Berlin (kobinet)
Ich finde das LIORA-Modell sehr gut.
Das LIORA-Modell hilft, unsichtbare Hindernisse zu beseitigen.
Ein Hindernis macht Dinge schwerer oder unmöglich.
Unsichtbare Hindernisse sieht man nicht.
Das Modell kommt von der Organisation Stille Stunde.
Eine Organisation ist eine Gruppe von Menschen.
Die Menschen arbeiten zusammen für ein Ziel.
Mehr Infos gibt es hier: Warum wir LIORA brauchen.
Das Modell hat auch einen Leit-Faden für Arbeit-Geber.
Ein Leit-Faden zeigt Schritt für Schritt, wie man etwas richtig macht.
Die Antwort ist: Ja!
Ich kenne ein Unternehmen, das das schon macht.
Ein Unternehmen ist eine Firma.
Dort arbeiten Menschen und verdienen Geld.
Es ist mein eigener Arbeit-Geber.
Dieses Unternehmen zeigt, wie es geht.
Ich habe eine schwere Krankheit.
Die Krankheit zeigte sich plötzlich sehr stark.
Mein Arbeit-Geber hat mir sofort geglaubt.
Es wurde nichts in Frage gestellt.
Mein Arbeit-Geber wollte wirklich verstehen.
Er hat nachgefragt, um zu helfen.
Ich werde nicht bemitleidet.
Bemitleiden bedeutet: Jemand tut einem leid.
Man denkt, diese Person hat es schwer.
Mir wird Mitgefühl entgegengebracht.
Mitgefühl bedeutet: Du verstehst die Gefühle von anderen Menschen.
Du kannst mit-fühlen.
Ich habe sofort einen guten Arbeits-Platz bekommen.
Ich werde gefragt, was ich brauche.
Ich bekomme die Hilfs-Mittel, die ich brauche.
Ein Hilfs-Mittel ist ein Werkzeug.
Es macht das Leben leichter.
Beim letzten Jahres-Gespräch wurde ich gefragt, was ich mir wünsche.
Das Jahres-Gespräch ist ein Treffen einmal im Jahr.
Mitarbeiter sprechen mit dem Chef über ihre Arbeit.
Mir fiel eine duft-freie Toilette ein.
Das wurde sofort umgesetzt.
Es gibt keinen duftenden WC-Stein mehr.
Es gibt keine duftenden Reinigungs-Mittel mehr.
Reinigungs-Mittel sind Produkte zum Sauber-Machen.
Zum Beispiel Seife oder Putz-Mittel.
Es gibt duft-freie Seife und duft-freie Reinigungs-Mittel.
Es gibt Hinweis-Schilder an der Toilette.
Die Schilder sagen: Bitte keine duftenden Produkte benutzen.
Vielleicht ist das die erste duft-freie Toilette in einer Firma.
Ich hoffe, es werden noch mehr duft-freie Toiletten folgen.
Was hat das alles gekostet?
Ernst nehmen: 0,00 Euro.
Guter Wille: 0,00 Euro.
Zuhören: 0,00 Euro.
Hinweis-Aufkleber: 24,20 Euro.
Duft-freie Reinigungs-Produkte: 17,86 Euro.
Die Vorteile sind groß.
Das Unternehmen hat ein besseres Ansehen.
Ansehen bedeutet: So sehen andere Menschen eine Firma.
Viel Ansehen bedeutet: Andere finden sie gut.
Die Mitarbeiter haben mehr Lust auf die Arbeit.
Es gibt weniger Kranken-Tage.
Es gibt keine Nachteile.
Wenig Geld, große Wirkung.
Dieser Artikel ist von Britta Wilkens.
Sie ist Mitglied im Allgemeinen Behinderten-Verband in Deutschland.
Ein Behinderten-Verband ist eine Gruppe von Menschen mit Behinderung.
Sie setzen sich für ihre Rechte ein.
Der Allgemeine Behinderten-Verband in Deutschland wird auch ABiD genannt.
Sie arbeitet dort in der Arbeits-Gruppe Gesundheit und Soziales.
Eine Arbeits-Gruppe ist eine kleine Gruppe von Menschen.
Sie arbeiten gemeinsam an einem Thema.

Foto: Britta Wilkens
Berlin (kobinet) Es ist kein Geheimnis, dass ich ein großer Fan des LIORA-Modells der Organisation "stille Stunde" zum Abbau von unsichtbaren Barrieren bin (https://kobinet-nachrichten.org/2026/03/24/warum-wir-liora-brauchen/). Darin enthalten ist auch ein Leitfaden für Arbeitgeber zum Abbau von unsichtbaren Barrieren.
Was werden die Unternehmen dazu sagen? Ob sich das wohl umsetzen lässt?
Die ganz klare Antwort lautet: Ja!
Ich kenne ein Unternehmen, das schon vorlebt, wie unsichtbare Barrieren ganz einfach abgebaut werden können – meinen Arbeitgeber.
