Berlin (kobinet)
Simone Fischer ist Politikerin.
Eine Frau arbeitet in der Politik.
Sie entscheidet über wichtige Themen für alle Menschen.
Sie arbeitet für die Grünen.
Sie arbeitet im Bundes-Tag.
Der Bundes-Tag ist eine Gruppe von Menschen.
Diese Menschen entscheiden über Gesetze in Deutschland.
Sie kümmert sich um das Thema Pflege.
Sie hat Fragen gestellt.
Die Fragen gingen an die Bundes-Regierung.
Die Bundes-Regierung besteht aus dem Bundes-Kanzler.
Und sie besteht aus den Ministern.
Sie regieren Deutschland.
Die Fragen heißen: Kleine Anfrage.
Das sind Fragen an die Regierung.
Abgeordnete stellen diese Fragen.
Das Thema war: Gesundheit für alle Menschen.
Die Bundes-Regierung hat geantwortet.
Simone Fischer ist nicht zufrieden.
Sie sagt: Die Antworten sind enttäuschend.
Es gibt einen Plan für Gesundheit.
Der Plan heißt: Aktions-Plan.
Das ist eine Liste mit Aufgaben.
Die Liste zeigt: Was muss gemacht werden?
Wann muss es gemacht werden?
Der Plan hilft beim Erreichen von Zielen.
Aber der Plan wird nicht umgesetzt.
Es fehlen wichtige Dinge:
Es gibt keine Zeit-Pläne.
Es gibt keine genauen Ziele.
Es gibt kein Geld dafür.
Deshalb passiert nichts.
Das ist schlecht für Menschen mit Behinderung.
Arzt-Praxen sind nicht barriere-frei
Die Bundes-Regierung sagt:
36 von 100 Praxen sind barriere-frei.
Das bedeutet: Es gibt keine Hindernisse.
Alle Menschen können überall hin.
Aber das stimmt nicht ganz.
Viele Praxen haben nur einen Aufzug.
Das reicht nicht.
Es fehlen andere wichtige Dinge:
Flexible Behandlungs-Stühle fehlen.
Barriere-freie Toiletten fehlen.
Hilfen für blinde Menschen fehlen.
Menschen im Roll-Stuhl finden keine Praxis.
Menschen mit Beatmung finden keine Praxis.
Die Behandlung braucht oft mehr Zeit.
Aber die Ärzte bekommen kein Geld dafür.
Deshalb behandeln viele Ärzte diese Menschen nicht.
Das ist ungerecht.
Jeder Mensch hat ein Recht auf Behandlung.
Frauen mit Behinderung beim Frauen-Arzt
Frauen-Ärzte heißen auch: Gynäkologen.
Das ist ein Frauen-Arzt.
Er kennt sich mit dem Körper von Frauen aus.
Viele Frauen-Arzt-Praxen sind nicht barriere-frei.
Die Untersuchungs-Stühle sind ungeeignet.
Es gibt kaum Haus-Besuche.
Viele Frauen können nicht zum Arzt gehen.
Das hat schlimme Folgen:
Frauen bekommen keine Vor-Sorge.
Frauen werden nicht aufgeklärt.
Frauen werden nicht behandelt.
Das schadet ihrer Gesundheit.
Das ist nicht selbst-bestimmt.
Junge Menschen beim Wechsel zum Erwachsenen-Arzt
Kinder gehen zum Kinder-Arzt.
Erwachsene gehen zum Erwachsenen-Arzt.
Der Wechsel heißt: Transition.
Das bedeutet: Übergang oder Wechsel.
Zum Beispiel: Der Wechsel vom Kinder-Arzt zum Erwachsenen-Arzt.
Bei diesem Wechsel gibt es Probleme.
Die Versorgung bricht oft ab.
Es gibt zu wenig Ärzte für Erwachsene.
Diese Ärzte kennen sich mit Behinderung aus.
Die Behandlung wird unterbrochen.
Familien müssen selbst nach Ärzten suchen.
Sie müssen oft weit fahren.
Das ist sehr schwierig.
Patienten-Lotsen helfen nicht mehr
Patienten-Lotsen sind Helfer.
Sie helfen kranken Menschen.
Sie zeigen den Weg durch das Gesundheits-System.
Sie erklären: Welcher Arzt ist richtig?
Sie helfen bei Terminen und Anträgen.
Es gab erfolg-reiche Projekte.
Aber diese Projekte werden nicht weiter-gemacht.
Das ist schlecht für die Menschen.
Viele verlieren sich im System.
Sie verstehen nicht: Wo muss ich hin?
