Burscheid (kobinet)
Es gibt ein neues Gesetz für Autos.
Das Gesetz heißt UN-Regel-ung R155.
UN-Regel-ung bedeutet: Regeln von allen Ländern der Welt.
Die UN ist eine Gruppe von fast allen Ländern.
Die Länder machen zusammen Regeln.
Diese Regeln sollen für alle Menschen gelten.
Das Gesetz soll Autos vor Computer-Angriffen schützen.
Computer-Angriffe bedeutet: Böse Menschen greifen Computer an.
Sie wollen Computer kaputt machen.
Sie wollen auch Daten stehlen.
Das machen sie über das Internet.
Das ist gut gemeint.
Aber das Gesetz macht auch Probleme.
Menschen mit Behinderung brauchen oft besondere Auto-Teile.
Diese besonderen Auto-Teile nennt man Um-bauten.
Die Um-bauten machen das Auto-Fahren möglich.
Durch das neue Gesetz sind Um-bauten schwerer.
Manchmal sind Um-bauten gar nicht mehr möglich.
Die Firma KADOMO macht solche Um-bauten.
Frank Rösner arbeitet bei KADOMO.
Frank Rösner sagt: Die Autos werden wie geschützte Häuser.
Geschützte Häuser bedeutet: Häuser die sehr sicher sind.
Niemand kann rein-kommen.
Die Türen und Fenster sind zu.
Man braucht einen Schlüssel.
Wir können nicht mehr an die Computer ran.
Das macht unsere Arbeit schwer.
Moderne Autos können viel.
Sie erkennen Verkehrs-Schilder.
Sie bleiben in der Spur.
Sie parken alleine ein.
Aber Menschen mit Behinderung haben Nachteile.
Das Gesetz R155 schützt wichtige Auto-Systeme.
Auto-Systeme bedeutet: Alle wichtigen Teile im Auto.
Diese Teile arbeiten zusammen.
Sie sorgen dafür dass das Auto fährt.
Zum Beispiel: Motor und Bremsen.
Computer-Angriffe können gefährlich sein.
Viele Autos können gleichzeitig betroffen sein.
Deshalb ist Schutz wichtig.
Aber Menschen mit Behinderung leiden darunter.
Sie können ihre Autos nicht mehr umbauen lassen.
Früher war vieles einfacher.
Man konnte Blinker und Licht über Computer steuern.
Das war schön und praktisch.
Schön bedeutet: Etwas sieht gut aus.
Es gefällt den Menschen.
Es ist angenehm.
Man freut sich darüber.
Heute muss man wieder mechanische Teile nehmen.
Mechanische Teile bedeutet: Teile von Maschinen die sich bewegen.
Diese Teile haben keine Computer drin.
Sie arbeiten nur durch Bewegung.
Zum Beispiel: Räder oder Hebel.
Das ist wie alte Technik.
Die mechanischen Teile haben Nachteile:
- Sie kosten mehr Geld
- Sie gehen öfter kaputt
- Sie sehen alt aus
- Sie können gefährlich sein
Frank Rösner sagt: Das macht keinen Sinn.
Keinen Sinn machen bedeutet: Etwas ist nicht logisch.
Man versteht nicht warum es so ist.
Es ist nicht gut durchdacht.
Wir haben bessere Computer-Systeme.
KADOMO macht sich Sorgen.
Bald können vielleicht gar keine Um-bauten mehr gemacht werden.
Das wäre schlecht für Menschen mit Behinderung.
KADOMO fordert 3 Dinge:
1. Fach-Firmen brauchen Zugang zu den Auto-Computern.
Fach-Firmen bedeutet: Firmen die sich sehr gut auskennen.
Sie können besondere Sachen sehr gut machen.
Sie haben viel Wissen über ihr Fach-Gebiet.
Andere Firmen fragen sie oft um Hilfe.
Diese Firmen haben eine Erlaubnis.
Sie kennen sich aus.
2. Es braucht Ausnahmen vom Gesetz.
Ausnahmen bedeutet: Etwas ist anders als normal.
Die meisten Regeln gelten nicht.
Zum Beispiel: Alle Geschäfte sind zu.
Aber die Apotheke ist offen.
Die Apotheke ist eine Ausnahme.
Menschen mit Behinderung brauchen besondere Regeln.
3. Experten sollen bei neuen Gesetzen mit-reden.
Behinderten-Verbände sollen mit-reden.
Fach-Firmen sollen mit-reden.
Frank Rösner sagt: Wir brauchen Hilfe von allen.
Auto-Hersteller sollen helfen.
Verbände sollen helfen.
Behinderten-Organisationen sollen helfen.
Zusammen haben wir mehr Kraft.
