INNSBRUCK (kobinet)
INNSBRUCK (kobinet) In Österreich kann man seit 20 Jahren Disability Studies studieren.
Disability Studies bedeutet: Forscher schauen sich Behinderung genau an.
Sie fragen: Warum haben Menschen mit Behinderung Probleme?
Die Forscher sagen: Das Problem sind oft andere Menschen.
Andere Menschen machen Barrieren.
Das ist ein junges Fach an den Unis.
Die Studenten lernen dort über Behinderungen.
Sie lernen auch über die sozialen Ursachen von Behinderungen.
Soziale Ursachen bedeutet: Menschen machen Probleme für andere Menschen.
Zum Beispiel: Es gibt keine Rampe für Roll-Stühle.
Oder: Menschen sind gemein zu anderen Menschen.
Das sind soziale Ursachen.
In Innsbruck haben sich 220 Fach-Leute getroffen.
Sie hatten eine Konferenz zu diesem Thema.
Die Fach-Leute haben über den aktuellen Stand diskutiert.
Sie haben auch über Donald Trump geredet.
Trump ist gegen Inklusion.
Inklusion bedeutet alle Menschen machen mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Der Österreichische Rundfunk hat über die Konferenz berichtet.
Österreichischer Rundfunk bedeutet: Das ist ein Sender in Österreich.
Der Sender macht Fernsehen und Radio.
Die Abkürzung ist ORF.
Viele Menschen in Österreich schauen den ORF.
Der Bericht zeigt: So arbeiten die Disability Studies in Österreich.
Lisa Pfahl leitet das Studium in Innsbruck.
Sie hat die Konferenz mit organisiert.
Die Konferenz war von der Europäischen Gesellschaft für Disability Research.
Europäische Gesellschaft für Disability Research bedeutet: Das ist eine Gruppe von Forschern.
Die Forscher kommen aus verschiedenen Ländern in Europa.
Sie forschen über Menschen mit Behinderung.
Sie wollen das Leben von Menschen mit Behinderung besser machen.
Die Gesellschaft heißt auch ALTER.
Lisa Pfahl hat etwas Wichtiges gesagt: Oft denken Menschen: Inklusion ist nur für bestimmte Gruppen.
Das ist aber falsch.
Inklusion geht alle Menschen an.
In den Industrie-Ländern haben 20 Prozent der Menschen eine Behinderung.
Wenn Menschen alt werden, bekommen sie oft auch eine Behinderung.
Bei der Konferenz wurde gesagt: Behinderung ist ein soziales Konstrukt.
Soziales Konstrukt bedeutet: Menschen denken sich etwas aus.
Das gibt es nicht wirklich in der Natur.
Menschen machen Regeln oder Ideen.
Zum Beispiel: Menschen entscheiden was normal ist.
Das ist ein soziales Konstrukt.
Das bedeutet: Die Gesellschaft macht Menschen zu behinderten Menschen.
Michael Rasell von der Uni Innsbruck hat das erklärt.
Er sagte: Behinderung besteht aus Barrieren.
Eine Barriere ist ein Hindernis.
Sie steht im Weg.
Diese Barrieren macht die Politik.
Die Gesellschaft macht sie auch.
Und die Kultur macht sie.
Die Disability Studies beschäftigen sich mit diesen Barrieren.
Die Barrieren schränken Menschen mit Behinderungen ein.
Die Forscher wollen wissen: Wie kann man Inklusion verbessern?
Wie können Menschen mit Behinderungen selbst-bestimmter leben?
Selbst-bestimmter bedeutet: Du entscheidest selbst.
Niemand anderes sagt dir, was du tun musst.
Du wählst aus, was du möchtest.
Du bestimmst über dein eigenes Leben.
Das betrifft viele Bereiche.
Zum Beispiel: Wie werden Menschen mit Behinderungen in der Kunst gezeigt?
Wie werden sie in den Medien gezeigt?
Es geht auch um den Arbeits-Markt.
Hier suchen Menschen Arbeit.
Firmen suchen neue Mitarbeiter.
Es geht um flexible Arbeits-Zeiten.
Es geht um Home-Office.
Es geht um Assistenz und Hilfs-Mittel.
Zum Beispiel: Dolmetscher für die Forschung.
