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Land stützt lokale Tafeln

Gulasch mit einem Kloß auf einem Teller
Gulasch mit Kloß zum Mittag
Foto: ReinhardThrainer In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

DÜSSELDORF (kobinet) Die Unterstützung der nordrhein-westfälischen Tafeln im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und Armut bleibt nach den Worten Sozialminister Karl-Josef Laumann ein wichtiges Anliegen der Landesregierung: Rund 1,4 Millionen Euro werden durch den Landeshaushalt im Jahr 2025 bereitgestellt, um ihre wichtige Arbeit in Nordrhein-Westfalen zu sichern. "Die Tafeln leisten tagtäglich einen unschätzbaren Beitrag für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Mit viel ehrenamtlichem Engagement sind sie ein Musterbeispiel für eine solidarische Gesellschaft. Mit unserer Unterstützung sorgen wir dafür, dass sie ihre Arbeit unter stabilen Bedingungen fortsetzen können.", so der Minister

Die Tafeln stehen vielerorts unter Druck. Die Nachfrage nach Unterstützungsangeboten bleibt hoch, während zugleich die verfügbaren Lebensmittelspenden zurückgehen. Zusätzlich belasten steigende Betriebskosten sowie Herausforderungen bei der Gewinnung neuer Ehrenamtlicher die Arbeit der Tafeln. Mit der erneuten Bereitstellung der Fördermittel auch für das Jahr 2025 schafft die Landesregierung eine wichtige Entlastung. So können die Tafeln ihre Versorgungsangebote sichern und auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig bleiben. Die Mittel dienen der Finanzierung laufender Betriebsausgaben wie Miet- und Energiekosten oder etwa Reparatur- und Betriebskosten von Fahrzeugen. Zudem wird weiterhin die Anschaffung energieeffizienter Kühlgeräte unterstützt.

Auf Basis der Erfahrungen des vergangenen Jahres hat die Landesregierung im engen Austausch mit den Tafeln den Verteilungsschlüssel überarbeitet. Künftig werden die Mittel gezielt an die Tafeln vergeben, die ihren konkreten Bedarf anmelden. Die Höhe der Förderung orientiert sich weiterhin an der Anzahl der Empfängerinnen und Empfänger von Mindestsicherungsleistungen am jeweiligen Standort. Die Verteilung der Mittel erfolgt erneut in einem unbürokratischen Verfahren über den Landesverband „Tafel Nordrhein-Westfalen e.V.“.

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Ralph Milewski
01.08.2025 17:39

Warum diese Nachricht für kobinet relevant sein soll, ist fraglich. Aber versuchen wir dennoch, einen Bezug dazu herzustellen.

Das Zusammenspiel von Bürgergeldkürzungen und der fortgesetzten Finanzierung der Tafeln ist Ausdruck einer tief verachtenden Sozialpolitik, die Bedürftigkeit nicht beseitigt, sondern verwaltet. Es handelt sich nicht um eine Notlösung oder Übergangsmaßnahme, sondern um ein gewolltes System, das Menschen in dauerhafte Existenzangst und Nöte hält.

Die offiziellen Begründungen für steigende Kosten im Bürgergeld verschleiern die Realität. Die Ausgaben wachsen nicht, weil Leistungsbezieherinnen und Leistungsbezieher mehr Geld zum Leben hätten. Immer mehr Menschen sind auf Grundsicherung angewiesen und gleichzeitig steigen die Preise. Der Regelsatz bleibt faktisch zu niedrig. Anpassungen laufen der Inflation hinterher und die Betroffenen verlieren real an Kaufkraft. Statt das Existenzminimum armutsfest zu machen, wird nun erneut über Kürzungen diskutiert, selbst in einem Umfeld wachsender Armut und steigender Lebenshaltungskosten.

Parallel dazu werden Tafeln staatlich gefördert und politisch gefeiert. Sie sind längst kein reines Ehrenamtsprojekt mehr, sondern ein fester Bestandteil des Schatten-Sozialstaats. Die Lebensmittelversorgung wird an private Spenden und freiwillige Helfer ausgelagert, ohne Rechtsanspruch und ohne Planbarkeit für die Betroffenen. Das wird als Ausdruck einer solidarischen Gesellschaft verkauft, ist aber in Wahrheit ein staatlich gestütztes System von Almosen, das den Mangel verwaltet, anstatt ihn zu beseitigen.

So entsteht eine doppelte Demütigung. Menschen sollen mit einem unzureichenden Bürgergeld auskommen, werden kontrolliert und sanktioniert, wenn sie nicht jede angebotene Arbeit annehmen können. Wer trotzdem nicht über die Runden kommt, wird an Tafeln verwiesen. Dort entscheidet nicht das Gesetz, sondern Gnade und Spendenlage darüber, ob jemand seine Grundbedürfnisse wie Nahrung decken kann. Existenzsicherung wird so zu einer Gunstleistung und bleibt jederzeit widerrufbar.

Diese Art von Existenzsicherung macht nachweislich krank, psychisch wie physisch. Dauerhafte Unsicherheit, ständige Kontrolle und die Angst vor Kürzungen belasten die mentale Gesundheit. Fehlende Mittel für ausgewogene Ernährung, Heizung, medizinische Versorgung und soziale Teilhabe führen zu chronischem Stress, Depressionen und körperlichen Erkrankungen. Wer so lebt, kämpft nicht für ein gutes Leben, sondern ums Überleben – Tag für Tag.

Dieses System ist kein Versehen, es ist politisch gewollt. Es hält Armut kontrollierbar, entlastet öffentliche Haushalte zulasten der Schwächsten und bedient eine politische Erzählung. Bedürftige müssen diszipliniert, überwacht und in Arbeit gedrängt werden. Wer trotzdem nicht zurechtkommt, soll dankbar für Almosen sein. Menschenwürde wird so unter Vorbehalt gestellt und soziale Rechte werden durch Bedürftigkeitsverwaltung ersetzt.

Eine echte Alternative wäre ein garantiertes, armutsfestes Existenzminimum, das unabhängig von Spenden oder jährlichen Förderbescheiden ist. Eine Sozialpolitik, die nicht auf Zwang und Demütigung, sondern auf Rechte und Teilhabe setzt, würde Armut wirklich bekämpfen. Solange stattdessen Kürzungen diskutiert und Tafeln finanziert werden, bleibt das System ein Instrument der sozialen Verachtung und nicht der sozialen Sicherheit.