Kassel (kobinet)
Das Bildungs- und Forschungs-Institut zum selbst-bestimmten Leben Behinderter heißt bifos.
Das bifos hat eine Tagung gemacht.
Die Tagung war am 16. und 17. Mai 2025 in Kassel.
Das Thema war: Gestern - Heute - Morgen: Behinderten-rechts-bewegung im Dialog.
Bei der Tagung sollten junge Menschen mit Behinderungen ihre Meinung sagen können.
Junge Menschen sollten sich mit älteren Menschen austauschen.
Die älteren Menschen sind schon lange in der Behinderten-bewegung aktiv.
Lilith Fendt ist von der Selbst-vertretungs-organisation junger Menschen mit Behinderung.
Bei der Selbst-vertretung sprechen Menschen für sich selbst.
Sie sagen, was sie brauchen und wollen.
Die Organisation heißt kurz jumemb.
Lilith hat bei der Tagung mit-gemacht.
Sie hat Workshops gemacht und Reden gehalten.
Sie hat gesagt, was für sie wichtig ist.
Hier ist ihr Beitrag für die Podiums-diskussion bei der Tagung:
Guten Tag meine Lieben,
Mein Name ist Lilith.
Ich bin 22 Jahre alt.
Selbst-vertretung bedeutet für mich: Ich fordere alles, was ich für ein selbst-bestimmtes Leben brauche.
Ich bin zur jumemb-Gruppe gekommen, als ich mit der Schule fertig war.
Jemand hat mir eine Nachricht geschickt.
In der Nachricht stand: Es gibt ein erstes jumemb-Treffen.
Ich bin hin-gefahren, weil ich neugierig war.
Und ich hatte Zeit.
Ich wohne nicht in einer Einrichtung.
Ich möchte nicht nur dumm herum-sitzen.
Alleine kann ich nichts tun.
Die Assistenten in einer Einrichtung können sich nur wenig um die einzelnen Bewohner kümmern.
Ich brauche aber eine Assistenz, die mich den ganzen Tag unterstützt.
Die jumemb-Gruppe wurde gegründet für einen besonderen Grund:
Wir wollten am Beteiligungs-prozess vom neuen inklusiven SGB VIII mit-arbeiten.
SGB VIII ist ein Gesetz für Kinder und Jugendliche.
Das Kinder-netzwerk hat Think Tanks für den Beteiligungs-prozess organisiert.
Think Tank bedeutet: Eine Gruppe von Menschen denkt zusammen über ein Thema nach.
Ich wurde als jumemb-Mitglied auch ein-geladen.
Bei jedem Treffen habe ich einen Text vor-gelesen.
In dem Text habe ich über die Schwierigkeiten in meinem Leben berichtet.
Meine Texte waren den anderen wichtig.
Ich hatte das erste Mal das Gefühl, ernst genommen zu werden.
Ich hatte das Gefühl, etwas zu bewirken.
Es war ein sehr spannendes und interessantes Projekt.
Ich habe viel gelernt.
Ich konnte auch verschiedene Vorschläge ein-bringen.
Diese Vorschläge wurden dann im Referenten-entwurf berücksichtigt.
Den Entwurf haben wir alle im Bundes-ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin vor-gestellt.
Das Ministerium heißt kurz BMFSFJ.
In München bin ich im Behinderten-beirat der Stadt.
Ich finde es sehr wichtig, mich auch vor Ort zu engagieren.
Dort ist momentan mein Lebens-mittelpunkt.
Ich finde es wirklich nicht gut, wie die Inklusion in München und Bayern läuft.
Alles andere ist immer wichtiger.
Behinderte Menschen werden fast nie selber gefragt, was sie brauchen.
Ich will dazu bei-tragen, dass in München in Sachen Inklusion den behinderten Menschen selbst auch zu-gehört wird.
Ihre Meinung soll endlich ernst genommen werden.
Die richtigen Dinge sollen nicht erst in 100 Jahren gemacht werden.
So viel Zeit habe ich nicht mehr.
Beim Arbeits-kreis UN-BRK von unten arbeite ich auch mit.
Wir treffen uns und diskutieren aktuelle Themen.
Zum Beispiel was der Bezirkstags-präsident Schwarzenberger wieder erzählt hat.
Oder bei welchen Veranstaltungen es gut wäre, dabei zu sein.
Gerade kommen wir von den Jugend-hilfe-tagen in Leipzig.
Dort hatten wir mit anderen Selbst-vertretungs-organisationen einen Messe-stand.
Bei den Vorträgen sind fast keine jungen Menschen dabei gewesen.
Geschweige denn behinderte Menschen.
Es waren Fach-tage.
Die Pädagogen und Erwachsenen wissen ja immer besser, was wir brauchen.
Nur bei dem Workshop von Anthropoi waren die Veranstalter froh, dass wir auch da waren.
Sie haben genau zu-gehört.
Jetzt freue ich mich auf eine lebhafte Diskussion mit euch.

