DORTMUND (kobinet)
Kinder mit Behinderung brauchen oft Hilfs-Mittel.
Eine Behinderung macht manche Sachen schwierig.
Man braucht mehr Hilfe als andere Menschen.
Hilfs-Mittel sind zum Beispiel Roll-Stühle.
Oder besondere Geräte.
Aber es gibt große Probleme.
Das sagt der Verein rehaKIND.
rehaKIND spricht mit vielen betroffenen Familien.
Die Mit-Arbeiter sind sehr müde.
Es gibt zu wenig Fach-Kräfte.
Viele Menschen sind erschöpft.
Erschöpft bedeutet: Sehr müde sein.
Man hat keine Kraft mehr.
Man sagt auch: Fix und fertig.
Sie können nicht mehr gut helfen.
Das System macht die Arbeit sehr schwer.
Die Verfahren sind zu kompliziert.
Ein Verfahren ist eine bestimmte Art etwas zu machen.
Es gibt feste Regeln dafür.
Man macht dabei mehrere Schritte nach-einander.
Zum Beispiel: Ein Gerichts-Verfahren hat feste Regeln.
Niemand versteht die Regeln.
Es gibt zu viel Verwaltung.
Die Verwaltung regelt wichtige Dinge.
Zum Beispiel in einer Stadt.
Das macht alle Menschen krank.
Etwa 25 von 100 Krankheiten kommen vom System.
Die Kosten-Träger zahlen die Hilfs-Mittel.
Kosten-Träger sind zum Beispiel Kranken-Kassen.
Aber sie machen die Arbeit nicht leichter.
Sie denken nicht an die Patienten.
Sie erfinden immer neue Regeln.
Das macht alle Menschen frustriert.
Frustriert bedeutet: Man ist enttäuscht und wütend.
Etwas klappt nicht so wie man will.
Man gibt vielleicht auf.
Christiana Hennemann arbeitet bei rehaKIND.
Sie sagt: Wir wissen schon die Lösungen.
Aber niemand handelt.
Es gibt immer mehr Prüfungen.
Es gibt immer mehr Frage-Bögen.
Computer ersetzen jetzt echte Menschen.
Die Kosten-Träger denken an Geld.
Sie denken nicht an gute Versorgung.
Versorgung bedeutet: Jemand bekommt das was er braucht.
Zum Beispiel: Essen und Trinken.
Oder: Hilfe vom Arzt.
Man kümmert sich um die Person.
Die Verfahren sind extra kompliziert.
Das soll Familien abschrecken.
Abschrecken bedeutet: Jemand bekommt Angst vor etwas.
Die Person will es dann nicht mehr machen.
Zum Beispiel: Hohe Strafen schrecken Menschen ab.
Viele Eltern geben dann auf.
Viele Mit-Arbeiter wechseln den Beruf.
Das System spart kurz-fristig Geld.
Kurz-fristig bedeutet: Es dauert nicht lange.
Es passiert bald.
Oder: Es gilt nur für kurze Zeit.
Das Gegen-Teil ist: lang-fristig.
Aber lang-fristig wird alles schlechter.
Lang-fristig bedeutet: Etwas dauert lange.
Zum Beispiel: mehrere Jahre.
Das Gegen-Teil ist: kurz-fristig.
Die Versorgung wird schlechter.
Die Motivation wird schlechter.
Motivation bedeutet: Man will etwas gern machen.
Man hat Lust dazu.
Man strengt sich dafür an.
Zum Beispiel: Man hat Motivation für Sport.
rehaKIND fordert: Das System braucht eine große Veränderung.
Eine Reform ist eine große Veränderung.
Man macht etwas anders als vorher.
Man will etwas besser machen.
Alle Verfahren müssen einfacher werden.
Die Patienten müssen im Mittel-Punkt stehen.
Nur so kann das System wieder funktionieren.
Nur so wird es wieder menschlich.

Foto: Messe Karlsruhe / Behrendt und Rausch
DORTMUND (kobinet) Die Hilfsmittelversorgung behinderter Kinder steckt in einer tiefen Krise: Fachkräftemangel, mentale Erschöpfung und der Verlust von Selbstwirksamkeit prägen den Alltag vieler Beschäftigter und Betroffener, stellt rehaKIND e.V. in Gesprächen mit Betroffenen fest. Gleichzeitig scheitert die dringend notwendige Vereinfachung von Prozessen an einem System, das sich selbst blockiert.
