BERLIN (kobinet)
Die Bundes-Regierung hat einen neuen Beschluss gefasst.
Ein Beschluss ist eine Entscheidung von einer Gruppe.
Der Beschluss betrifft ein neues Gesetz.
Das Gesetz heißt: Erstes Gesetz zur Struktur-Reform der Kinder- und Jugend-Hilfe.
Eine Struktur-Reform bedeutet: Ein ganzes System wird neu gebaut.
Viele Regeln und Abläufe werden dann anders gemacht.
Kinder- und Jugend-Hilfe bedeutet: Der Staat hilft Kindern und Familien.
Joachim Rock hat etwas zu diesem Beschluss gesagt.
Joachim Rock ist Chef des Paritätischen Gesamt-Verbandes.
Der Paritätische Gesamt-Verband ist ein großer Zusammen-schluss von Hilfs-Organisationen in Deutschland.
Diese Organisationen helfen Menschen, die Unterstützung brauchen.
Joachim Rock ist sehr unzufrieden mit dem neuen Gesetz.
Die Bundes-Regierung wollte Hilfe für alle Kinder.
Auch für Kinder mit Behinderung sollte die Hilfe besser werden.
Das nennt man Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen machen gemeinsam mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Dieses Ziel hat die Regierung jetzt aufgegeben.
Das ist ein großes Problem für viele Familien.
Familien mit einem Kind mit Behinderung haben es besonders schwer.
Sie müssen 2 verschiedene Gesetze beachten.
Das hängt von der Art der Behinderung des Kindes ab.
Das ist sehr kompliziert.
Joachim Rock findet: Das ist auch unfair.
Es gibt auch ein Problem bei der Schul-Begleitung.
Schul-Begleitung bedeutet: Eine Person hilft einem Kind in der Schule.
Kinder mit seelischer Behinderung brauchen oft besondere Hilfe.
Seelische Behinderung bedeutet: Das Kind hat starke Probleme mit Gefühlen oder mit dem Denken.
Diese Probleme machen das Leben sehr schwer.
Das neue Gesetz sagt: Diese Kinder sollen zuerst Hilfe in einer Gruppe bekommen.
Das bedeutet: Das Kind bekommt Hilfe zusammen mit anderen Kindern.
Erst danach ist eine persönliche Hilfe möglich.
Auch die Hilfe für Familien wird schlechter.
Familien-Hilfe bedeutet: Eine Fach-Kraft kommt zur Familie nach Hause.
Die Fach-Kraft hilft der Familie bei schwierigen Problemen.
Das neue Gesetz sagt: Familien bekommen statt Familien-Hilfe einen Kita-Platz.
Kita bedeutet: Kinder-Tages-Stätte.
Abends und am Wochen-Ende gibt es dann keine Hilfe mehr.
Das löst die Probleme vieler Familien nicht.
Joachim Rock sagt: Frühe Hilfe kostet später weniger Geld.
Ohne Hilfe können Jugendliche später wohnungslos werden.
Wohnungslos bedeutet: Ein Mensch hat keine Wohnung.
Der Mensch hat keinen festen Platz zum Schlafen.
Oder Jugendliche brechen ihre Aus-bildung ab.
In einer Aus-bildung lernst du einen Beruf.
Du lernst in einer Schule und in einem Betrieb.
Das kostet alle Menschen in Deutschland am Ende mehr Geld.
Deshalb fordert der Paritätische Gesamt-Verband den Bundes-Tag zum Handeln auf.
Der Bundes-Tag ist das Parlament in Deutschland.
Die Menschen in Deutschland wählen die Politiker im Bundes-Tag.
Der Bundes-Tag muss das Gesetz verbessern.
Das Gesetz soll wirklich Kindern und Familien helfen.
Es soll nicht nur Geld sparen.
Foto: Der Paritätische, Landesverband Brandenburg e.V.
BERLIN (kobinet)
Aus Anlass des heutigen Kabinettsbeschlusses zum Ersten Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe äußert sich Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, wie folgt: "Die Bundesregierung tritt mit dem Anspruch an, die Kinder- und Jugendhilfe endlich zukunftsfest und inklusiv aufzustellen. Davon ist der heutige Kabinettsbeschluss so weit entfernt wie nie zuvor. Die Regierung verspricht Teilhabe für alle. Herausgekommen ist das Gegenteil. Unterm Strich bleibt eine Verwaltungslogik, die an Akten und Zuständigkeiten denkt und an der Lebenswirklichkeit vorbeigeht. Dieses Gesetz überzeugt im Kabinett, aber scheitert im Alltag der Familien."
