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rehaKIND fordert konsequente patientenzentrierte Ausrichtung aller Verfahren

Kleines Mädchen mit Rollstuhl - Bike
Ausstellungsschwerpunkt sind Hilfsmittel für Kinder und Jugendliche
Foto: Messe Karlsruhe / Behrendt und Rausch

DORTMUND (kobinet) Die Hilfsmittelversorgung behinderter Kinder steckt in einer tiefen Krise: Fachkräftemangel, mentale Erschöpfung und der Verlust von Selbstwirksamkeit prägen den Alltag vieler Beschäftigter und Betroffener, stellt rehaKIND e.V. in Gesprächen mit Betroffenen fest. Gleichzeitig scheitert die dringend notwendige Vereinfachung von Prozessen an einem System, das sich selbst blockiert.

Bürokratische und intransparente Verfahren sind nach Einschätzung von rehaKind für schlechte Gelingensbedingungen mitverantwortlich. Schätzungen zufolge sind etwa 25 Prozent der physischen Erkrankungen systemisch bedingt. Die Kostenträger sind nicht in der Lage, so rehaKind Versorgungsprozesse zu vereinfachen und patientenorientiert zu denken. Immer neue bürokratische Verfahren und das Fehlen einer bedarfszentrierten Handlungsweise sorgen für Frust und mentale Erschöpfung in der Gesundheitsbranche.

„Die Lösungen liegen längst auf dem Tisch“, sagt Christiana Hennemann von rehaKIND „Doch statt konstruktiv zu handeln, werden neue Prüfszenarien und Fragebögen erfunden, die weder Familien noch Fachkräften entlasten. KI ersetzt mittlerweile kompetente Ansprechpartner auf Seiten der Kostenträger. Das Ergebnis ist Frust statt Fortschritt.“ So schafft man aber weder gelingende Verfahrensbedingungen noch Versorgungsqualität.

Kostenträger denken in Quartalszahlen, nicht in Versorgungsqualität. „Es entsteht der Eindruck, dass komplizierte Genehmigungsverfahren eher der Abschreckung dienen sollen“, so Hennemann weiter. Das führt dazu, dass Eltern entmutigt aufgeben und Versorger die Branche wechseln – ein kurzfristiger Spareffekt, der langfristig jedoch die Versorgung und Motivation im gesamten System gefährdet.

rehaKIND fordert auf der Basis dieser Einschätzung eine ehrliche Strukturreform und die konsequente patientenzentrierte Ausrichtung aller Verfahren. Nur so kann das System wieder wirksam,  menschlich und zukunftsfähig werden.