Bürokratische und intransparente Verfahren sind nach Einschätzung von rehaKind für schlechte Gelingensbedingungen mitverantwortlich. Schätzungen zufolge sind etwa 25 Prozent der physischen Erkrankungen systemisch bedingt. Die Kostenträger sind nicht in der Lage, so rehaKind Versorgungsprozesse zu vereinfachen und patientenorientiert zu denken. Immer neue bürokratische Verfahren und das Fehlen einer bedarfszentrierten Handlungsweise sorgen für Frust und mentale Erschöpfung in der Gesundheitsbranche.
„Die Lösungen liegen längst auf dem Tisch“, sagt Christiana Hennemann von rehaKIND „Doch statt konstruktiv zu handeln, werden neue Prüfszenarien und Fragebögen erfunden, die weder Familien noch Fachkräften entlasten. KI ersetzt mittlerweile kompetente Ansprechpartner auf Seiten der Kostenträger. Das Ergebnis ist Frust statt Fortschritt.“ So schafft man aber weder gelingende Verfahrensbedingungen noch Versorgungsqualität.
Kostenträger denken in Quartalszahlen, nicht in Versorgungsqualität. „Es entsteht der Eindruck, dass komplizierte Genehmigungsverfahren eher der Abschreckung dienen sollen“, so Hennemann weiter. Das führt dazu, dass Eltern entmutigt aufgeben und Versorger die Branche wechseln – ein kurzfristiger Spareffekt, der langfristig jedoch die Versorgung und Motivation im gesamten System gefährdet.
rehaKIND fordert auf der Basis dieser Einschätzung eine ehrliche Strukturreform und die konsequente patientenzentrierte Ausrichtung aller Verfahren. Nur so kann das System wieder wirksam, menschlich und zukunftsfähig werden.

Foto: Messe Karlsruhe / Behrendt und Rausch
DORTMUND (kobinet) Die Hilfsmittelversorgung behinderter Kinder steckt in einer tiefen Krise: Fachkräftemangel, mentale Erschöpfung und der Verlust von Selbstwirksamkeit prägen den Alltag vieler Beschäftigter und Betroffener, stellt rehaKIND e.V. in Gesprächen mit Betroffenen fest. Gleichzeitig scheitert die dringend notwendige Vereinfachung von Prozessen an einem System, das sich selbst blockiert.
Bürokratische und intransparente Verfahren sind nach Einschätzung von rehaKind für schlechte Gelingensbedingungen mitverantwortlich. Schätzungen zufolge sind etwa 25 Prozent der physischen Erkrankungen systemisch bedingt. Die Kostenträger sind nicht in der Lage, so rehaKind Versorgungsprozesse zu vereinfachen und patientenorientiert zu denken. Immer neue bürokratische Verfahren und das Fehlen einer bedarfszentrierten Handlungsweise sorgen für Frust und mentale Erschöpfung in der Gesundheitsbranche.
„Die Lösungen liegen längst auf dem Tisch“, sagt Christiana Hennemann von rehaKIND „Doch statt konstruktiv zu handeln, werden neue Prüfszenarien und Fragebögen erfunden, die weder Familien noch Fachkräften entlasten. KI ersetzt mittlerweile kompetente Ansprechpartner auf Seiten der Kostenträger. Das Ergebnis ist Frust statt Fortschritt.“ So schafft man aber weder gelingende Verfahrensbedingungen noch Versorgungsqualität.
Kostenträger denken in Quartalszahlen, nicht in Versorgungsqualität. „Es entsteht der Eindruck, dass komplizierte Genehmigungsverfahren eher der Abschreckung dienen sollen“, so Hennemann weiter. Das führt dazu, dass Eltern entmutigt aufgeben und Versorger die Branche wechseln – ein kurzfristiger Spareffekt, der langfristig jedoch die Versorgung und Motivation im gesamten System gefährdet.
rehaKIND fordert auf der Basis dieser Einschätzung eine ehrliche Strukturreform und die konsequente patientenzentrierte Ausrichtung aller Verfahren. Nur so kann das System wieder wirksam, menschlich und zukunftsfähig werden.




