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Armut in Deutschland steigt weiter

Zwei Hände eines alten Menschen mit zwei Euro-Münzen
Armut hängt immer häufiger mit dem Alter zusammen
Foto: Pixabay/anaterate

BERLIN (kobinet) Armut ist nicht nur eine abstrakte Zahl. Für die Betroffenen bedeutet Armut: Kinder ohne Winterjacke, Familien, die bei der Heizung sparen müssen, Menschen, die den Zahnarztbesuch aufschieben. Armut bedeutet Existenzängste, die Sorge um den möglichen Verlust der Wohnung, Vereinsamung und zunehmende gesundheitliche Probleme. Die Geschäftsführerin beim Paritätischen Gesamtverband, Katja Kipping, verweist mit Blick auf die heute verkündeten vorläufigen Armutszahlen des Statistischen Bundesamtes darauf, dass innerhalb nur eines Jahres rund 300.000 Menschen mehr von Armut betroffen sind. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl einer Stadt wie Karlsruhe oder Mannheim. Die heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Die Armut in Deutschland steigt von 15,5 auf 16,1 Prozent und von knapp 13 Millionen auf 13,3 Millionen Armutsbetroffene.

Armut ist nicht nur eine abstrakte Zahl. „Diese Zahlen sind deshalb ein Handlungsauftrag für die Regierung.“, so Kipping. „Die Regierung steht“, wie die  Geschäftsführerin beim Paritätischen Gesamtverband betont, „in der Pflicht, Armut abzubauen und nicht zu verschärfen. Jede sozialpolitische Reform muss deshalb einem Armutsvermeidungs-Check unterzogen werden. Heißt: Jede geplante Maßnahme, die droht Armut zu verschärfen, ist zu unterlassen. Sozialleistungen sind stattdessen armutsfest auszugestalten.“

„Besonders alarmierend: 28,7 Prozent der Alleinerziehenden sind von Armut bedroht. Mehr als jede vierte alleinerziehende Person. Ausgerechnet jetzt diskutiert die Kommission zur Sozialstaatsreform auch Veränderungen beim Unterhaltsvorschuss. Diese Leistung ist gerade für Alleinerziehende eine wichtige Stütze. Angesichts der besonderen Verletzlichkeit dieser Gruppe steht die Regierung hier besonders in der Pflicht sicherzustellen, dass Alleinerziehende nicht schlechter gestellt werden, sondern zukünftig besser vor Armut geschützt werden.“ konstatiert Katja Kipping.