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Negativrekord bei der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter: Über 192.000 im Januar 2026 arbeitslos gemeldet

Logo der Bundesagentur für Arbeit
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Foto: BA

Nürnberg (kobinet) Vertreter*innen der Wirtschaft und der CDU/CSU überschlagen sich fast täglich mit Vorschlägen, dass Arbeitnehmer*innen mehr arbeiten sollen, dass die wöchentliche Arbeitszeit erhöht und die tägliche Arbeitszeit von acht Stunden flexibilisiert werden soll, das Recht auf Teilzeitarbeit aufgeweicht gehört, dass Leistungen der Krankenversicherung gekürzt oder gar gestrichen und die Lebensarbeitszeit bis zur Rente verlängert werden soll. Was man jedoch wenig hört ist, wie die Wirtschaft mehr Arbeitsplätze schafft und diese vor allem auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer*innen besser anpasst. Und genau das wäre dringender nötig denn je. Nicht nur, dass die Arbeitslosigkeit im Januar den höchsten Stand seit 12 Jahren erreicht und die Marke von 3 Millionen überschritten hat, so gibt es auch bei der Zahl der gemeldeten schwerbehinderten Arbeitslosen einen traurigen Rekord zu vermelden. Erstmals in der von der Agentur für Arbeit seit Januar 2007 geführten Liste zur Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen wurde die Zahl von 190.000 überschritten. Im Januar waren sogar 192.327 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Ein Anstieg gegenüber dem Januar von 2025 von über 7.000. Damals waren 185.168 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Blickt man in der Statistik zurück auf die Zeit vor der Corona-Pandemie wird der massive Anstieg der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen noch deutlicher. Im Januar 2000 waren 161.075 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, das waren über 30.000 weniger als derzeit im Januar 2025.

Ein solch massiver Anstieg der Arbeitslosígkeit generell fordert weniger Gepolter vonseiten derjenigen, die eigentlich Job schaffen sollen bzw. für die Arbeitsmarktpolitik verantwortlich sind, sondern konkretes Handeln, vor allem auch im Hinblick auf die enorm hohe Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen. Und dabei sind noch gar nicht die über 300.000 behinderten Menschen mitgezählt, die in Werkstätten für behinderte Menschen bei einer jährlichen Vermittlungsquote von ca. 0,35 Prozent kaum eine Chance auf Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt haben und weit unter dem Mindestlohn für duchschnittlich ca. 226 Euro im Monat arbeiten. Wo sind die wirksamen Beschäftigungsprogramme zur gezielten Förderung schwerbehinderter Arbeitsuchender? Wo ist die Reform für einen inklusiveren Arbeitsmarkt, die schon seit langem auf die lange Bank geschoben wird? Wo bleibt die Strategie und ein gezielter Aktionsplan von der Exklusion zur Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt? Diese und viele andere Fragen stellen sich Verbände wie die LIGA Selbstvertretung angesichts der neuen Zahlen im Hinblick auf die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen.