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Studierende der Universität Köln protestieren gegen Streichung der Disability Studies Professur

Plakat zum Protest gegen Streichung der Disability Studies Professur in Köln
Plakat zum Protest gegen Streichung der Disability Studies Professur in Köln
Foto: Anastasia

Köln (kobinet) Das Land Nordrhein-Westfalen kürzt in seinem Haushaltsentwurf massiv an den Hochschulen. Neben mehreren Studiengängen streicht die Universität Köln deshalb die aktuell unbesetzte Professur "Disability Studies". Trotz einer lautstarken Gegenwehr der Studierenden mit über 550 Postkarten an den Rektor und den Landrat bestätigte das Rektorat am 10. Dezember 2025 den Plan für die Streichungen an der Lehre. Eine Gruppierung aus Studierenden der Fachschaft Heilpädagogik und Studierenden mit Behinderung der Universität Köln wollen sich weiter dagegen wehren. Sie fordern eine Rücknahme der Kürzungen vom Land Nordrhein-Westfalen vor dem endgültigen Beschluss des Haushaltes am heutigen 17. Dezember 2025, um die Professur zu erhalten. "In Anblick des gegenwärtigen gesellschaftlichen Klimas an der Bildung und der Forschung zu einer marginalisierten Randgruppe zu sparen, sendet ein völlig falsches Signal. Der Erhalt ist wichtiger denn je", erklärte Onyx Beha von der Fachschaftsvertretung Heilpädagogik der Universität zu Köln.

„Es kann doch nicht sein, dass uns Menschen mit Behinderungen die Forschung über unsere Lebensrealitäten genommen wird! Wir haben es nicht verdient, ständig hinten angestellt zu werden“, erklärte Pauline Lilienthal, Studentin an der Universität zu Köln. „Das Fach Disability Studies zeigt, wie wichtig es ist, einen kritischen Blick auf defizitär angelegte gesellschaftliche Machtverhältnisse zu werfen. Die Universität sollte sich in Grund und Boden schämen, diese wertvolle wissenschaftliche Arbeit zu streichen“, betonte Deniz Ciftci, der Heilpädagogik an der Universität zu Köln studiert.

Insgesamt kürzen die Hochschulen nach Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen 120 Millionen Euro, an der Universität zu Köln allein entfallen zehn Millionen Euro. Die kürzungsbedingten Streichungen betreffen unter anderem die Disability Studies. Dabei ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Themengebiet Behinderung aus Betroffenenperspektiven unersetzlich für die Partizipation und Mitgestaltung von Menschen mit Behinderung in Forschung, Lehre und Gesellschaft. Zudem gefährdet der Abbau der Disability Studies die kritische Auseinandersetzung mit sozialer Ungleichheit und gesellschaftlichem Wandel im Kontext von Inklusion, Partizipation und sozialer Gerechtigkeit. Eine reduzierte Präsenz und ein Wegfall der wenigen bundesweiten Forschungsstandorte der Disability Studies schwächt ebenfalls die Vielfalt fachlicher Perspektiven und untergräbt die Hochschulen und Universitäten in ihrer Rolle als Orte kritischer und pluralistischer Reflexion, heißt es in einer Presseinformation der Studierenden.

Die Studierenden wünschen sich mehr und nicht weniger interdisziplinäre und kritische Perspektiven, die für das Verständnis von Behinderung, Diversität, Inklusion und Partizipation im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention entscheidend sind.

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 7. Dezember 2025 zur Streichung der Disability Studies Professur in Köln