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Disability Studies in Zeiten von Trump & Co.

Zeichnung  von  Büchern, die einen Halbkreis in einem Lektionssaal bilden
Studium braucht Zeit und Geld
Foto: Pixabay/manfredsteger

INNSBRUCK (kobinet) Erst seit rund 20 Jahren kann man in Österreich Disability Studies studieren. Es ist somit ein verhältnismäßig junges akademisches Fach, das Studium der Zusammenhänge, worin die sozialen Ursachen von Behinderungen liegen. In Innsbruck haben sich 220 Fachleute zu einer Konferenz getroffen, welche dort den Ist-Zustand des Fachs diskutierten – und das  auch vor dem Hintergrund des Kampfs von US-Präsident Donald Trump und anderen gegen Inklusion. Zu dieser Konferenz hat der Österreichische Rundfunk einen interessanten Bericht dazu veröffentlicht womit sich die Disability Studies in Österreich beschäftigen.

Lisa Pfahl, die Leiterin des Studienschwerpunkts Disability Studies und inklusive Pädagogik an der Universität Innsbruck sowie Mitorganisatorin der Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Disability Research (ALTER) hatte dabei eine Besonderheit dieser Studienrichtung hervorgehoben in den sie feststellte: „Oft wird Inklusion als Spezialprogramm für einzelne Bevölkerungsgruppen gesehen, aber sie geht uns letztlich alle an“. In den Industriegesellschaften gelten nach ihren Worten 20 Prozent der Bevölkerung als Menschen mit Behinderungen. Spätestens wenn Menschen alt werden, werden sie behindert.

Während der Konferenz wurde hervorgehoben, dass Behinderung als soziales Konstrukt betrachtet werden sollte. „Behinderung besteht aus Barrieren, die politisch, gesellschaftlich und kulturell erzeugt werden. Die Disability Studies beschäftigen sich deshalb mit diesen Barrieren, die die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung eingrenzen“, sagte dazu Michael Rasell von der Universität Innsbruck. „Und sie gehen der Frage nach, wie man Inklusion und Autonomie erhöhen kann.“

Das betrifft dann auch die Darstellung von Menschen mit Behinderungen im Kunst- oder Medienbereich, der Fragen zum Arbeitsmarkt sowie den Aspekten der Möglichkeiten zur Arbeit wie die  Bereitschaft zu flexibleren Arbeitszeiten und Homeoffice oder die Bereitstellung von Assistenz- und Hilfsmitteln wie Dolmetschen, um an einer Forschung teilhaben zu können. Schließlich spielten in den Aussprachen auch wachsende Anzeichen von Inklusionsgegnerschaft eine Rolle.

Idealerweise und folgerichtig sind Menschen mit Behinderungen selbst Teil der Forschungsteams. Das ist aber gar nicht so einfach, sagt Lisa Pfahl. „Zum einen, weil nicht alle von ihnen, die einen Studienabschluss haben und Wissenschaft machen wollen, gerne zu Behinderungen forschen wollen. Zum anderen leben wir nach wie vor in einer stark segregierten Bildungsgesellschaft.“ Menschen mit Behinderungen besuchen immer noch häufig Sonder- und Förderschulen und erhalten deshalb seltener Schulabschlüsse, die zum Hochschulstudium befähigen.

Weitere Einzelheiten zu diesem ORF-Bericht können unter diesem Link nachgelesen werden. Auf dieser Seite sind auch die Links zur  European Society for Disability Research (ALTER) und zur Zeitschrift für Disability Studies zu erfahren.