Das Thema ist wichtig:
- Computer-Sicherheit in Autos
Computer-Sicherheit bedeutet: Der Computer ist vor Gefahren geschützt.
Niemand kann heimlich auf den Computer zugreifen.
Die Daten im Computer sind sicher.
Zum Beispiel durch ein Pass-Wort.
- Faire Bewegung für alle Menschen
Faire Bewegung bedeutet: Alle Menschen können sich gleich gut bewegen.
Sie können von einem Ort zum anderen kommen.
Menschen nutzen das Auto oder den Bus.
So kommen sie von zu Hause zur Arbeit.

Foto: Kooperation Behinderter im Internet e.V./Tom Kallmeyer (Creative Commons BY-SA 4.0)
Burscheid(kobinet) Burscheid(kobinet) "Gut gemeint ist bekanntlich nicht immer auch gut gemacht. Mit der neuen UN-Regelung R155 sollen moderne Fahrzeuge besser vor Cyberangriffen geschützt werden. Doch die international verbindliche Vorschrift hat eine bislang kaum beachtete Nebenwirkung: Sie erschwert individuelle Fahrzeuganpassungen erheblich – besonders für Menschen mit Behinderung, die auf maßgeschneiderte technische Lösungen angewiesen sind. Einige Fahrzeugtypen lassen sich deshalb schon jetzt nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr umrüsten. KADOMO fordert deshalb praxisnahe Nachbesserungen – und eine konzertierte Aktion aller Beteiligten", so heißt es in einer Presseinformation, die Volker Neumann verbreitet hat.
Moderne Autos sind wahre Technikwunder. Sie erkennen Verkehrsschilder, halten die Spur, parken selbstständig ein. Doch ausgerechnet dort, wo Technologie eigentlich neue Freiheit bringen soll, entstehen plötzlich neue Hürden. „Wir erleben derzeit, dass Fahrzeuge zu digitalen Festungen werden“, sagt Frank Rösner, Geschäftsführer von KADOMO. „Die Schnittstellen, die wir für barrierefreie Umbauten benötigen, werden schlicht verriegelt. Das erschwert unsere Arbeit erheblich oder macht sie mitunter sogar unmöglich.“
Die UN-Regelung R155 schützt sensible Fahrzeugsysteme vor digitalen Angriffen. Das Ziel ist nachvollziehbar: Manipulationen über drahtlose Zugänge könnten im Ernstfall zehntausende Fahrzeuge gleichzeitig betreffen. Doch ausgerechnet behindertengerechte Umbauten geraten durch diese Sicherheitsmechanismen ins Abseits. Funktionen wie Blinker, Licht oder Gangwahl lassen sich softwareseitig nicht mehr ansteuern, der Zugriff über zugelassene Drittanbieterlösungen wird blockiert.
Rückschritt statt Fortschritt
Was früher über elegante, softwarebasierte Steuerungen lief, muss nun wieder mechanisch gelöst werden. Statt etwa mehrere Funktionen bequem über einen Multidrehknopf am Lenkrad zu steuern, müssen bei neuen Fahrzeugen wieder Gestänge und Kleinstmotoren zum Einsatz kommen, die physisch die Originalhebel betätigen. Diese Lösungen sind aufwendiger, teurer, fehleranfälliger, zum Teil sicherheitstechnisch bedenklich und sie sehen aus wie Technik aus einer anderen Zeit. „Das ist absurd. Wir haben längst bessere, digitale Systeme“, betont Frank Rösner. KADOMO sieht in dieser Entwicklung eine ernste Bedrohung für die Mobilität und Teilhabe vieler Menschen mit Behinderung. Was heute vereinzelt auftritt, könnte mit jeder neuen Fahrzeuggeneration zur systematischen Hürde werden. Deshalb fordert das Unternehmen eine zügige Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen und vor allem den politischen Willen, individuelle Mobilitätslösungen nicht auszubremsen, sondern möglich zu machen.
Appell: Jetzt gemeinsam handeln
Konkret bedeutet das:
- Zertifizierte Umbauer brauchen einen abgesicherten Zugang zu sicherheitsrelevanten Schnittstellen.
- Es braucht gesetzlich geregelte Ausnahmemöglichkeiten für behindertengerechte Fahrzeuganpassungen.
- In die Weiterentwicklung von Vorschriften wie UN R155 müssen Praxisexperten, Behindertenverbände und spezialisierte Unternehmen frühzeitig eingebunden werden.
