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Rollstuhlfecht-WM mit starken Leistungen und Team-Medaille

Fechter in Sportkleidung mit Gesichtsschutz und Waffe
Fechten ist ein anspruchsvoller Sport
Foto: fencingstories In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

FRECHEN (kobinet) Lange war das deutsche Nationalteam im Rollstuhlfechten nicht mehr mit so vielen Athletinnen und Athleten zu Weltmeisterschaften gereist wie jetzt nach Iksan (Südkorea). Umso erfreulicher waren die vielen Top-Acht-Platzierungen und die starken Leistungen, vor allem auch durch den Nachwuchs. Großes Highlight: Die deutschen Herren gewannen im Mannschaftswettbewerb mit dem Säbel Bronze – es war die erste Teammedaille seit Jahrzehnten.

Acht Rollstuhlfechterinnen und Rollstuhlfechter hatten die Reise nach Südkorea angetreten. Das größte Augenmerk lag im Vorfeld sicher auf Maurice Schmidt, dem Paralympics-Sieger von Paris 2024. Am ersten Tag war mit dem Säbel – ausgerechnet dem Wettbewerb, in dem Schmidt vor einem Jahr in Paris Gold gewonnen hatte – bereits im Achtelfinale der Kategorie A gegen den Chinesen Hao Li Schluss. Erfreulicher lief es dagegen in derselben Kategorie für Julius Haupt. Der 25-Jährige setzte sich mit 15:3 deutlich gegen den Japaner Shintaro Kano durch und verlor erst im Viertelfinale gegen den Italiener Edoardo Giordan. Am Ende stand ein starker achter Platz zu Buche.

Mit unterschiedlichen Eindrücken gingen die deutschen Athleten somit in den Team-Wettbewerb im Säbel am darauffolgenden Tag. Julius Haupt, Maurice Schmidt, Balwinder Cheema und Dimitrij Rout stellten die deutsche Mannschaft, die ihre ersten beiden Duelle gegen Ungarn (45:36) und Frankreich (45:31) souverän bestritt. Im Halbfinale wartete mit der Ukraine dann ein richtig harter Gegner auf das deutsche Team – mit 30:45 wurde der Einzug ins Finale verpasst. Das Match um Bronze drohte mindestens genauso schwierig zu werden, schließlich ging es gegen den aktuellen Paralympics-Sieger aus China. Nach einem ausgeglichenen Start wurde dieser immer dominanter und baute einen scheinbar uneinholbaren Vorsprung auf die deutsche Mannschaft auf. Als Maurice Schmidt zum letzten Duell in diesem Match antrat, lag China bereits mit 40:28 vorne und brauchte nur fünf Treffer für Bronze. Doch Schmidt startete eine fulminante Aufholjagd, holte 17 Punkte, ließ nur drei Treffer zu und sorgte so für den umjubelten 45:43-Sieg der deutschen Mannschaft und damit für die erste WM-Teammedaille seit Jahrzehnten.

Zum Abschluss der Weltmeisterschaften stand ein weiterer Team-Wettbewerb an, diesmal im Florett. Clemens Cursiefen, Felix Schrader, Julius Haupt und Dimitrij Rout besiegten zunächst die USA deutlich (45:31), verpassten dann aber mit einer Niederlage gegen Großbritannien (37:45) den Einzug ins Halbfinale knapp. Das Platzierungsduell gegen Thailand um Rang sechs entwickelte sich zu einem ebenso spannenden Krimi wie der Kampf um Bronze im Säbel. Erneut musste mit Julius Haupt der letzte deutsche Fechter einen großen Rückstand (30:40) wettmachen – und erneut gelang dieses Kunststück. Diesmal war es sogar noch ein bisschen knapper, am Ende siegte Deutschland mit einem Punkt Vorsprung (45:44).

Die Bilanz für Iksan fällt damit positiv aus. Heraus sticht die Bronze-Medaille im Team, doch für die Zukunft dürften ebenso die mehrfachen Top-Acht-Platzierungen Hoffnung machen. Schließlich war bei der vergangenen WM im Rollstuhlfechten nur ein deutscher Sportler vertreten gewesen.