Köln (kobinet)
Der 3. Dezember ist ein besonderer Tag.
Es ist der Welt-Tag der Menschen mit Behinderung.
Behinderung bedeutet: Es ist schwierig etwas zu machen.
Manche Sachen gehen nicht so einfach.
An diesem Tag gab es eine wichtige Nachricht.
Die Uni Köln macht etwas zu.
Uni ist kurz für Universität.
Das ist eine Hoch-Schule.
Dort lernen Studenten.
Dort arbeiten auch Forscher.
Die Uni schließt eine Forschungs-Stelle.
Eine Forschungs-Stelle ist ein Arbeits-Platz.
Dort arbeiten Wissenschaftler.
Sie suchen nach neuem Wissen.
Die Stelle heißt: Disability Studies.
Das spricht man: Dis-ä-bi-li-tie Sta-dies.
Das bedeutet: Forschung über Behinderung.
Die Stelle wird 2026 geschlossen.
Das Land Nord-Rhein-West-Falen hat zu wenig Geld.
Deshalb muss die Uni sparen.
Die Uni streicht die Professur.
Eine Professur ist ein Arbeits-Platz.
Den gibt es an einer Hoch-Schule.
Dort arbeitet ein Professor.
Oder eine Professorin.
Das bedeutet: Der Platz wird gestrichen.
Dr. Bertold Scharf ist dagegen.
Er arbeitet für den Verein Disability Studies Deutschland.
Der Verein hat die Abkürzung: DSD.
Dr. Scharf sagt: Das ist eine schlechte Entscheidung.
Die Forschungs-Stelle gibt es seit 2004.
Sie ist sehr wichtig in Deutschland.
Es ist die erste Professur dieser Art.
Es ist auch die einzige Professur dieser Art.
Die Stelle hat viele wichtige Bücher gemacht.
Die Forschungs-Stelle hat auch Lehr-Werke gemacht.
Lehr-Werke sind Bücher zum Lernen.
Sie erklären ein Fach-Gebiet.
Studenten lernen damit.
Die Stelle hat auch Forschungs-Projekte gemacht.
Ein Forschungs-Projekt ist eine große Aufgabe.
Wissenschaftler arbeiten an einer Frage.
Sie wollen etwas Neues heraus-finden.
Diese Projekte werden von der DFG gefördert.
DFG ist eine Abkürzung.
DFG bedeutet: Deutsche Forschungs-Gemeinschaft.
Die DFG gibt Geld für Forschung.
Auch die EU hat Geld gegeben.
Die Disability Studies machen etwas Besonderes.
Sie denken anders über Behinderung.
Sie fragen: Was ist normal?
Das ist wichtig für die Forschung.
Bis 2024 leitete Prof. Dr. Anne Waldschmidt die Stelle.
Sie hat viel für die Disability Studies getan.
Sie hat sie in Deutschland bekannt gemacht.
Ihre Arbeit war sehr wichtig.
Dr. Bertold Scharf sagt noch mehr dazu.
Er sagt: Das ist ein großer Rück-Schritt.
Rück-Schritt bedeutet: einen Schritt zurück.
Das passiert gerade in ganz Deutschland.
In Hamburg wird auch eine Stelle geschlossen.
Sie heißt: ZeDiS-plus.
Das ist ein Zentrum für Disability Studies.
Das Zentrum wird Ende 2025 geschlossen.
Dr. Scharf sagt: Die Uni versteht es nicht.
Die Uni versteht nicht, wie wichtig die Arbeit ist.
Es gibt gerade viele Probleme in der Gesellschaft.
Menschen mit Behinderung haben es schwer.
Im Sommer 2025 gab es eine Petition.
Eine Petition ist eine Bitte an Politiker.
Viele Menschen unterschreiben die Bitte.
Viele Menschen haben unterschrieben.
Sie wollen die Stelle behalten.
Die Petition ging an die Uni-Leitung.
Aber die Leitung hat nicht zugehört.