Der erste und wichtigste Schritt fand schon früh statt, nämlich als mein schwerstes Krankheitsbild sich von einen auf den anderen Moment in voller Blüte zeigte: Mir wurde geglaubt.
Es wurde nichts infrage gestellt, sondern es wurde interessiert nachgefragt – nicht, damit ich mich rechtfertige, sondern weil der ernsthafte Wille zum Verstehen da ist.
Ich werde nicht bemitleidet, sondern mir wird Mitgefühl entgegengebracht. Ich habe sofort und ohne jegliche Anzweifelungen meinen für mich geeigneten Arbeitsplatz eingerichtet bekommen. Ich werde gefragt, was ich brauche und bekomme entsprechende Hilfsmittel. Beim letzen Jahresgespräch wurde ich gefragt, was ich mir wünschen würde. Mir fiel spontan ein, dass eine duftfreie Toilette schön wäre.
Gesagt, getan. Nun habe ich meine duftfreie Toilette. Ohne duftenden WC-Stein, ohne Luft“erfrischer“, mit duftfreien Reinigungsmitteln und duftfreier Seife. Mit entsprechenden Hinweisen, dass keine duftenden Produkte verwendet werden sollen. Ist dies die erste duftfreie Toilette in einem Unternehmen? Möglicherweise. Falls ja, hoffe ich, sie wird nicht die einzige bleiben.
Und wieviel hat das Ganze gekostet?
Ernst nehmen: 0,00 Euro
ein guter Wille: 0,00 Euro
ein offenes Ohr: 0,00 Euro
manche Dinge anders machen: 0,00 Euro
Hinweisaufkleber: 24,20 Euro
duftfreie Reinigungsprodukte als Ersatz für duftende: 17,86 Euro.
Vorteile: ein (noch) besseres Image, motivierte Mitarbeiter, weniger Fehlzeiten durch Arbeitsunfähigkeit
Nachteile: keine
Wenig Geld, große Wirkung. So einfach kann es sein.
Ein Artikel von Britta Wilkens, organisiert im Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) in der Arbeitsgruppe Gesundheit und Soziales

Foto: Britta Wilkens
Berlin (kobinet) Es ist kein Geheimnis, dass ich ein großer Fan des LIORA-Modells der Organisation "stille Stunde" zum Abbau von unsichtbaren Barrieren bin (https://kobinet-nachrichten.org/2026/03/24/warum-wir-liora-brauchen/). Darin enthalten ist auch ein Leitfaden für Arbeitgeber zum Abbau von unsichtbaren Barrieren.
Was werden die Unternehmen dazu sagen? Ob sich das wohl umsetzen lässt?
Die ganz klare Antwort lautet: Ja!
Ich kenne ein Unternehmen, das schon vorlebt, wie unsichtbare Barrieren ganz einfach abgebaut werden können – meinen Arbeitgeber.
Der erste und wichtigste Schritt fand schon früh statt, nämlich als mein schwerstes Krankheitsbild sich von einen auf den anderen Moment in voller Blüte zeigte: Mir wurde geglaubt.
Es wurde nichts infrage gestellt, sondern es wurde interessiert nachgefragt – nicht, damit ich mich rechtfertige, sondern weil der ernsthafte Wille zum Verstehen da ist.
Ich werde nicht bemitleidet, sondern mir wird Mitgefühl entgegengebracht. Ich habe sofort und ohne jegliche Anzweifelungen meinen für mich geeigneten Arbeitsplatz eingerichtet bekommen. Ich werde gefragt, was ich brauche und bekomme entsprechende Hilfsmittel. Beim letzen Jahresgespräch wurde ich gefragt, was ich mir wünschen würde. Mir fiel spontan ein, dass eine duftfreie Toilette schön wäre.
Gesagt, getan. Nun habe ich meine duftfreie Toilette. Ohne duftenden WC-Stein, ohne Luft“erfrischer“, mit duftfreien Reinigungsmitteln und duftfreier Seife. Mit entsprechenden Hinweisen, dass keine duftenden Produkte verwendet werden sollen. Ist dies die erste duftfreie Toilette in einem Unternehmen? Möglicherweise. Falls ja, hoffe ich, sie wird nicht die einzige bleiben.
Und wieviel hat das Ganze gekostet?
Ernst nehmen: 0,00 Euro
ein guter Wille: 0,00 Euro
ein offenes Ohr: 0,00 Euro
manche Dinge anders machen: 0,00 Euro
Hinweisaufkleber: 24,20 Euro
duftfreie Reinigungsprodukte als Ersatz für duftende: 17,86 Euro.
Vorteile: ein (noch) besseres Image, motivierte Mitarbeiter, weniger Fehlzeiten durch Arbeitsunfähigkeit
Nachteile: keine
Wenig Geld, große Wirkung. So einfach kann es sein.
Ein Artikel von Britta Wilkens, organisiert im Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) in der Arbeitsgruppe Gesundheit und Soziales




