Berlin (kobinet)
Die Hilfs-Organisation Handicap International hat in Uganda eine Umfrage gemacht.
Handicap International ist eine Hilfs-Organisation.
Eine Hilfs-Organisation hilft Menschen in Not.
Sie gibt Essen, Wasser oder Medikamente.
Sie arbeitet oft in armen Ländern.
Sie haben 1.280 Geflüchtete in 8 Lagern gefragt.
Geflüchtete sind Menschen, die aus ihrem Land weg mussten.
Sie mussten weg, weil dort Krieg war.
Oder weil sie dort nicht sicher waren.
Sie suchen Schutz in einem anderen Land.
Die Frage war: Bekommt ihr noch Hilfe vom UN-Welt-Ernährungs-Programm?
Das UN-Welt-Ernährungs-Programm sorgt dafür, dass Menschen genug zu essen haben.
Es ist eine große Organisation aus vielen Ländern.
Sie bringt Essen zu hungrigen Menschen überall auf der Welt.
UN bedeutet: Vereinte Nationen.
Das UN-Welt-Ernährungs-Programm musste seine Hilfe stark kürzen.
Das Ergebnis ist schlimm: 42 % der Familien mit Kindern mit Behinderungen bekommen keine Nahrungs-Hilfe mehr.
Nahrungs-Hilfe bedeutet: Menschen bekommen Essen geschenkt.
Das passiert, wenn sie kein Geld für Essen haben.
Oder wenn es in ihrem Land kein Essen gibt.
Hilfs-Organisationen bringen dann Essen zu diesen Menschen.
35 % der Menschen mit Behinderungen bekommen auch keine Nahrungs-Hilfe mehr.
Seit Mai 2025 hat das UN-Welt-Ernährungs-Programm seine Hilfe stark gekürzt.
Mehr als 1,9 Millionen Menschen sind aus dem Süd-Sudan geflüchtet.
Sie sind auch aus der Demokratischen Republik Kongo geflüchtet.
Die Demokratische Republik Kongo ist ein Land in Afrika.
Es ist sehr groß und hat viele Einwohner.
Das Land ist oft arm.
Es gibt dort manchmal Krieg.
Die Haupt-Stadt heißt Kinshasa.
Oder aus dem Sudan.
Sie leben jetzt in Uganda.
Für viele von ihnen bedeutet das: Sie haben Hunger.
Sie haben keine Zukunfts-Perspektive.
Zukunfts-Perspektive bedeutet: Wie wird mein Leben später?
Was kann ich später arbeiten?
Welche Chancen habe ich?
Das nennt man: Zukunfts-Perspektive.
Das UN-Welt-Ernährungs-Programm hat ein neues System gemacht.
Das System teilt Geflüchtete in Gruppen ein.
Es gibt Gruppe 1, Gruppe 2 und Gruppe 3.
Gruppe 1 bekommt am meisten Hilfe.
Gruppe 3 bekommt gar keine Hilfe mehr.
63 % der Geflüchteten sind in Gruppe 3.
Menschen mit Behinderungen sind besonders betroffen.
42 % der Familien mit Kindern mit Behinderungen bekommen keine Nahrungs-Hilfe mehr.
35 % der Menschen mit Behinderungen bekommen auch keine Nahrungs-Hilfe mehr.
In manchen Lagern ist es noch schlimmer.
Dort bekommen 54 % der Familien mit Kindern mit Behinderungen keine Hilfe.
52 % der Erwachsenen mit Behinderungen bekommen auch keine Hilfe.
Jeanne ist 55 Jahre alt.
Sie ist aus der DR Kongo geflüchtet.
Sie hat schlimme sexuelle Gewalt erlebt.
Sexuelle Gewalt bedeutet: Jemand fasst Sie an den Geschlechts-Teilen an.
Sie wollen das nicht.
Die Person macht das trotzdem.
Das ist sexuelle Gewalt.
Eine Kugel hat sie schwer verletzt.
Sie braucht immer noch Hilfe.
Sie verdient wenig Geld mit einem kleinen Solar-Panel.
Solar-Panel bedeutet: Eine blaue Platte auf dem Dach.
Die Platte macht aus Sonnen-Licht Strom.
Den Strom können Sie nutzen.
Das nennt man: Solar-Panel.
Das Geld reicht oft nur für 1 Mahlzeit am Tag.
Ihre Kinder mussten die Schule verlassen.