Die Forscher haben auch über ein Problem geredet.
Es gibt mehr Menschen, die gegen Inklusion sind.
Am besten ist es: Menschen mit Behinderungen forschen selbst mit.
Das ist aber schwierig, sagt Lisa Pfahl.
Manche Menschen mit Behinderungen wollen nicht über Behinderungen forschen.
Außerdem leben wir in einer getrennten Bildungs-Gesellschaft.
Getrennte Bildungs-Gesellschaft bedeutet: Menschen lernen nicht zusammen.
Manche Menschen gehen auf eine Schule.
Andere Menschen gehen auf eine andere Schule.
Die Menschen werden beim Lernen getrennt.
Menschen mit Behinderungen gehen oft auf Sonder-Schulen.
Sonder-Schule bedeutet: Das ist eine besondere Schule.
Dort gehen nur Kinder mit Behinderung hin.
Die Kinder lernen nicht mit anderen Kindern zusammen.
Die Schulen heißen heute oft Förder-Schulen.
Sie gehen auch auf Förder-Schulen.
Förder-Schule bedeutet: Das ist eine Schule für Kinder mit Behinderung.
Die Kinder bekommen dort besondere Hilfe.
Aber sie lernen nicht mit anderen Kindern zusammen.
Förder-Schulen waren früher Sonder-Schulen.
Deshalb bekommen sie seltener Schul-Abschlüsse.
Diese Abschlüsse braucht man für die Uni.
Mehr Details gibt es in dem ORF-Bericht.
Den Bericht findet ihr unter diesem Link.
Auf der Seite findet ihr auch Links zur European Society for Disability Research.
Die Gesellschaft heißt auch ALTER.
Ihr findet auch einen Link zur Zeit-Schrift für Disability Studies.

Foto: Pixabay/manfredsteger
INNSBRUCK (kobinet) Erst seit rund 20 Jahren kann man in Österreich Disability Studies studieren. Es ist somit ein verhältnismäßig junges akademisches Fach, das Studium der Zusammenhänge, worin die sozialen Ursachen von Behinderungen liegen. In Innsbruck haben sich 220 Fachleute zu einer Konferenz getroffen, welche dort den Ist-Zustand des Fachs diskutierten – und das auch vor dem Hintergrund des Kampfs von US-Präsident Donald Trump und anderen gegen Inklusion. Zu dieser Konferenz hat der Österreichische Rundfunk einen interessanten Bericht dazu veröffentlicht womit sich die Disability Studies in Österreich beschäftigen.
Lisa Pfahl, die Leiterin des Studienschwerpunkts Disability Studies und inklusive Pädagogik an der Universität Innsbruck sowie Mitorganisatorin der Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Disability Research (ALTER) hatte dabei eine Besonderheit dieser Studienrichtung hervorgehoben in den sie feststellte: „Oft wird Inklusion als Spezialprogramm für einzelne Bevölkerungsgruppen gesehen, aber sie geht uns letztlich alle an“. In den Industriegesellschaften gelten nach ihren Worten 20 Prozent der Bevölkerung als Menschen mit Behinderungen. Spätestens wenn Menschen alt werden, werden sie behindert.
Während der Konferenz wurde hervorgehoben, dass Behinderung als soziales Konstrukt betrachtet werden sollte. „Behinderung besteht aus Barrieren, die politisch, gesellschaftlich und kulturell erzeugt werden. Die Disability Studies beschäftigen sich deshalb mit diesen Barrieren, die die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung eingrenzen“, sagte dazu Michael Rasell von der Universität Innsbruck. „Und sie gehen der Frage nach, wie man Inklusion und Autonomie erhöhen kann.“
Das betrifft dann auch die Darstellung von Menschen mit Behinderungen im Kunst- oder Medienbereich, der Fragen zum Arbeitsmarkt sowie den Aspekten der Möglichkeiten zur Arbeit wie die Bereitschaft zu flexibleren Arbeitszeiten und Homeoffice oder die Bereitstellung von Assistenz- und Hilfsmitteln wie Dolmetschen, um an einer Forschung teilhaben zu können. Schließlich spielten in den Aussprachen auch wachsende Anzeichen von Inklusionsgegnerschaft eine Rolle.