Patienten-Lotsen würden helfen.
Sie würden Ärzte entlasten.
Aber es wird nichts geplant.
Kommunikation und Computer
Viele Menschen verstehen den Arzt nicht.
Der Arzt spricht zu kompliziert.
Das ist keine gute Versorgung.
Menschen mit Hör-Behinderung verstehen nichts.
Menschen mit Seh-Behinderung können nichts lesen.
Auch Computer-Seiten haben Probleme:
Internet-Seiten sind nicht barriere-frei.
Termin-Portale sind nicht barriere-frei.
Aufklärungs-Bögen sind nicht barriere-frei.
Viele Menschen können sie nicht nutzen.
Das betrifft auch ältere Menschen.
Gebärden-Sprach-Dolmetscher fehlen
Gehör-lose Menschen brauchen Dolmetscher.
Diese Dolmetscher sprechen Gebärden-Sprache.
Das ist eine Sprache mit den Händen.
Gehör-lose Menschen sprechen so.
Aber es gibt keine klare Regelung.
Die Bundes-Regierung verweist auf alte Gesetze.
Für gehör-lose Menschen ist das Glücks-Sache.
Sie können oft nicht mit dem Arzt sprechen.
Fach-Verbände fordern Änderungen
Viele Organisationen sind unzufrieden.
Sie fordern verbindliche Standards.
Das bedeutet: eine Regel.
Das bedeutet auch: etwas Normales.
Etwas ist wie immer.
Das heißt: Klare Regeln für alle.
Sie fordern Fristen.
Das heißt: Bis wann muss etwas fertig sein?
Sie fordern gesetz-liche Vorgaben:
Das ist eine Regel oder Anweisung.
Etwas muss so gemacht werden.
Barriere-Freiheit in Gebäuden.
Technische Ausstattung für alle.
Barriere-freie Kommunikation.
Erfassung von Barrieren.
Das heißt: Wo gibt es noch Hindernisse?
Wenn Menschen keine Behandlung bekommen:
Das ist Diskriminierung.
Das bedeutet: Menschen werden ungerecht behandelt.
Sie werden schlechter behandelt als andere Menschen.
Das heißt: Benachteiligung.
Das schadet der Gesundheit.
Die Bundes-Regierung muss handeln.
Barriere-Freiheit ist kein Extra.
Barriere-Freiheit ist ein Recht.
Fazit von Simone Fischer
Die Antwort der Bundes-Regierung zeigt:
Der Aktions-Plan wird nicht umgesetzt.
Es fehlen konkrete Maßnahmen.
Es fehlen Zeit-Pläne.
Das verzögert alles sehr.
Das ist ein Schlag ins Gesicht.
Viele Menschen haben mitgearbeitet.
Fach-Verbände haben mitgearbeitet.
Selbst-Vertretungs-Organisationen haben mitgearbeitet.
Das bedeutet: Menschen mit Behinderung sprechen für sich selbst.
Sie sagen: Das wollen wir.
Das brauchen wir.
Experten haben mitgearbeitet.
Wenn daraus nichts wird:
Das ist ein Versagen.
Die Menschen verlieren das Vertrauen.
Die Bundes-Regierung muss handeln.
Sie braucht klare Ziele.
Sie braucht Verantwortliche.
Sie braucht Geld für die Umsetzung.
Viele Menschen warten seit Jahren.
Sie warten auf echte Verbesserungen.
Gesundheits-Versorgung muss für alle da sein.
Jeder Mensch hat ein Recht darauf.

Foto: Axel Dressel
Berlin (kobinet) Simone Fischer, die pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, hat vor Kurzem eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung mit dem Titel "Gesundheitsversorgung barrierefrei und inklusiv gestalten – konkrete Maßnahmen umsetzen" gerichtet, deren Antworten nun vorliegen. Damit hakte die Grünen-Politikerin nach, was aus dem Aktionsplan für ein inklusives Gesundheitswesen geworden ist. "Die Antworten der Bundesregierung sind enttäuschend und bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Trotz der intensiven Beteiligung vieler Fachverbände und Sachverständiger fehlen verbindliche Aussagen zu Zeitplänen, Zielwerten und Finanzierung. Der im Dezember 2024 vorgelegte Aktionsplan für ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen droht so zur bloßen Absichtserklärung zu werden. Die Antwort zeigt, wie groß die strukturellen Lücken in der Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen weiterhin sind – mit gravierenden Folgen im Alltag", betonte Simone Fischer im Hinblick auf die Antworten der Bundesregierung auf ihre Anfrage.
