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Jürgen Dusel: Massiver Nachholbedarf bei Barrierefreiheit der Bahn

Jürgen Dusel
Jürgen Dusel
Foto: Henning Schacht

Berlin (kobinet) "Die Deutsche Bahn hat einen massiven Nachholbedarf. Auch bei großen Bahnhöfen gibt es noch Defizite. Barrierefreiheit ist halt mehr als nur die stufenlose Zugänglichkeit zum Gleis oder zum Bahnhofsgebäude. Taube Menschen sind beispielsweise bei einem akustisch verkündeten Gleiswechsel einfach raus. Oder Menschen, die blind sind, und beispielsweise die Situation haben, dass ausgerechnet dann, wenn der Gleiswechsel verkündet wird, der Zug einfährt und sie gar nichts mehr hören." Dies machte der Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, in einem aktuellen Interview der taz zu Inklusion im Alltag deutlich. Was Probleme bei der Bahn konkret bedeuten, erfahren Reisende, die beispielsweise in Bamberg aua- oder umsteigen müssen. Dort ist seit Monaten ein Aufzug kaputt, was für erhebliche Probleme für die Betroffenen sorgt.

Jürgen Dusel äusserte sich auch auf die Frage der taz, ob er die mühsam erkämpfte Fortschritte durch rechtsextreme Kräfte wie die AfD gefährdet sieht, wie folgt: „Inklusion ist mittlerweile zum Zankapfel geworden. Dabei muss klar sein, dass Menschen mit Behinderungen Teil dieser Gesellschaft sind. Ich erlebe, dass viele Leute jetzt anfangen so zu tun, als wäre das die reine Nächstenliebe. Man sieht sehr stark, dass es politische Kräfte gibt, die versuchen, Menschen an den Rand zu drängen. Wenn ich über Inklusion rede, dann meine ich nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern Menschen in ihrer Vielfalt, alt und jung, Mann und Frau, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Da wird klar, dass es dabei um etwas Urdemokratisches geht. Demokratie braucht Inklusion. Ein Land, das nicht inklusiv ist, ist nicht demokratisch.“

Link zum vollständigen taz-Interview mit Jürgen Dusel vom 18. August 2025

Lesermeinungen

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2 Lesermeinungen
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Uwe Heineker
27.08.2025 21:21

Menschen mit Behinderung stehen weder gesellschaftlich noch politisch auf der Tagesordnung – sonst wären wir in Sachen Inklusion weiter. ich kann mich mittlerweile nicht des Eindrucks verwehren, dass Inklusion seitens der Politik – entgegen ihrer nichtssagender Inklusionsrhetorik – in Wirklichkeit nicht gewollt ist

Martin
23.08.2025 12:22

Wenn die UN behindertenrechtskonvention ja vorschreibt, Menschen mit Behinderungen und ihre Interessenvertretungen in alle sie betreffenden wesentlichen Belange mit einbezogen werden sollen könnte das ja auch bedeuten dass Herr Dusel oder aber der nationale Behindertenrat ganz aktiv in die Auswahl der neuen Führungsperson mit einbezogen werden….

Aber wahrscheinlich schreibe ich hier im Fieberwahn….. Obwohl ich eigentlich behindert aber ansonsten gerade nicht an einer Grippe leide….

Martin Theben