WIEN (kobinet)
Die Hör-Bücherei in Österreich ist in Gefahr.
Eine Hör-Bücherei ist eine Bücherei für blinde Menschen.
Dort gibt es Bücher zum Anhören.
Die Bücher sind auf CDs.
Oder die Bücher sind im Internet.
Du kannst die Bücher ausleihen.
Die Hör-Bücherei gehört zum Blinden-Verband.
Ein Blinden-Verband ist eine Gruppe.
In der Gruppe sind blinde Menschen.
Die Gruppe hilft blinden Menschen.
Der Verband gibt Rat und Hilfe.
Der Blinden-Verband heißt kurz: BSVÖ.
Die Hör-Bücherei hilft blinden Menschen.
Sie hilft auch seh-behinderten Menschen.
Seh-behindert bedeutet: Deine Augen sehen nicht gut.
Du kannst nicht gut lesen.
Du brauchst Hilfe beim Lesen.
Diese Menschen können normale Bücher nicht lesen.
Die Hör-Bücherei macht Bücher zum Hören.
Das ist für die Mitglieder kostenlos.
Die Hör-Bücherei hat 17 Tausend Werke.
Es gibt dort auch Zeit-Schriften zum Hören.
Und Fach-Literatur zum Hören.
Fach-Literatur sind besondere Bücher.
Die Bücher sind über ein bestimmtes Thema.
Zum Beispiel über Medizin.
Oder über Technik.
Jetzt gibt es ein großes Problem.
Ober-Österreich gibt kein Geld mehr.
Nieder-Österreich gibt auch kein Geld mehr.
Tirol will auch kein Geld mehr geben.
Vorarlberg will auch kein Geld mehr geben.
Dann fehlen 150 Tausend Euro.
Die Hör-Bücherei muss dann vielleicht schließen.
Die Länder sagen:
Blinde Menschen bekommen Pflege-Geld.
Pflege-Geld ist Geld vom Staat.
Das Geld ist für kranke Menschen.
Oder für alte Menschen.
Diese Menschen brauchen Hilfe im Alltag.
Sie können sich normale Hör-Bücher kaufen.
Aber das stimmt nicht ganz.
Normale Hör-Bücher sind nicht barriere-frei.
Barriere-frei bedeutet: Es gibt keine Hindernisse.
Alle Menschen können überall hin.
Die Hör-Bücherei macht die Bücher extra barriere-frei.
In der Hör-Bücherei arbeiten 9 Menschen.
Sie arbeiten alle in Teil-Zeit.
Teil-Zeit bedeutet: Du arbeitest weniger Stunden als normal.
Du hast mehr Freizeit.
Sie sprechen die Bücher selbst ein.
Es helfen auch professionelle Sprecher.
Professionell bedeutet: Eine Person macht ihre Arbeit sehr gut.
Die Person hat dafür gelernt.
Die Person bekommt Geld für ihre Arbeit.
Jedes Jahr machen sie 120 neue Werke.
Die Hör-Bücherei hat eigene Studios dafür.
Alexander Guano leitet die Hör-Bücherei.
Er sagt:
1 Tausend 900 Menschen nutzen die Bücherei.
Das sind Menschen aus ganz Österreich.
Sie können auch fremde Sprachen hören.
Das geht durch internationale Zusammen-Arbeit.
Die Hör-Bücherei ist sehr besonders.
Sie darf als einzige Stelle Bücher verändern.
Das heißt:
Sie darf Bücher barriere-frei machen.
Keine andere Stelle in Österreich darf das.
Alexander Guano sagt:
Das Ende der Hör-Bücherei wäre sehr schlimm.
Es wäre ein Rück-Schritt für die Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind dabei.
Alle Menschen gehören dazu.
Inklusion bedeutet:
Alle Menschen können überall mit-machen.
Markus Wolf ist der Präsident vom BSVÖ.
Er sagt:
Es geht um mehr als die Hör-Bücherei.
Es geht um das Recht auf Bildung.
Es geht um das Recht auf Information.
Es geht um das Recht auf Teil-Habe.
Teil-Habe bedeutet: Du machst bei etwas mit.
Du bist dabei.
Du kannst mit-entscheiden.
Diese Rechte dürfen nicht nur für Reiche sein.
Der BSVÖ warnt vor mehr Problemen.
Wenn die Förderung weg-fällt:
Dann wird Barriere-Freiheit schlechter.
Menschen mit Behinderungen können schlechter mit-machen.
Das ist nicht gut für die Gesellschaft.
Alexander Guano gibt nicht auf.
Er will mit der Politik reden.
Er hofft noch auf eine Lösung.
Er will die Hör-Bücherei retten.

Foto: Mohamed_hassan In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
WIEN (kobinet) Die Hörbücherei des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich (BSVÖ) ist durch Streichung von Förderungen im Fortbestand bedroht. Die Hörbücherei bietet blinden und sehbehinderten Menschen und allen, die kein konventionelles Buch lesen können, barrierefreien Lesestoff. Neben Büchern werden von der Einrichtung auch Fachliteratur, Zeitschriften und Magazine als Hörtexte zur Verfügung gestellt. Für Mitglieder ist das vollkommen kostenlos. Wie jetzt bekannt geworden ist, beendeten die Länder Oberösterreich und Niederösterreich die Förderung der Hörbücherei. Das wird unter anderem damit begründet, Betroffene könnten durch den Erhalt des Pflegegeldes auch konventionelle Hörbücher erwerben. Auch Tirol und Vorarlberg haben eine solche Entscheidung angekündigt. Der Hörbücherei würden dann 150.000 Euro fehlen. Sie stünde damit vor dem Aus.