Im Einzelnen äußerte sich Simone Fischer zu den Antworten der Bundesregierung in folgenden Bereichen:
Barrierefreiheit in Arztpraxen:
„Die Bundesregierung verweist auf Fortschritte, die jedoch überwiegend auf Selbstauskünften beruhen. 36 Prozent der Praxen geben an, mindestens ein Merkmal der Barrierefreiheit aufweisen zu können. Es ist davon auszugehen, dass viele Praxen sich für barrierefrei halten, weil sie einen Aufzug haben. In der Realität fehlen aber flexible Behandlungsstühle, barrierefreie Toiletten oder Orientierungshilfen für blinde Menschen. Wer auf einen Rollstuhl, Beatmung oder Assistenz angewiesen ist, findet oft über Jahre keine Praxis, die ihn behandeln kann. Viele Ärztinnen und Ärzte stoßen an Grenzen, wenn die Behandlung von Menschen mit komplexen Behinderungen mehr Zeit und Ausstattung erfordert, die nicht angemessen vergütet wird. Das schränkt das Recht auf freie Arztwahl ein – Prävention und Behandlung bleiben so für viele unerreichbar“, so die Einschätzung der Grünen-Politikerin.
Frauen und Mädchen mit Behinderungen:
Hierzu teilte Simone Fischer mit: „Barrierefreie gynäkologische Versorgung bleibt die Ausnahme. Untersuchungsstühle sind oft ungeeignet, Hausbesuche finden kaum statt, und viele Praxen sind weder räumlich noch kommunikativ auf die Bedürfnisse dieser Patientinnen eingestellt. Die Folge: Frauen bleiben ohne Vorsorge, Aufklärung und Behandlung – mit gravierenden Folgen für ihre Gesundheit und Selbstbestimmung. Es braucht verbindliche Vorgaben für barrierefreie Praxen, geeignete Ausstattung und eine angemessene Vergütung des zusätzlichen Aufwands, damit jede Frau medizinische Versorgung erhält – unabhängig von ihrer Behinderung.“
Junge Erwachsene mit Behinderungen:
Beim Übergang von der Kinder- zur Erwachsenenmedizin („Transition“) bricht nach Ansicht von Simone Fischer häufig die Versorgung weg. Wenn spezialisierte Angebote fehlen, werden notwendige Behandlungen unterbrochen – Familien müssen oft jahrelang selbst nach Ärztinnen und Ärzten oder Therapien suchen und weite Wege in Kauf nehmen. Die bestehenden Strukturen unterstützen diesen Übergang kaum und führen so zu vermeidbaren Versorgungslücken.
Patientenlotsen:
Erfolgreiche Projekte, die Menschen mit komplexen Erkrankungen durch das Gesundheitssystem begleiten, sollen nicht verstetigt werden. Viele verlieren sich weiterhin im System – mit vermeidbaren gesundheitlichen Risiken. Patientenlotsen schaffen nach Ansicht von Simone Fischer Orientierung, entlasten Ärztinnen und Ärzte, Pflege und Angehörige und sichern eine kontinuierliche Behandlung. „Dennoch sind seitens der Bundesregierung hierzu keine Maßnahmen geplant. Ohne sie bleibt die Versorgung oft Stückwerk – besonders für Menschen mit chronischen oder psychischen Erkrankungen oder mehreren Behandlungsbedarfen.“
Kommunikation und digitale Barrieren:
„Ein Arztgespräch, das man nicht versteht, ist keine medizinische Versorgung. Wer nicht hören, sehen oder komplizierte Fachsprache verstehen kann, bleibt oft ausgeschlossen – auch digital. Webseiten, Terminportale oder Aufklärungsbögen sind selten barrierefrei. Das betrifft Menschen mit Hör- oder Sehbehinderungen, ältere Menschen und viele, die Unterstützung beim Verstehen brauchen“, resümiert Simone Fischer die Situation auf der Basis der Antworten der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage.
Gebärdensprachdolmetscherinnen und Gebärdensprachdolmetscher:
„Statt einer klaren gesetzlichen Regelung verweist die Bundesregierung auf alte Paragrafen. Für gehörlose Menschen bleibt medizinische Kommunikation so oft Glückssache“, so das Fazit von Simone Fischer.
