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Tausende Menschen mit Amputationen durch Minen und Bomben

Ein kleines Mädchen werden auf einem Laufsteg durch einen Orthopäden Prothesen angepasst
Bei einem Bombenangriff verlor die neunjährige Malak ihr Bein. Wie tausende Menschen in Gaza ist sie nun auf eine Prothese angewiesen
Foto: Khalil Nateel

MÜNCHEN (kobinet) Tausende Zivilistinnen und Zivilisten haben durch Minen, Blindgänger oder Bomben Gliedmaßen verloren. Allein in den Palästinensischen Gebieten werden 6.000 Prothesen benötigt. Rund 40.000 Menschen haben dort lebensverändernde Behinderungen, so die Weltgesundheitsorganisation WHO. In Syrien, Afghanistan oder der Ukraine betrifft es tausende Menschen in aktuellen oder ehemaligen Kriegsgebieten. Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3.12. fordert die Hilfsorganisation Handicap International (HI) dringend mehr finanzielle Hilfe für Betroffene.

„In Kriegsgebieten steigt die Zahl der Menschen mit Amputationen stark an“, sagt Dr. Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland. „Allein im Gazastreifen gehen wir davon aus, dass es über 5.000 Menschen betrifft. Wir brauchen dringend mehr finanzielle Mittel und ungehinderten Zugang, um diesen Menschen zu helfen, sodass sie selbstständig und mobil leben können.“

Handicap International unterstützt Menschen mit Amputationen mit Prothesen, Rollstühlen, Physiotherapie und psychosozialer Unterstützung. Allein in Syrien hat HI im Jahr 2025 bereits 2.298 Menschen mit Amputationen versorgt, die meisten davon Rückkehrende. In Afghanistan half Handicap International zwischen Juni und Ende Oktober 2025 über 2.000 Menschen mit Prothesen und Orthesen.

„In Gaza, Ukraine, Afghanistan, Myanmar, Jemen oder Syrien sind die Menschen durch die unzähligen explosiven Kriegsreste bedroht. Vor allem Kinder treten beim Spielen auf Minen, Blindgänger oder nicht explodierte Bombenreste“, so Kipfer-Didavi. „Es wird Jahrzehnte dauern, bis all die Blindgänger geräumt sein werden. Wir befürchten, dass es noch viele Menschen geben wird, die wir wegen Amputationen behandeln werden müssen.“ Die Teams von Handicap International klären Familien über die Gefahren auf und zeigen ihnen, wie sie explosive Überreste erkennen und sich schützen können.