Jetzt wird die Stelle trotzdem geschlossen.
Das bedeutet: Die Inhalte verschwinden aus der Lehre.
Studenten können dann nicht mehr darüber lernen.
Sie können auch nicht mehr darüber forschen.
Sie können keine Doktor-Arbeit mehr schreiben.
Eine Doktor-Arbeit ist ein sehr langes Schrift-Stück.
Man schreibt es nach dem Studium.
Man forscht zu einem Thema.
Das ist schlecht für die Wissenschaft.
Wissenschaft bedeutet: Menschen erforschen die Welt.
Sie stellen Fragen.
Sie suchen nach Antworten.
Dr. Sarah Karim arbeitet jetzt an der Uni.
Sie vertritt die Professur gerade.
Sie sagt: Die Entscheidung ist falsch.
Die Heil-Pädagogik hat sich gegen die Soziologie entschieden.
Heil-Pädagogik ist ein Fach-Begriff.
Heil-Pädagogik geht um die Förderung von Menschen.
Soziologie ist auch ein Fach-Begriff.
Soziologie geht um das Zusammen-Leben von Menschen.
Die Uni will die Disability Studies anders machen.
Sie sollen überall ein bisschen dabei sein.
Dr. Sarah Karim sagt: Das funktioniert nicht.
Man kann nicht alles nur nebenbei machen.
Gudrun Kellermann ist auch vom Verein DSD.
Sie sagt: Prof. Anne Waldschmidt hat viel geleistet.
Sie hat 20 Jahre lang geforscht.
Ihre Arbeit war sehr wichtig.
Prof. Waldschmidt hat viele Bücher geschrieben.
Andere Forscher zitieren ihre Bücher oft.
Zitieren bedeutet: auf ihre Arbeit verweisen.
Ihre Arbeit ist bekannt auf der ganzen Welt.
Gudrun Kellermann sagt noch mehr.
Sie sagt: Es braucht jetzt Wider-Spruch.
Wider-Spruch bedeutet: dagegen sein.
Die Studenten sollen dagegen sein.
Auch die Mitarbeiter sollen dagegen sein.
Die ganze Hoch-Schule soll dagegen sein.
Alle sollen zeigen: Wir sind nicht einverstanden.
Das ist wichtig für die Zukunft.
Die Disability Studies brauchen eine feste Stelle.
Sie müssen unabhängig sein.
Unabhängig bedeutet: Jemand entscheidet selbst.
Niemand sagt der Person, was sie tun soll.
Sie brauchen einen eigenen Studien-Gang.
Studien-Gang bedeutet: Ein Lern-Programm an einer Hoch-Schule.
Du lernst dort ein bestimmtes Fach.
Am Ende bekommst du einen Abschluss.
Das gibt es zum Beispiel in Leeds.
Leeds ist eine Stadt in England.
Dort gibt es eine Uni.
Diese Uni hat einen eigenen Studien-Gang.
Das ist ein gutes Beispiel für Deutschland.

Foto: campact
Köln (kobinet) Am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, dem 3. Dezember 2025, hat die Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln bekanntgegeben, den Forschungs- und Lehrbereich "Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies" und die zugehörige Professur sowie damit verbunden die Internationale Forschungsstelle Disability Studies (iDiS) 2026 vollständig zu streichen. Die Entscheidung erfolgte unter anderem im Zuge der aktuellen Sparauflagen des Landes Nordrhein-Westfalen. Dr. Bertold Scharf, Vorstandsmitglied des Vereins Disability Studies Deutschland (DSD), kritisiert die Entscheidung der Universität zu Köln deutlich.