„Auch Fachverbände und Selbstvertretungsorganisationen fordern seit Monaten, dass der Aktionsplan endlich mit verbindlichen Standards, Fristen und gesetzlichen Vorgaben umgesetzt wird – von baulicher Barrierefreiheit über technische Ausstattung bis hin zu barrierefreier Kommunikation und verpflichtender Erfassung des tatsächlichen Barrieregrads. Wenn ärztliche Versorgung über Jahre hinweg ausbleibt, weil Praxen nicht zugänglich sind oder Kommunikation nicht funktioniert, ist das nicht nur diskriminierend, sondern gesundheitsschädigend. Die Bundesregierung muss jetzt handeln: Barrierefreiheit im Gesundheitswesen ist keine Zusatzleistung, sondern Voraussetzung für Prävention, Gesundheit und Teilhabe. Die Antwort der Bundesregierung zeigt deutlich, dass sie die Umsetzung des Aktionsplans nicht mit der erforderlichen Energie vorantreibt. Es fehlt an konkreten Maßnahmen und Zeitplänen, was die Umsetzung barrierefreier Strukturen erheblich verzögert“, erklärte die Grünen-Politikerin.
Die fehlende Umsetzung sei ein Schlag ins Gesicht all jener, die am Aktionsplan mitgearbeitet haben. „Fachverbände, Selbstvertretungsorganisationen und Expertinnen und Experten haben ihr Wissen und ihre Erfahrung eingebracht. Wenn daraus jetzt keine verbindlichen politischen Entscheidungen und Maßnahmen folgen, ist das ein Versagen des Systems. Engagement darf nicht ins Leere laufen, sonst verliert die Zivilgesellschaft Vertrauen. Die Bundesregierung muss jetzt zeigen, dass sie Barrierefreiheit im Gesundheitswesen nicht nur als Prüfauftrag versteht. Viele Menschen warten seit Jahren auf echte Verbesserungen. Wer diese Bedarfe ernst nimmt, braucht klare Ziele, Zuständigkeiten und Mittel, damit Gesundheitsversorgung endlich für alle zugänglich wird.“

Foto: Axel Dressel
Berlin (kobinet) Simone Fischer, die pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, hat vor Kurzem eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung mit dem Titel "Gesundheitsversorgung barrierefrei und inklusiv gestalten – konkrete Maßnahmen umsetzen" gerichtet, deren Antworten nun vorliegen. Damit hakte die Grünen-Politikerin nach, was aus dem Aktionsplan für ein inklusives Gesundheitswesen geworden ist. "Die Antworten der Bundesregierung sind enttäuschend und bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Trotz der intensiven Beteiligung vieler Fachverbände und Sachverständiger fehlen verbindliche Aussagen zu Zeitplänen, Zielwerten und Finanzierung. Der im Dezember 2024 vorgelegte Aktionsplan für ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen droht so zur bloßen Absichtserklärung zu werden. Die Antwort zeigt, wie groß die strukturellen Lücken in der Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen weiterhin sind – mit gravierenden Folgen im Alltag", betonte Simone Fischer im Hinblick auf die Antworten der Bundesregierung auf ihre Anfrage.
Im Einzelnen äußerte sich Simone Fischer zu den Antworten der Bundesregierung in folgenden Bereichen:
Barrierefreiheit in Arztpraxen:
„Die Bundesregierung verweist auf Fortschritte, die jedoch überwiegend auf Selbstauskünften beruhen. 36 Prozent der Praxen geben an, mindestens ein Merkmal der Barrierefreiheit aufweisen zu können. Es ist davon auszugehen, dass viele Praxen sich für barrierefrei halten, weil sie einen Aufzug haben. In der Realität fehlen aber flexible Behandlungsstühle, barrierefreie Toiletten oder Orientierungshilfen für blinde Menschen. Wer auf einen Rollstuhl, Beatmung oder Assistenz angewiesen ist, findet oft über Jahre keine Praxis, die ihn behandeln kann. Viele Ärztinnen und Ärzte stoßen an Grenzen, wenn die Behandlung von Menschen mit komplexen Behinderungen mehr Zeit und Ausstattung erfordert, die nicht angemessen vergütet wird. Das schränkt das Recht auf freie Arztwahl ein – Prävention und Behandlung bleiben so für viele unerreichbar“, so die Einschätzung der Grünen-Politikerin.