Sie arbeiten jetzt auf den Feldern.
Paul ist 45 Jahre alt.
Er wohnt in Kyangwali.
Er ist gelähmt.
Er lebt mit seiner Frau und 3 Kindern.
Ohne Nahrungs-Hilfe fehlt das Nötigste zum Leben.
Sein Roll-Stuhl-Dreirad ist kaputt.
Er kann es nicht reparieren lassen.
Seine Frau kann keine Jobs suchen.
Sie muss sich um ihn kümmern.
Die Familie lebt von Nachbar-Hilfe.
Oder sie müssen betteln.
So geht es Tausenden von Menschen.
31 % der Menschen in Gruppe 3 wissen nicht, wie sie überleben sollen.
30 % versuchen Jobs in der Land-Wirtschaft zu finden.
Oder sie machen Gelegenheits-Arbeiten.
Gelegenheits-Arbeiten bedeutet: Sie arbeiten nur manchmal.
Sie haben keinen festen Arbeits-Platz.
Sie arbeiten nur wenn es Arbeit gibt.
Das nennt man: Gelegenheits-Arbeiten.
11 % verkaufen ihre letzten Sachen.
Oder sie betteln.
Zwischen Januar und Juli 2025 kamen mehr als 118.000 neue Geflüchtete in die Lager.
Aber nur 12 % der Mittel für 2025 sind gesichert.
Die Namen wurden aus Daten-Schutz-Gründen verändert.
Daten-Schutz bedeutet: Ihre persönlichen Infos sind geheim.
Zum Beispiel: Ihr Name oder Ihre Adresse.
Diese Infos soll niemand weiter-geben.
Das nennt man: Daten-Schutz.

Foto: HI
Berlin (kobinet) Die internationale Hilfsorganisation Handicap International (HI) hat in Uganda 1.280 Geflüchtete in acht Lagern gefragt, ob sie noch vom UN-Welternährungsprogramm (WFP) unterstützt werden. Dieses hatte seine Mittel massiv kürzen müssen. Das Ergebnis: 42 % der Haushalte mit Kindern mit Behinderungen und 35 % der Menschen mit Behinderungen erhalten keinerlei Nahrungsmittelhilfe mehr. Viele haben nicht genug zu essen. Seit Mai 2025 hat das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) seine Unterstützung drastisch gekürzt. Für viele der mehr als 1,9 Millionen Menschen aus dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo oder dem Sudan, die nach Uganda geflohen sind, bedeutet das Hunger und Perspektivlosigkeit. Ein neues Kategorisierungssystem des WFP stuft Flüchtlinge in Prioritätsgruppen ein, um die verbliebenen Lebensmittel zu verteilen. Wer als "weniger schutzbedürftig" gilt – oft zu Unrecht – fällt durchs Raster. Kategorie 3, in die 63 % der Geflüchteten eingestuft wurden, bekommt gar keine Unterstützung mehr. Besonders betroffen sind Menschen mit Behinderungen, die HI mitteilte.
„42 % der Haushalte mit Kindern mit Behinderungen und 35 % der Menschen mit Behinderungen erhalten keinerlei Nahrungsmittelhilfe mehr. In Lagern, die keine neuen Flüchtlinge mehr aufnehmen, sind sogar mehr als die Hälfte (54 %) der Haushalte mit Kindern mit Behinderungen und 52 % der Erwachsenen mit Behinderungen völlig auf sich allein gestellt“, heißt es von Handicap International.
Statt Schulbesuch Feldarbeit für die Kinder
Jeanne*, 55, floh mit ihrer Familie aus der DR Kongo. Sie erfuhr schlimme sexualisierte Gewalt und wurde durch eine Kugel schwer verletzt. Sie ist bis heute auf Hilfe angewiesen. Das wenige Geld, das sie mit einem kleinen Solarpanel auf dem Dach verdient, reicht oft nur für eine einzige Mahlzeit am Tag. Ihre Kinder mussten die Schule abbrechen und arbeiten nun auf den Feldern.
Nach WFP-Kürzungen bleibt oftmals nur noch Betteln
In Kyangwali lebt Paul*, 45, der gelähmt ist, mit seiner Frau und ihren drei Kindern. Ohne Nahrungshilfe fehlt nicht nur das Nötigste zum Leben – auch sein Rollstuhl-Dreirad, das er braucht, um sich fortbewegen zu können, kann er nicht reparieren. Seine Frau kann sich keine Jobs mehr suchen, da sie sich um ihn kümmern muss. Die Familie lebt von Nachbarschaftshilfe – oder vom Betteln.
