kritisiert der Verband, dass die Reform den Schwerpunkt von einer inklusiven Lösung hin zu einem kostenorientierten Umbau des Hilfesystems verschiebe.
"Kinder, Jugendliche und ihre Familien brauchen leicht zugängliche und verlässliche Unterstützung aus einer Hand. Die Reform darf nicht in erster Linie danach bewertet werden, wo sich kurzfristig Kosten senken lassen", sagte Marc Nellen, Leiter des Bereichs Jugend und Wohlfahrtspflege im DRK-Generalsekretariat. Inklusive Kinder- und Jugendhilfe sei eine Investition in Teilhabe, Schutz und Zukunftschancen.
Das DRK warnt davor, gestiegene Ausgaben undifferenziert als Beleg für ein ineffizientes Hilfesystem zu betrachten. Ein erheblicher Teil der Kostenentwicklung gehe auf eine gestiegene Zahl an Kindern und Jugendlichen mit psychischen Beeinträchtigungen zurück. Zu spät gewährte oder verweigerte Hilfen könnten Belastungen verfestigen und langfristig höhere soziale und finanzielle Folgekosten verursachen.
Kritik übt das DRK an der Experimentierklausel, die es Ländern ermöglicht, ab 2028 in ausgewählten Kommunen eine gemeinsame Zuständigkeit nach dem SGB VIII zu erproben. "Die Klausel birgt die Gefahr eines Flickenteppichs zulasten der Versorgungsqualität der jungen Menschen", so Nellen. Statt einer einheitlichen bundesweiten Lösung führe sie zu unterschiedlichen Umsetzungsständen. Zudem stehe die vorgesehene Vorrangstellung von Regelangeboten vor individuellen Ansprüchen in der Kritik. Solange inklusive und präventive Regelstrukturen nicht flächendeckend und bedarfsgerecht ausgebaut seien, bestehe die Gefahr, dass Betroffene keine passende Unterstützung erhielten.
Das DRK fordert einen verbindlichen und mit Ressourcen hinterlegten Zeitplan für die Gesamtzuständigkeit, bundesweit vergleichbare Standards, eine verlässliche Finanzierung der Transformationsphase und die uneingeschränkte Sicherung bedarfsgerechter individueller Hilfen. "Inklusive Kinder- und Jugendhilfe ist kein kurzfristiges Sparinstrument, sondern eine Investition in Teilhabe, Schutz und Zukunftschancen junger Menschen", betonte Nellen.





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