„Die 2004 gegründete Internationale Forschungsstelle Disability Studies in Köln gilt als eine der wichtigsten Einrichtungen für Disability Studies im deutschsprachigen Raum. Es handelt sich um die erste und einmalige Universitätsprofessur in Deutschland. An ihr entstanden grundlegende Publikationen – darunter ein interdisziplinäres Handbuch, verschiedene Lehrwerke, programmatische Texte sowie von der DFG und EU geförderte Forschungsprojekte. Der Kölner Ansatz verbindet Sozial- und Kulturwissenschaften zu einem international sichtbaren Profil. Disability Studies bieten ein kritisches Korrektiv zu etablierter ‚Behinderungsforschung‘. Dabei liefern sie grundlegende Theorien zum Verhältnis von Behinderung und Normalität“, heißt es in einer Presseinformation des Verein Disability Studies Deutschland. Bis 2024 wurde die Professur von Prof. Dr. Anne Waldschmidt vertreten, die maßgeblich zur Etablierung und Weiterentwicklung der Disability Studies in Deutschland beitrug.
Dr. Bertold Scharf, Vorstandsmitglied des Vereins DSD, kritisiert die Entscheidung der Universität zu Köln deutlich: „Die Streichung des Forschungs- und Lehrbereichs ist ein gravierender Rückschritt und reiht sich ein in eine bundesweite Entwicklung. Zum Ende des Jahren 2025 wird ebenfalls das ZeDiSplus (Zentrum für Disability Studies und Teilhabeforschung) in Hamburg geschlossen. Die Bedeutung der Disability Studies für Wissenschaft und Gesellschaft wird von der Universität zu Köln verkannt. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden gesellschaftlichen Backlashs erscheint dies alamierend. Bereits im Sommer 2025 haben wir dem Rektorat und der Fakultätsleitung eine Petition mit der Forderung übermittelt, diesen Bereich zu erhalten. Mit der Schließung verschwinden die Inhalte der Disability Studies aus Lehre und Forschung – und damit auch die Möglichkeit, in diesem Feld zu promovieren.“
Zur bevorstehenden Schließung erklärte Dr. Sarah Karim, Vertretungsprofessorin für Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies an der Universität zu Köln: „Die Kölner Heil- und Sonderpädagogik hat sich gegen die Soziologie als Grundlagenwissenschaft und explizit für die Stärkung der sonderpädagogischen Förderschwerpunkte entschieden. Die Disability Studies sollen nun als Querschnittsthema überall mitlaufen. Wenn wir die Grundforderung der Disability Studies ‚Behinderung anders denken‘ erst nehmen, das heißt grundlagentheoretisch und nicht anwendungs- und interventionsorientiert zu lehren und zu forschen, ist mir schleierhaft, wie das nebenher funktionieren soll.“
Gudrun Kellermann, ebenfalls Vorstandsmitglied vom Verein DSD, betont: „Die renommierte Arbeit, die Prof. Anne Waldschmidt über zwei Jahrzehnte hinweg an der Forschungsstelle geleistet hat, ist und war für den Aufbau der Disability Studies im deutschsprachigen Raum unverzichtbar. Ihre zahlreichen, vielfach zitierten Publikationen und Forschungsprojekte haben die Disability Studies theoretisch entscheidend geprägt und international sichtbar gemacht.“ Und sie ergänzt: „Was es jetzt braucht, ist ein klarer und öffentlicher Widerspruch – von Studierenden, Mitarbeitenden und der gesamten Hochschulgemeinschaft – gegen die Entscheidung der Fakultätsgremien. Mit Blick auf die Zukunft benötigen die Disability Studies eine feste strukturelle und unabhängige Verankerung in den Sozial- und Kulturwissenschaften mit einem eigenen Studiengang und Lehrangeboten – beispielsweise nach dem Vorbild der Universität Leeds.“

Foto: campact
Köln (kobinet) Am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, dem 3. Dezember 2025, hat die Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln bekanntgegeben, den Forschungs- und Lehrbereich "Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies" und die zugehörige Professur sowie damit verbunden die Internationale Forschungsstelle Disability Studies (iDiS) 2026 vollständig zu streichen. Die Entscheidung erfolgte unter anderem im Zuge der aktuellen Sparauflagen des Landes Nordrhein-Westfalen. Dr. Bertold Scharf, Vorstandsmitglied des Vereins Disability Studies Deutschland (DSD), kritisiert die Entscheidung der Universität zu Köln deutlich.
