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Warnung vor Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet) Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) warnt einem Bericht von heise online zufolge eindringlich vor einer Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch Gesetzesänderungen, die einen verbesserten Informationsaustausch zur Gefahrenabwehr ermöglichen sollen. "Der jüngste Vorstoß in diese Richtung kommt von der hessischen Landesregierung. Dabei geht es um Änderungen am Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG)", heißt es im Bericht von Marie-Claire Koch auf heise online.

„Aus Sicht des BDP werden Einzelfälle instrumentalisiert, um die ärztliche und psychotherapeutische Schweigepflicht aufzuweichen – teils unter Umgehung des Datenschutzes. Dies könnte das Vertrauen in psychologische und psychiatrische Hilfsangebote nachhaltig erschüttern. Der Verband appelliert an die Politik, die Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen nicht zu fördern und den Datenschutz nicht aufzuweichen. Solche Maßnahmen trügen nicht zur Eindämmung von Gewalttaten in Deutschland bei“, heißt es weiter im Bericht auf heise online.

Link zum Bericht

Auch die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) fordert den sofortigen Stopp der Gedankenspiele zur Registrierung von Menschen mit psychischen Behinderungen und die Rückkehr zu einer evidenzbasierten und menschenrechtskonformen Diskussion. Der Dynamik rund um ein zunächst von konservativen Politiker*innen geforderten Register für „psychisch kranke Straftäter“ müsse nach Ansicht der Selbstvertretungsorganisation behinderter Mernschen Einhalt geboten werden – rechtes Gedankengut dürfe nicht (erneut) normalisiert werden. Nicht nur wäre das Vorhaben nach Ansicht der ISL stigmatisierend und bedrohe konkret Menschenrechte. Auch basiere die Forderung auf falschen Annahmen und verhindere, die systemischen Probleme bei der Versorgung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen anzupacken, heißt es vonseiten der ISL.

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 8. Juli 2025 über die Stellungnahme der ISL zum Thema

Die Registrierung von Menschen mit psychischen Behinderungen führt nach Ansicht von Thomas Künneke zu Gewalt. Angesichts der aktuellen Diskussion um eine mögliche Registrierung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen hat Thomas Künneke, der sich seit vielen Jahren für die Menschenrechte behinderter Menschen und besonders von Menschen mit psychischen Hindernissen stark macht, am 4. Juli 2025 einen Kommentar für die kobinet-nachrichten verfasst.

Link zum Kommentar von Thomas Künneke