2025 sind bisher nur 12 % der benötigten Mittel gesichert
So wie ihnen geht es Tausenden: 31 % der Betroffenen der Kategorie 3 wissen nicht, wie sie überleben sollen. 30 % versuchen in der Landwirtschaft einen Job zu finden oder verrichten Gelegenheitsarbeiten. 11 % verkaufen ihre letzten Habseligkeiten oder betteln. Während immer mehr geflüchtete Menschen in den Lagern ankommen – zwischen Januar und Juli 2025 waren es mehr als 118.000 – sind bislang nur 12 % der für das Jahr 2025 benötigten Mittel gesichert.
* Die Namen wurden aus Datenschutzgründen verändert

Foto: HI
Berlin (kobinet) Die internationale Hilfsorganisation Handicap International (HI) hat in Uganda 1.280 Geflüchtete in acht Lagern gefragt, ob sie noch vom UN-Welternährungsprogramm (WFP) unterstützt werden. Dieses hatte seine Mittel massiv kürzen müssen. Das Ergebnis: 42 % der Haushalte mit Kindern mit Behinderungen und 35 % der Menschen mit Behinderungen erhalten keinerlei Nahrungsmittelhilfe mehr. Viele haben nicht genug zu essen. Seit Mai 2025 hat das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) seine Unterstützung drastisch gekürzt. Für viele der mehr als 1,9 Millionen Menschen aus dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo oder dem Sudan, die nach Uganda geflohen sind, bedeutet das Hunger und Perspektivlosigkeit. Ein neues Kategorisierungssystem des WFP stuft Flüchtlinge in Prioritätsgruppen ein, um die verbliebenen Lebensmittel zu verteilen. Wer als "weniger schutzbedürftig" gilt – oft zu Unrecht – fällt durchs Raster. Kategorie 3, in die 63 % der Geflüchteten eingestuft wurden, bekommt gar keine Unterstützung mehr. Besonders betroffen sind Menschen mit Behinderungen, die HI mitteilte.
„42 % der Haushalte mit Kindern mit Behinderungen und 35 % der Menschen mit Behinderungen erhalten keinerlei Nahrungsmittelhilfe mehr. In Lagern, die keine neuen Flüchtlinge mehr aufnehmen, sind sogar mehr als die Hälfte (54 %) der Haushalte mit Kindern mit Behinderungen und 52 % der Erwachsenen mit Behinderungen völlig auf sich allein gestellt“, heißt es von Handicap International.
Statt Schulbesuch Feldarbeit für die Kinder
Jeanne*, 55, floh mit ihrer Familie aus der DR Kongo. Sie erfuhr schlimme sexualisierte Gewalt und wurde durch eine Kugel schwer verletzt. Sie ist bis heute auf Hilfe angewiesen. Das wenige Geld, das sie mit einem kleinen Solarpanel auf dem Dach verdient, reicht oft nur für eine einzige Mahlzeit am Tag. Ihre Kinder mussten die Schule abbrechen und arbeiten nun auf den Feldern.
Nach WFP-Kürzungen bleibt oftmals nur noch Betteln
In Kyangwali lebt Paul*, 45, der gelähmt ist, mit seiner Frau und ihren drei Kindern. Ohne Nahrungshilfe fehlt nicht nur das Nötigste zum Leben – auch sein Rollstuhl-Dreirad, das er braucht, um sich fortbewegen zu können, kann er nicht reparieren. Seine Frau kann sich keine Jobs mehr suchen, da sie sich um ihn kümmern muss. Die Familie lebt von Nachbarschaftshilfe – oder vom Betteln.
2025 sind bisher nur 12 % der benötigten Mittel gesichert
So wie ihnen geht es Tausenden: 31 % der Betroffenen der Kategorie 3 wissen nicht, wie sie überleben sollen. 30 % versuchen in der Landwirtschaft einen Job zu finden oder verrichten Gelegenheitsarbeiten. 11 % verkaufen ihre letzten Habseligkeiten oder betteln. Während immer mehr geflüchtete Menschen in den Lagern ankommen – zwischen Januar und Juli 2025 waren es mehr als 118.000 – sind bislang nur 12 % der für das Jahr 2025 benötigten Mittel gesichert.
* Die Namen wurden aus Datenschutzgründen verändert