Der Wegfall der Förderung bedeutet, dass die Arbeit der Hörbücherei nicht wie bisher fortgeführt werden kann, was zu Lasten blinder und sehbehinderter Menschen fallen wird. Diese Hörbücherei hat einen Bestand von etwa 17.000 Werken. Neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind teilzeitbeschäftigt. Sie vertonen, gemeinsam mit professionellen Sprechern, in hauseigenen Studios jährlich etwa 120 Werke neu.
Wie Alexander Guano, der Leiter der Hörbücherei berichtet, wird diese Bibliothek etwa von 1.900 Menschen jährlich genutzt. Dies sind Leserinnen und Leser aus ganz Österreich. Sie können dabei dank der internationalen Vernetzung auch auf fremdsprachige Werke zurückgreifen.
Die Hörbibliothek ist, wie Leiter Alexander Guano erklärt, in Österreich auch die einzige Stelle, die literarische Werke überhaupt verändern darf, sie also barrierefrei aufzuarbeiten.
Ein Wegfall der Hörbücherei wäre, so Alexander Guano, ein „massiver Rückschritt in der Inklusion“. Markus Wolf, Präsident des BSVÖ, sieht neben der Hörbücherei, der einzigen des Landes, über diese Bibliothek hinaus noch mehr bedroht: „Es steht weit mehr als die Hörbücherei auf dem Spiel.“ sagt er und fährt fort: „Das Recht auf gleichberechtigte Bildung, Information und Teilhabe darf nicht zum Luxusgut werden und von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Betroffenen abhängen.“
Der BSVÖ warnt vor weiteren Beschneidungen der Barrierefreiheit durch Förderstreichungen und vor einem Rückschritt bei der gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Bibliotheksleiter Guano will nun noch einmal das Gespräch mit der Politik suchen und hat die Hoffnung, diese einzigartige Bibliothek doch noch retten zu können, noch nicht ganz aufgegeben.
Auf dieser Internetseite ist mehr über diese Hörbücherei zu erfahren.

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WIEN (kobinet) Die Hörbücherei des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich (BSVÖ) ist durch Streichung von Förderungen im Fortbestand bedroht. Die Hörbücherei bietet blinden und sehbehinderten Menschen und allen, die kein konventionelles Buch lesen können, barrierefreien Lesestoff. Neben Büchern werden von der Einrichtung auch Fachliteratur, Zeitschriften und Magazine als Hörtexte zur Verfügung gestellt. Für Mitglieder ist das vollkommen kostenlos. Wie jetzt bekannt geworden ist, beendeten die Länder Oberösterreich und Niederösterreich die Förderung der Hörbücherei. Das wird unter anderem damit begründet, Betroffene könnten durch den Erhalt des Pflegegeldes auch konventionelle Hörbücher erwerben. Auch Tirol und Vorarlberg haben eine solche Entscheidung angekündigt. Der Hörbücherei würden dann 150.000 Euro fehlen. Sie stünde damit vor dem Aus.
Der Wegfall der Förderung bedeutet, dass die Arbeit der Hörbücherei nicht wie bisher fortgeführt werden kann, was zu Lasten blinder und sehbehinderter Menschen fallen wird. Diese Hörbücherei hat einen Bestand von etwa 17.000 Werken. Neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind teilzeitbeschäftigt. Sie vertonen, gemeinsam mit professionellen Sprechern, in hauseigenen Studios jährlich etwa 120 Werke neu.
Wie Alexander Guano, der Leiter der Hörbücherei berichtet, wird diese Bibliothek etwa von 1.900 Menschen jährlich genutzt. Dies sind Leserinnen und Leser aus ganz Österreich. Sie können dabei dank der internationalen Vernetzung auch auf fremdsprachige Werke zurückgreifen.
Die Hörbibliothek ist, wie Leiter Alexander Guano erklärt, in Österreich auch die einzige Stelle, die literarische Werke überhaupt verändern darf, sie also barrierefrei aufzuarbeiten.
Ein Wegfall der Hörbücherei wäre, so Alexander Guano, ein „massiver Rückschritt in der Inklusion“. Markus Wolf, Präsident des BSVÖ, sieht neben der Hörbücherei, der einzigen des Landes, über diese Bibliothek hinaus noch mehr bedroht: „Es steht weit mehr als die Hörbücherei auf dem Spiel.“ sagt er und fährt fort: „Das Recht auf gleichberechtigte Bildung, Information und Teilhabe darf nicht zum Luxusgut werden und von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Betroffenen abhängen.“
Der BSVÖ warnt vor weiteren Beschneidungen der Barrierefreiheit durch Förderstreichungen und vor einem Rückschritt bei der gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Bibliotheksleiter Guano will nun noch einmal das Gespräch mit der Politik suchen und hat die Hoffnung, diese einzigartige Bibliothek doch noch retten zu können, noch nicht ganz aufgegeben.
Auf dieser Internetseite ist mehr über diese Hörbücherei zu erfahren.