Die größte Enttäuschung besteht nach den Worten des Hauptgeschäftsführers des Paritätischen Gesamtverbandes darin, dass die Idee einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe wird komplett aufgegeben wird, "...und mit ihr die Verpflichtungen der UN-Behindertenrechtskonvention", betont Joachim Rock. Familien mit einem Kind mit Behinderung müssen sich somit weiterhin durch zwei Sozialgesetzbücher kämpfen, je nachdem, ob die Behinderung als seelisch, geistig oder körperlich gilt. Zwar wird eine Experimentierklausel für inklusive Leistungen behauptet; doch die kleinteilige juristische Regelung erstickt jede echte Erprobung im Keim.
Auch beim Thema Bildungsassistenz zeigt sich nach der Einschätzung des Hauptgeschäftsführers des Paritätischen Gesamtverbandes die Realitätsferne: Ausgerechnet Kindern mit seelischer Behinderung, deren Bedarfe höchst unterschiedlich sind, wird künftig zuerst ein Gruppenangebot zugemutet, bevor überhaupt ein Einzelantrag möglich ist. Hier wird nicht nach Bedarf entschieden, sondern nach Kassenlage aussortiert.
Und auch bei den klassischen Hilfen zur Erziehung wird, wie der Paritätische Gesamtverband feststellt, an der falschen Stelle gespart. Familienhilfe wird durch einen Kita-Platz ersetzt, häusliche Probleme am Abend und am Wochenende bleiben ungelöst. Aus der betreuten Wohngruppe wird ein WG-Zimmer, weil es vermeintlich weniger kostet. Dabei ist gerade frühzeitige, ausreichend intensive Begleitung ist auf Dauer günstiger als spätere Wohnungslosigkeit, abgebrochene Ausbildungen oder Jugendkriminalität.
"Stillschweigend beerdigt die Regierung langjährige politische Inklusionsziele und spart bei Unterstützung für Familien. Wir erwarten, dass der Bundestag im weiteren Verfahren deutlich nachbessert. Wir brauchen eine Reform, die Kindern und Familien hilft, keine, die allein der kurzfristigen Haushaltssanierung dient." so der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes zum heutigen Kabinettsbeschluss zum Ersten Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe.
Foto: Der Paritätische, Landesverband Brandenburg e.V.
BERLIN (kobinet)
Aus Anlass des heutigen Kabinettsbeschlusses zum Ersten Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe äußert sich Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, wie folgt: "Die Bundesregierung tritt mit dem Anspruch an, die Kinder- und Jugendhilfe endlich zukunftsfest und inklusiv aufzustellen. Davon ist der heutige Kabinettsbeschluss so weit entfernt wie nie zuvor. Die Regierung verspricht Teilhabe für alle. Herausgekommen ist das Gegenteil. Unterm Strich bleibt eine Verwaltungslogik, die an Akten und Zuständigkeiten denkt und an der Lebenswirklichkeit vorbeigeht. Dieses Gesetz überzeugt im Kabinett, aber scheitert im Alltag der Familien."
Die größte Enttäuschung besteht nach den Worten des Hauptgeschäftsführers des Paritätischen Gesamtverbandes darin, dass die Idee einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe wird komplett aufgegeben wird, "...und mit ihr die Verpflichtungen der UN-Behindertenrechtskonvention", betont Joachim Rock. Familien mit einem Kind mit Behinderung müssen sich somit weiterhin durch zwei Sozialgesetzbücher kämpfen, je nachdem, ob die Behinderung als seelisch, geistig oder körperlich gilt. Zwar wird eine Experimentierklausel für inklusive Leistungen behauptet; doch die kleinteilige juristische Regelung erstickt jede echte Erprobung im Keim.
Auch beim Thema Bildungsassistenz zeigt sich nach der Einschätzung des Hauptgeschäftsführers des Paritätischen Gesamtverbandes die Realitätsferne: Ausgerechnet Kindern mit seelischer Behinderung, deren Bedarfe höchst unterschiedlich sind, wird künftig zuerst ein Gruppenangebot zugemutet, bevor überhaupt ein Einzelantrag möglich ist. Hier wird nicht nach Bedarf entschieden, sondern nach Kassenlage aussortiert.
Und auch bei den klassischen Hilfen zur Erziehung wird, wie der Paritätische Gesamtverband feststellt, an der falschen Stelle gespart. Familienhilfe wird durch einen Kita-Platz ersetzt, häusliche Probleme am Abend und am Wochenende bleiben ungelöst. Aus der betreuten Wohngruppe wird ein WG-Zimmer, weil es vermeintlich weniger kostet. Dabei ist gerade frühzeitige, ausreichend intensive Begleitung ist auf Dauer günstiger als spätere Wohnungslosigkeit, abgebrochene Ausbildungen oder Jugendkriminalität.
"Stillschweigend beerdigt die Regierung langjährige politische Inklusionsziele und spart bei Unterstützung für Familien. Wir erwarten, dass der Bundestag im weiteren Verfahren deutlich nachbessert. Wir brauchen eine Reform, die Kindern und Familien hilft, keine, die allein der kurzfristigen Haushaltssanierung dient." so der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes zum heutigen Kabinettsbeschluss zum Ersten Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe.





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