KADOMO sieht sich nicht allein in der Verantwortung. „Was wir jetzt brauchen, ist eine konzertierte Aktion aller, denen barrierefreie Mobilität am Herzen liegt“, sagt Frank Rösner. Das betreffe Automobilhersteller ebenso wie Fachverbände, soziale Träger, und Behindertenorganisationen. „Wir sind überzeugt, dass eine gemeinsame Stimme mehr Gewicht hat. Es ist an der Zeit, dass wir das Thema Cybersicherheit und Mobilitätsgerechtigkeit mit Priorität behandeln und mit einer klaren Haltung nach außen treten.“

Foto: Kooperation Behinderter im Internet e.V./Tom Kallmeyer (Creative Commons BY-SA 4.0)
Burscheid(kobinet) Burscheid(kobinet) "Gut gemeint ist bekanntlich nicht immer auch gut gemacht. Mit der neuen UN-Regelung R155 sollen moderne Fahrzeuge besser vor Cyberangriffen geschützt werden. Doch die international verbindliche Vorschrift hat eine bislang kaum beachtete Nebenwirkung: Sie erschwert individuelle Fahrzeuganpassungen erheblich – besonders für Menschen mit Behinderung, die auf maßgeschneiderte technische Lösungen angewiesen sind. Einige Fahrzeugtypen lassen sich deshalb schon jetzt nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr umrüsten. KADOMO fordert deshalb praxisnahe Nachbesserungen – und eine konzertierte Aktion aller Beteiligten", so heißt es in einer Presseinformation, die Volker Neumann verbreitet hat.
Moderne Autos sind wahre Technikwunder. Sie erkennen Verkehrsschilder, halten die Spur, parken selbstständig ein. Doch ausgerechnet dort, wo Technologie eigentlich neue Freiheit bringen soll, entstehen plötzlich neue Hürden. „Wir erleben derzeit, dass Fahrzeuge zu digitalen Festungen werden“, sagt Frank Rösner, Geschäftsführer von KADOMO. „Die Schnittstellen, die wir für barrierefreie Umbauten benötigen, werden schlicht verriegelt. Das erschwert unsere Arbeit erheblich oder macht sie mitunter sogar unmöglich.“
Die UN-Regelung R155 schützt sensible Fahrzeugsysteme vor digitalen Angriffen. Das Ziel ist nachvollziehbar: Manipulationen über drahtlose Zugänge könnten im Ernstfall zehntausende Fahrzeuge gleichzeitig betreffen. Doch ausgerechnet behindertengerechte Umbauten geraten durch diese Sicherheitsmechanismen ins Abseits. Funktionen wie Blinker, Licht oder Gangwahl lassen sich softwareseitig nicht mehr ansteuern, der Zugriff über zugelassene Drittanbieterlösungen wird blockiert.
Rückschritt statt Fortschritt
Was früher über elegante, softwarebasierte Steuerungen lief, muss nun wieder mechanisch gelöst werden. Statt etwa mehrere Funktionen bequem über einen Multidrehknopf am Lenkrad zu steuern, müssen bei neuen Fahrzeugen wieder Gestänge und Kleinstmotoren zum Einsatz kommen, die physisch die Originalhebel betätigen. Diese Lösungen sind aufwendiger, teurer, fehleranfälliger, zum Teil sicherheitstechnisch bedenklich und sie sehen aus wie Technik aus einer anderen Zeit. „Das ist absurd. Wir haben längst bessere, digitale Systeme“, betont Frank Rösner. KADOMO sieht in dieser Entwicklung eine ernste Bedrohung für die Mobilität und Teilhabe vieler Menschen mit Behinderung. Was heute vereinzelt auftritt, könnte mit jeder neuen Fahrzeuggeneration zur systematischen Hürde werden. Deshalb fordert das Unternehmen eine zügige Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen und vor allem den politischen Willen, individuelle Mobilitätslösungen nicht auszubremsen, sondern möglich zu machen.
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Konkret bedeutet das:
- Zertifizierte Umbauer brauchen einen abgesicherten Zugang zu sicherheitsrelevanten Schnittstellen.
- Es braucht gesetzlich geregelte Ausnahmemöglichkeiten für behindertengerechte Fahrzeuganpassungen.
- In die Weiterentwicklung von Vorschriften wie UN R155 müssen Praxisexperten, Behindertenverbände und spezialisierte Unternehmen frühzeitig eingebunden werden.
KADOMO sieht sich nicht allein in der Verantwortung. „Was wir jetzt brauchen, ist eine konzertierte Aktion aller, denen barrierefreie Mobilität am Herzen liegt“, sagt Frank Rösner. Das betreffe Automobilhersteller ebenso wie Fachverbände, soziale Träger, und Behindertenorganisationen. „Wir sind überzeugt, dass eine gemeinsame Stimme mehr Gewicht hat. Es ist an der Zeit, dass wir das Thema Cybersicherheit und Mobilitätsgerechtigkeit mit Priorität behandeln und mit einer klaren Haltung nach außen treten.“