„Die 2004 gegründete Internationale Forschungsstelle Disability Studies in Köln gilt als eine der wichtigsten Einrichtungen für Disability Studies im deutschsprachigen Raum. Es handelt sich um die erste und einmalige Universitätsprofessur in Deutschland. An ihr entstanden grundlegende Publikationen – darunter ein interdisziplinäres Handbuch, verschiedene Lehrwerke, programmatische Texte sowie von der DFG und EU geförderte Forschungsprojekte. Der Kölner Ansatz verbindet Sozial- und Kulturwissenschaften zu einem international sichtbaren Profil. Disability Studies bieten ein kritisches Korrektiv zu etablierter ‚Behinderungsforschung‘. Dabei liefern sie grundlegende Theorien zum Verhältnis von Behinderung und Normalität“, heißt es in einer Presseinformation des Verein Disability Studies Deutschland. Bis 2024 wurde die Professur von Prof. Dr. Anne Waldschmidt vertreten, die maßgeblich zur Etablierung und Weiterentwicklung der Disability Studies in Deutschland beitrug.
Dr. Bertold Scharf, Vorstandsmitglied des Vereins DSD, kritisiert die Entscheidung der Universität zu Köln deutlich: „Die Streichung des Forschungs- und Lehrbereichs ist ein gravierender Rückschritt und reiht sich ein in eine bundesweite Entwicklung. Zum Ende des Jahren 2025 wird ebenfalls das ZeDiSplus (Zentrum für Disability Studies und Teilhabeforschung) in Hamburg geschlossen. Die Bedeutung der Disability Studies für Wissenschaft und Gesellschaft wird von der Universität zu Köln verkannt. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden gesellschaftlichen Backlashs erscheint dies alamierend. Bereits im Sommer 2025 haben wir dem Rektorat und der Fakultätsleitung eine Petition mit der Forderung übermittelt, diesen Bereich zu erhalten. Mit der Schließung verschwinden die Inhalte der Disability Studies aus Lehre und Forschung – und damit auch die Möglichkeit, in diesem Feld zu promovieren.“
Zur bevorstehenden Schließung erklärte Dr. Sarah Karim, Vertretungsprofessorin für Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies an der Universität zu Köln: „Die Kölner Heil- und Sonderpädagogik hat sich gegen die Soziologie als Grundlagenwissenschaft und explizit für die Stärkung der sonderpädagogischen Förderschwerpunkte entschieden. Die Disability Studies sollen nun als Querschnittsthema überall mitlaufen. Wenn wir die Grundforderung der Disability Studies ‚Behinderung anders denken‘ erst nehmen, das heißt grundlagentheoretisch und nicht anwendungs- und interventionsorientiert zu lehren und zu forschen, ist mir schleierhaft, wie das nebenher funktionieren soll.“
Gudrun Kellermann, ebenfalls Vorstandsmitglied vom Verein DSD, betont: „Die renommierte Arbeit, die Prof. Anne Waldschmidt über zwei Jahrzehnte hinweg an der Forschungsstelle geleistet hat, ist und war für den Aufbau der Disability Studies im deutschsprachigen Raum unverzichtbar. Ihre zahlreichen, vielfach zitierten Publikationen und Forschungsprojekte haben die Disability Studies theoretisch entscheidend geprägt und international sichtbar gemacht.“ Und sie ergänzt: „Was es jetzt braucht, ist ein klarer und öffentlicher Widerspruch – von Studierenden, Mitarbeitenden und der gesamten Hochschulgemeinschaft – gegen die Entscheidung der Fakultätsgremien. Mit Blick auf die Zukunft benötigen die Disability Studies eine feste strukturelle und unabhängige Verankerung in den Sozial- und Kulturwissenschaften mit einem eigenen Studiengang und Lehrangeboten – beispielsweise nach dem Vorbild der Universität Leeds.“




