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Deutsche Sonderschule soll nach Kämpferin gegen Ausgrenzung benannt werden

Bild zeigt Schildanbringung von Rosa-Park-Sonderschule
Bild zeigt Schildanbringung von Rosa-Park-Sonderschule
Foto: BIZEPS ChatGPT

Wien / Unna (kobinet) Die Entscheidung des Kreistags in Unna die Sonderschule Nord, die bisher 'Förderzentrum Nord' hieß, zukünftig nach der Bürgerrechtlerin Rosa Parks zu benennen, hat nicht nur in Deutschland für massives Kopfschütteln und Ärger gesorgt, sondern macht auch international negative Schlagzeilen. "Deutsche Sonderschule soll nach Kämpferin gegen Ausgrenzung benannt werden", so titelte der österreichische Online-Nachrichtendienst BIZEPS einen Kommentar von Katharina Müllebner mit einem von ChatGPT kreierten Bild. "Die Afroamerikanerin Rosa Parks kämpfte als Bürgerrechtlerin gegen die Ausgrenzung von Afroamerikaner:innen zur Zeit der Rassentrennung. Nun soll eine deutsche Sonderschule ihren Namen tragen - eine neue Form des Etikettenschwindels", heißt es in der Einführung zum Kommentar von Katharina Müllebner.

„Rosa Parks ist eine bekannte Persönlichkeit der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. In den 1950er Jahren widersetzte sie sich der Rassentrennung, indem sie sich in einem Bus auf einen Platz setzte, der ausschließlich Weißen vorbehalten war. Aufgrund dieser mutigen Aktion wurde sie festgenommen. Mit ihrem Handeln setzte Parks ein starkes Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Afroamerikaner:innen zur Zeit der Rassentrennung. Umso befremdlicher erscheint es nun, dass ausgerechnet eine deutsche Sonderschule ihren Namen tragen soll“, heißt es in dem Kommentar. Und weiter schreibt Katharina Müllebner aus Österreich auf BIZEPS: „Dass ausgrenzende Einrichtungen wie Tageszentren, Werkstätten oder Sonderschulen Begriffe wie ‚Inklusion‘ im Namen tragen, um zu verschleiern, dass sie eigentlich gegen die UN-Behindertenrechtskonvention und gegen das Prinzip der Deinstitutionalisierung verstoßen, ist leider auch in Österreich gängige Praxis. Das Perfide an der Benennung nach Rosa Parks ist, dass der Etikettenschwindel nicht sofort erkennbar ist. Natürlich ist es grundsätzlich positiv, wenn öffentliche Einrichtungen nach herausragenden Persönlichkeiten wie Rosa Parks benannt werden. Doch in diesem Fall ist es hochproblematisch: Denn Sondereinrichtungen trennen Menschen mit Behinderungen von Menschen ohne Behinderungen – und behindern somit eine inklusive Gesellschaft. Eine Sonderschule steht symbolisch für genau das, wogegen Rosa Parks gekämpft hat: die Ausgrenzung von Menschen.“

Link zum BIZEPS-Bericht

Für die LIGA Selbstvertretung, ein Zusammenschluss von deutschen Selbstvertretungsorganisationen, ist es ein absolutes No-Go, dass sich eine deutsche Förderschule den Anschein des Wirkens im Sinne der Bürgerrechts- und Menschenrechtsbewegung gibt. Wenn die Schule in diesem Sinne tätig sein will, dann soll sie konsequent und nachvollziehbar darauf hinwirken, dass behinderte Kinder und Jugendliche wie alle anderen Schüler*innen auch in eine gemeinsame Schule gehen und dort entsprechend unterstützt werden. Alles andere habe mit Rosa Parks und ihrem Wirken gegen Segregation und Diskriminierung nichts, aber auch gar nichts, zu tun.

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 5. Juli 2025 über die Umbenennung der Förderschule in Unna