Frauen und Mädchen mit Behinderungen:
Hierzu teilte Simone Fischer mit: „Barrierefreie gynäkologische Versorgung bleibt die Ausnahme. Untersuchungsstühle sind oft ungeeignet, Hausbesuche finden kaum statt, und viele Praxen sind weder räumlich noch kommunikativ auf die Bedürfnisse dieser Patientinnen eingestellt. Die Folge: Frauen bleiben ohne Vorsorge, Aufklärung und Behandlung – mit gravierenden Folgen für ihre Gesundheit und Selbstbestimmung. Es braucht verbindliche Vorgaben für barrierefreie Praxen, geeignete Ausstattung und eine angemessene Vergütung des zusätzlichen Aufwands, damit jede Frau medizinische Versorgung erhält – unabhängig von ihrer Behinderung.“
Junge Erwachsene mit Behinderungen:
Beim Übergang von der Kinder- zur Erwachsenenmedizin („Transition“) bricht nach Ansicht von Simone Fischer häufig die Versorgung weg. Wenn spezialisierte Angebote fehlen, werden notwendige Behandlungen unterbrochen – Familien müssen oft jahrelang selbst nach Ärztinnen und Ärzten oder Therapien suchen und weite Wege in Kauf nehmen. Die bestehenden Strukturen unterstützen diesen Übergang kaum und führen so zu vermeidbaren Versorgungslücken.
Patientenlotsen:
Erfolgreiche Projekte, die Menschen mit komplexen Erkrankungen durch das Gesundheitssystem begleiten, sollen nicht verstetigt werden. Viele verlieren sich weiterhin im System – mit vermeidbaren gesundheitlichen Risiken. Patientenlotsen schaffen nach Ansicht von Simone Fischer Orientierung, entlasten Ärztinnen und Ärzte, Pflege und Angehörige und sichern eine kontinuierliche Behandlung. „Dennoch sind seitens der Bundesregierung hierzu keine Maßnahmen geplant. Ohne sie bleibt die Versorgung oft Stückwerk – besonders für Menschen mit chronischen oder psychischen Erkrankungen oder mehreren Behandlungsbedarfen.“
Kommunikation und digitale Barrieren:
„Ein Arztgespräch, das man nicht versteht, ist keine medizinische Versorgung. Wer nicht hören, sehen oder komplizierte Fachsprache verstehen kann, bleibt oft ausgeschlossen – auch digital. Webseiten, Terminportale oder Aufklärungsbögen sind selten barrierefrei. Das betrifft Menschen mit Hör- oder Sehbehinderungen, ältere Menschen und viele, die Unterstützung beim Verstehen brauchen“, resümiert Simone Fischer die Situation auf der Basis der Antworten der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage.
Gebärdensprachdolmetscherinnen und Gebärdensprachdolmetscher:
„Statt einer klaren gesetzlichen Regelung verweist die Bundesregierung auf alte Paragrafen. Für gehörlose Menschen bleibt medizinische Kommunikation so oft Glückssache“, so das Fazit von Simone Fischer.
„Auch Fachverbände und Selbstvertretungsorganisationen fordern seit Monaten, dass der Aktionsplan endlich mit verbindlichen Standards, Fristen und gesetzlichen Vorgaben umgesetzt wird – von baulicher Barrierefreiheit über technische Ausstattung bis hin zu barrierefreier Kommunikation und verpflichtender Erfassung des tatsächlichen Barrieregrads. Wenn ärztliche Versorgung über Jahre hinweg ausbleibt, weil Praxen nicht zugänglich sind oder Kommunikation nicht funktioniert, ist das nicht nur diskriminierend, sondern gesundheitsschädigend. Die Bundesregierung muss jetzt handeln: Barrierefreiheit im Gesundheitswesen ist keine Zusatzleistung, sondern Voraussetzung für Prävention, Gesundheit und Teilhabe. Die Antwort der Bundesregierung zeigt deutlich, dass sie die Umsetzung des Aktionsplans nicht mit der erforderlichen Energie vorantreibt. Es fehlt an konkreten Maßnahmen und Zeitplänen, was die Umsetzung barrierefreier Strukturen erheblich verzögert“, erklärte die Grünen-Politikerin.
Die fehlende Umsetzung sei ein Schlag ins Gesicht all jener, die am Aktionsplan mitgearbeitet haben. „Fachverbände, Selbstvertretungsorganisationen und Expertinnen und Experten haben ihr Wissen und ihre Erfahrung eingebracht. Wenn daraus jetzt keine verbindlichen politischen Entscheidungen und Maßnahmen folgen, ist das ein Versagen des Systems. Engagement darf nicht ins Leere laufen, sonst verliert die Zivilgesellschaft Vertrauen. Die Bundesregierung muss jetzt zeigen, dass sie Barrierefreiheit im Gesundheitswesen nicht nur als Prüfauftrag versteht. Viele Menschen warten seit Jahren auf echte Verbesserungen. Wer diese Bedarfe ernst nimmt, braucht klare Ziele, Zuständigkeiten und Mittel, damit Gesundheitsversorgung endlich für alle zugänglich wird.“




