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FocusCP rehaKIND 2026 hat alle Erwartungen übertroffen

Menschen mit Rollstuhl und Verbänden  bei   Beratugnsgesprächen
Rehabilitation hilft
Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

DORTMUND (kobinet) Vom 4. bis 6. Februar 2026 wurde Dortmund zum bundesweiten Treffpunkt für eine neue Kultur der Kindermedizin: Der Kongress FocusCP rehaKIND brachte in der Messe Dortmund bereits zum dritten Mal alle Akteurinnen und Akteure zusammen, die an der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen beteiligt sind – und vor allem jene, um  die es geht: die Familien selbst. Drei Tage lang wurde diskutiert, gelernt, ausprobiert, zugehört und gemeinsam weitergedacht.

Mit mehr als 1.500 verkauften Tickets, zahlreichen Tagesbesuchern der kostenfreien Fachausstellung, 210 Referierenden, 88 Sessions und 81 Ausstellenden setzte der Kongress neue Maßstäbe – nicht nur quantitativ, sondern vor allem inhaltlich und kulturell. Die Veranstaltung hatte gezeigt: Kindermedizin, Therapie, Hilfsmittelversorgung und Teilhabe lassen sich nicht getrennt denken. Sie
gelingen nur interprofessionell, evidenzbasiert und gemeinsam mit Familien. Dies ist ein zentrales Merkmal des Kongresses: Alle Beteiligten begegneten sich als gleichberechtigte Akteure. Eltern, Jugendliche, Wissenschaftlerinnen, Ärzte, Therapeutinnen, Techniker, Pädagoginnen, Pflegende und Kostenträger arbeiteten gemeinsam an Lösungen – nicht nebeneinander, nicht hierarchisch, sondern partnerschaftlich.

Bereits die Eröffnung machte deutlich: Die Herausforderungen sind strukturell – und sie verlangen nach grundsätzlichen Antworten. Mehrere politische Stimmen nutzten den Kongress, um offen über systemische Defizite zu sprechen – und gleichzeitig den Mut zu Reformen einzufordern.
Erneut hatte Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, die Schirmherrschaft für diesen Kongress übernommen. Er stellte heraus: „Inklusion ist keine Gnade, sondern ein Menschenrecht. Es gibt laute Stimmen, die Inklusion zurückdrängen wollen – dabei bedeutet Inklusion Demokratie. Unsere Rechtslage ist nicht schlecht, aber die Umsetzung kommt bei den Betroffenen nicht an. Wir brauchen eine Sozialstaatsreform und müssen das große Rad drehen.“ Auch Stefan Schwartze, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, nutzte die Einladung, um bei der Eröffnungsveranstaltung den notwendigen Kulturwandel zu betonen: „Wir brauchen mehr Patientenorientierung. Aktuell werden oft die Lautesten gehört, während Patientenvertretung vielfach ehrenamtlich und ohne echte Mitspracherechte stattfindet. Wir brauchen mündige, gut informierte Patientinnen und Patienten, die ernst genommen werden.“

Ein besonderes Zeichen setzte der erstmals durchgeführte Familiennachmittag, vollständig kostenfrei und von Eltern für Eltern konzipiert. Die Rückmeldung war eindeutig: „Wir wurden als Experten gehört. Wir waren Teil der Veranstaltung. Unsere Mitwirkung ist auf allen Ebenen wichtig und richtig.“