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Friedrich Müller – eines der Urgesteine des Zentrum selbstbestimmt Leben in Stuttgart – ist gegangen

Friedrich Müller
Friedrich Müller
Foto: privat

Stuttgart (kobinet) Und wieder hat die Behindertenbewegung einen langjährigen Streiter verloren. Am 26. März 2026 ist Friedrich Müller vom Zentrum selbstbestimmt Leben in Stuttgart (ZsL) nach langer schwerer Krankheit aus dem Leben gegangen. Für Britta Schade, die seit vielen Jahren im ZsL Stuttgart aktiv ist, gehörte Friedrich Müller zum ZsL: als Mensch, als Vorstand und einige Jahre als Mitarbeiter und als Urgestein der Behindertenbewegung und als jemand, der für seine Selbstbestimmung gekämpft und andere dabei unterstützt hat.

Friedrich Müller – eines der Urgesteine des Zentrum selbstbestimmt Leben in Stuttgart – ist gegangen

Nachruf von Britta Schade auf Friedrich Müller

Am Donnerstag, den 26. März 2026 ist Friedrich Müller nach langer schwerer Krankheit aus dem Leben gegangen. Für mich gehörte Friedrich zum ZsL, als Mensch, als Vorstand und einige Jahre als Mitarbeiter. Es fällt mir schwer Worte zu finden, die ihn beschreiben in allen seinen Facetten – Urgestein trifft es irgendwie gut für mich.

Ein kluger Mensch, mit Humor, scharfem Verstand und „störrisch“, wenn es um seine Selbstbestimmung im Leben ging, die ihm unglaublich wichtig war, eigentlich fast bis zum Ende seines Lebens.

Wenn in der Reinsburgstraße ein Stau von Autos war, konnte es sein, dass Friedrich vorne in seinem E-Rollstuhl in aller Ruhe fuhr, da die hohen Bordsteine ihn hinderten, auf dem Bürgersteig zu fahren.

Er war ein Genießer von gutem Essen und Wein, manches mal war er am Fenster vom Riva im Stuttgarter Westen zu sehen, wie ihm der Wein serviert wurde.

Er war gerne allein in Stuttgart unterwegs und ging gerne auf Reisen mit seiner Assistenz.

Er hatte ein großes Wissen in Geschichte und Politik, konnte sprachgewandt argumentieren und Artikel schreiben.

Bekannt in Stuttgart in der Selbstvertretung von und für Menschen mit Behinderung – er hat vorgelebt, was geht, auch wenn es immer wieder ein Kampf war.

Für mich ist nun ein weiteres Stück des ZsL Stuttgart verloren gegangen, ich habe ihn als Menschen geschätzt und gemocht und werde ihn vermissen.