Idealerweise und folgerichtig sind Menschen mit Behinderungen selbst Teil der Forschungsteams. Das ist aber gar nicht so einfach, sagt Lisa Pfahl. „Zum einen, weil nicht alle von ihnen, die einen Studienabschluss haben und Wissenschaft machen wollen, gerne zu Behinderungen forschen wollen. Zum anderen leben wir nach wie vor in einer stark segregierten Bildungsgesellschaft.“ Menschen mit Behinderungen besuchen immer noch häufig Sonder- und Förderschulen und erhalten deshalb seltener Schulabschlüsse, die zum Hochschulstudium befähigen.
Weitere Einzelheiten zu diesem ORF-Bericht können unter diesem Link nachgelesen werden. Auf dieser Seite sind auch die Links zur European Society for Disability Research (ALTER) und zur Zeitschrift für Disability Studies zu erfahren.

Foto: Pixabay/manfredsteger
INNSBRUCK (kobinet) Erst seit rund 20 Jahren kann man in Österreich Disability Studies studieren. Es ist somit ein verhältnismäßig junges akademisches Fach, das Studium der Zusammenhänge, worin die sozialen Ursachen von Behinderungen liegen. In Innsbruck haben sich 220 Fachleute zu einer Konferenz getroffen, welche dort den Ist-Zustand des Fachs diskutierten – und das auch vor dem Hintergrund des Kampfs von US-Präsident Donald Trump und anderen gegen Inklusion. Zu dieser Konferenz hat der Österreichische Rundfunk einen interessanten Bericht dazu veröffentlicht womit sich die Disability Studies in Österreich beschäftigen.
Lisa Pfahl, die Leiterin des Studienschwerpunkts Disability Studies und inklusive Pädagogik an der Universität Innsbruck sowie Mitorganisatorin der Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Disability Research (ALTER) hatte dabei eine Besonderheit dieser Studienrichtung hervorgehoben in den sie feststellte: „Oft wird Inklusion als Spezialprogramm für einzelne Bevölkerungsgruppen gesehen, aber sie geht uns letztlich alle an“. In den Industriegesellschaften gelten nach ihren Worten 20 Prozent der Bevölkerung als Menschen mit Behinderungen. Spätestens wenn Menschen alt werden, werden sie behindert.
Während der Konferenz wurde hervorgehoben, dass Behinderung als soziales Konstrukt betrachtet werden sollte. „Behinderung besteht aus Barrieren, die politisch, gesellschaftlich und kulturell erzeugt werden. Die Disability Studies beschäftigen sich deshalb mit diesen Barrieren, die die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung eingrenzen“, sagte dazu Michael Rasell von der Universität Innsbruck. „Und sie gehen der Frage nach, wie man Inklusion und Autonomie erhöhen kann.“
Das betrifft dann auch die Darstellung von Menschen mit Behinderungen im Kunst- oder Medienbereich, der Fragen zum Arbeitsmarkt sowie den Aspekten der Möglichkeiten zur Arbeit wie die Bereitschaft zu flexibleren Arbeitszeiten und Homeoffice oder die Bereitstellung von Assistenz- und Hilfsmitteln wie Dolmetschen, um an einer Forschung teilhaben zu können. Schließlich spielten in den Aussprachen auch wachsende Anzeichen von Inklusionsgegnerschaft eine Rolle.
Idealerweise und folgerichtig sind Menschen mit Behinderungen selbst Teil der Forschungsteams. Das ist aber gar nicht so einfach, sagt Lisa Pfahl. „Zum einen, weil nicht alle von ihnen, die einen Studienabschluss haben und Wissenschaft machen wollen, gerne zu Behinderungen forschen wollen. Zum anderen leben wir nach wie vor in einer stark segregierten Bildungsgesellschaft.“ Menschen mit Behinderungen besuchen immer noch häufig Sonder- und Förderschulen und erhalten deshalb seltener Schulabschlüsse, die zum Hochschulstudium befähigen.
Weitere Einzelheiten zu diesem ORF-Bericht können unter diesem Link nachgelesen werden. Auf dieser Seite sind auch die Links zur European Society for Disability Research (ALTER) und zur Zeitschrift für Disability Studies zu erfahren.




