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Neues Buch fordert grundlegendes Umdenken in der Assistenzpolitik

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Foto: Susanne Göbel

Egweil (kobinet) Warum werden Menschen mit Assistenz immer noch als "Leistungsempfänger" bezeichnet? Ein neues Buch von Christian "Atila" Mayer mit dem Titel "Der Projektleiter seines Lebens – Warum Menschen mit Assistenz keine Leistungsempfänger sind" fordert ein grundlegendes Umdenken in der Assistenzpolitik. "Viele Menschen mit persönlicher Assistenz organisieren ihr Leben selbst. Sie stellen Assistentinnen und Assistenten ein, erstellen Dienstpläne, führen Gespräche mit Mitarbeitenden und tragen Verantwortung für ein ganzes Team. In der Wirtschaft würde man dafür einen klaren Begriff verwenden: Projektleitung. Im bestehenden System werden diese Menschen jedoch weiterhin meist als 'Leistungsempfänger' bezeichnet", heißt es vom Autor des Buches.

Der Autor Christian „Atila“ Mayer stellt diese Perspektive in seinem neuen Buch „Der Projektleiter seines Lebens – Warum Menschen mit Assistenz keine Leistungsempfänger sind“ grundsätzlich in Frage. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Assistenzgeber beschreibt Mayer eine Realität, die in politischen Debatten über Assistenz und Eingliederungshilfe oft kaum sichtbar ist. „Viele Assistenznehmer organisieren ihr Leben jeden Tag selbst. Sie tragen Verantwortung für ihr Assistenzteam, für Entscheidungen und für ihr eigenes Leben. Trotzdem behandelt unser System sie häufig wie Empfänger von Hilfe“, sagt Mayer. Das Buch analysiert nicht nur die aktuelle Situation der Assistenz in Deutschland, sondern stellt auch eine unbequeme Frage: Warum wird Selbstbestimmung politisch gefordert, aber im System oft nur begrenzt zugelassen? Während Politik und Verwaltung zunehmend über Kostensteigerungen und Steuerung diskutieren, erleben viele Menschen mit Assistenz gleichzeitig wachsende Bürokratie und Einschränkungen ihrer Handlungsspielräume. Mayer kritisiert dabei nicht einzelne Lebensformen. Werkstätten, Einrichtungen und Assistenzdienste hätten für viele Menschen ihre Berechtigung. Doch eine Gesellschaft, die echte Selbstbestimmung ernst nehme, müsse auch anerkennen, dass Menschen mit Assistenz Verantwortung übernehmen können – und dies bereits heute tun.

Besonders geprägt ist der Blick des Autors durch seine eigene Familiengeschichte. Seine Schwester lebt seit ihrer Kindheit mit einer Beeinträchtigung. Sie hat Einrichtungen, Werkstätten und persönliche Assistenz erlebt und engagierte sich viele Jahre im Vorstand der Werkstatträte Deutschland. Diese Erfahrungen fließen direkt in das Buch ein. Mayer schlägt vor, neue Wege der Assistenzorganisation zunächst in Pilotprojekten zu erproben. Dabei sollen insbesondere Menschen beteiligt werden, die bereits lange mit Assistenz leben und Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen wollen. Ziel sei es, Assistenz nicht nur als Sozialleistung zu betrachten, sondern als Teil gesellschaftlicher Verantwortung – und als Grundlage echter Teilhabe. „Assistenz ist keine Wohltat“, sagt Mayer. „Sie ist die Infrastruktur von Freiheit.“

Der Autor stellt sein Buch bewusst kostenlos als PDF Datei für Verbände, Organisationen und Interessierte zur Verfügung, um eine breitere Diskussion über die Zukunft der Assistenzpolitik anzustoßen. Es kann jederzeit über eine Mail an [email protected] oder eine WA-Nachricht an (+49) 01717007058 kostenlos bezogen werden. Wer eine Printausgabe haben möchte, kann diese mit der ISBN-Nr: 9783565409020 als Hardcover Version im Online-Handel für 29,99  Euro erwerben.