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Landminen-Monitor belegt erschreckend hohe Zivilopfer

Bild einer Kugelbombe mit brennender Lunte
Bomben töten, verstümmeln und zerstören
Foto: movprint In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

MÜNCHEN (kobinet) Der heute in Genf veröffentlichte Landminen-Monitor 2025 belegt alarmierend hohe Zivilopfer Zahlen. Mindestens 6.279 Menschen wurden durch Antipersonen-Minen, selbstgebaute Minen sowie explosive Kriegsreste im Jahr 2024 verletzt oder getötet. Dies ist die höchste Zahl seit 2020. 90 Prozent der registrierten Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung. Angesichts der alarmierenden Zahlen verurteilt die Hilfsorganisation Handicap International (HI) die Reduzierung der Unterstützung für Minenräumung und Opferhilfe sowie die angekündigten Austritte von sechs Vertragsstaaten aus dem Landminen-Verbotsvertrag.

Der Landminen-Monitor 2025 erfasst die Umsetzung der sogenannten Ottawa-Konvention, die den Einsatz, die Herstellung, die Weitergabe und die Lagerung von Antipersonen-Minen verbietet sowie die Räumung und Vernichtung von Minen und die Unterstützung der Opfer regelt. Er veröffentlicht Daten für das Kalenderjahr 2024 und enthält Informationen bis Oktober 2025 (wo möglich).

Hier einige Ergebnisse aus dem Landminen-Monitor 2025:

  • Im Jahr 2024 wurden 6.279 Menschen durch Landminen und explosive Kriegsreste getötet oder verletzt (1.945 Tote und 4.325 Verletzte).
  • Zum zehnten Mal in Folge bleibt die Zahl der Opfer erschreckend hoch – vor allem aufgrund zunehmender bewaffneter Konflikte wie in der Ukraine und Myanmar und der vielen Blindgänger in Ländern wie Syrien.
  • Zivilisten machten 90 % aller registrierten Opfer aus, bei denen der militärische oder zivile Status bekannt war. Kinder stellten fast die Hälfte (46 %) der zivilen Opfer, sofern das Alter erfasst wurde.
  • Es wurden Opfer in 52 Ländern und Gebieten registriert. Die Länder mit den höchsten Opferzahlen waren: Myanmar (2.029), Syrien (1.015), Afghanistan (624), Ukraine (293) und Jemen (247). Die Dunkelziffer, insbesondere in aktuellen Konfliktregionen, ist jedoch hoch.
  • Zwischen Mitte 2024 und Oktober 2025 wurden Antipersonen-Minen von Iran, Myanmar und Nordkorea eingesetzt. Auch Russland setzt seit Februar 2022 in großem Umfang Landminen ein. Es gibt außerdem zunehmend Hinweise auf einen Einsatz durch die Ukraine, dessen Ausmaß jedoch unklar ist.

Angesichts dieser Opferzahlen muss der Einsatz von Landminen, so fordert HI, ohne Ausnahme verurteilt werden. Demgegenüber ist der Minenverbotsvertrag jedoch in Gefahr. Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Polen haben den Prozess zum Austritt aus dem Minenverbotsvertrag von 1997 im Juni 2025 eingeleitet. Auch die Ukraine hat angekündigt, den Ottawa-Vertrag auszusetzen. Zudem werden Mittel für Entwicklung und humanitäre Hilfe weltweit gekürzt, und staatliche Geber verringern ihre Unterstützung für die Minenräumung und für die Opferhilfe.