Foto: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation
Kassel (kobinet) Bei der Mitmach-Tagung des Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos), die am 16. und 17. Mai 2025 in Kassel unter dem Motto "Gestern - Heute - Morgen: Behindertenrechtsbewegung im Dialog" stattfand, ging es vor allem auch darum, jungen Menschen mit Behinderungen eine Stimme zu geben. Der Austausch jüngerer Menschen mit denjenigen, die schon länger in der Behindertenbewegung aktiv sind, sollte gefördert werden. Lilith Fendt von der Selbstvertretungsorganisation junger Menschen mit Behinderung (jumemb) mischte sich mit anderen jüngeren behinderten Menschen mit Workshops und Redebeiträgen engagiert ein und machte deutlich, was für sie wichtig ist. Im Folgenden veröffentlichen die kobinet-nachrichten ihren Beitrag für die Podiumsdiskussion, die im Rahmen der Mitmach-Tagung durchgeführt wurde.
Vortrag von Lilith Fendt bei der Podiumsdiskussion „Das war damals – und was ist heute?“ bei der Mitmach-Tagung „Gestern – Heute – Morgen: Behindertenrechtsbewegung im Dialog“ am 16. Mai 2025 in Kassel
Guten Tag meine Lieben,
Mein Name ist Lilith, ich bin 22 Jahre alt. Selbstvertretung bedeutet für mich, alles zu fordern, was ich für ein selbstbestimmtes Leben benötige. Ich bin in die jumemb-Gruppe (Selbstvertretung junger Menschen mit Behinderung) gekommen als ich meine Schulzeit beendet hatte und mir eine Nachricht mit der Info des ersten jumemb-Treffens geschickt wurde. Ich fuhr hin, weil ich neugierig bin und Zeit hatte.
Ich bin in keiner Einrichtung, denn ich möchte nicht nur dumm rumsitzen, da ich alleine nichts tun kann. Die Assistenten in einer Einrichtung können sich nur wenig um die einzelnen Bewohner kümmern, ich brauche aber eine Assistenz, die mich den ganzen Tag unterstützt. Die jumemb-Gruppe wurde gegründet, um am Beteiligungsprozess des neuen inklusiven SGB VIII mitzuarbeiten. Das Kindernetzwerk hat Think Tanks für den Beteiligungsprozess organisiert. Dazu wurde ich als jumemb-Mitglied auch eingeladen. Bei jedem Treffen habe ich einen Text vorgelesen, in dem ich über die Schwierigkeiten in meinem Leben berichtet habe. Meine Texte waren den Anderen wichtig und ich hatte das erste Mal das Gefühl, ernst genommen zu werden und etwas zu bewirken. Es war ein sehr spannendes und interessantes Projekt, bei dem ich viel gelernt habe und auch verschiedene Vorschläge einbringen konnte, die dann im Referentenentwurf berücksichtigt wurden. Den Entwurf haben wir alle im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – BMFSFJ in Berlin vorgestellt.
In München bin ich im Behindertenbeirat der Stadt. Ich finde es sehr wichtigm mich auch vor Ort zu engagieren, denn dort ist momentan mein Lebensmittelpunkt. Ich finde es wirklich nicht gut, wie die Inklusion in München und Bayern läuft. Alles andere ist immer wichtiger und behinderte Menschen werden fast nie selber gefragt, was sie brauchen. Ich will dazu beitragen, dass in München in Sachen Inklusion den behinderten Menschen selbst auch zugehört wird, ihre Meinung endlich ernst genommen wird und die richtigen Dinge nicht erst in 100 Jahren gemacht werden, denn so viel Zeit habe ich nicht mehr.
Beim Arbeitskreis UN-BRK von unten arbeite ich auch mit. Wir treffen uns und diskutieren aktuelle Themen. Zum Beispiel was der Bezirkstagspräsident Schwarzenberger wieder erzählt hat oder bei welchen Veranstaltungen es gut wäre, dabei zu sein.
Gerade kommen wir von den Jugendhilfetagen in Leipzig. Dort hatten wir mit anderen Selbstvertretungsorganisationen einen Messestand. Bei den Vorträgen sind fast keine jungen, geschweige denn behinderte Menschen dabei gewesen. Denn es waren Fachtage und die Pädagogen und Erwachsenen wissen ja immer besser, was wir brauchen. Nur bei dem Workshop von Anthropoi waren die Veranstalter froh, dass wir auch da waren und haben genau zugehört.
Jetzt freue ich mich auf eine lebhafte Diskussion mit euch.

Foto: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation
Kassel (kobinet) Bei der Mitmach-Tagung des Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos), die am 16. und 17. Mai 2025 in Kassel unter dem Motto "Gestern - Heute - Morgen: Behindertenrechtsbewegung im Dialog" stattfand, ging es vor allem auch darum, jungen Menschen mit Behinderungen eine Stimme zu geben. Der Austausch jüngerer Menschen mit denjenigen, die schon länger in der Behindertenbewegung aktiv sind, sollte gefördert werden. Lilith Fendt von der Selbstvertretungsorganisation junger Menschen mit Behinderung (jumemb) mischte sich mit anderen jüngeren behinderten Menschen mit Workshops und Redebeiträgen engagiert ein und machte deutlich, was für sie wichtig ist. Im Folgenden veröffentlichen die kobinet-nachrichten ihren Beitrag für die Podiumsdiskussion, die im Rahmen der Mitmach-Tagung durchgeführt wurde.
Vortrag von Lilith Fendt bei der Podiumsdiskussion „Das war damals – und was ist heute?“ bei der Mitmach-Tagung „Gestern – Heute – Morgen: Behindertenrechtsbewegung im Dialog“ am 16. Mai 2025 in Kassel
Guten Tag meine Lieben,
Mein Name ist Lilith, ich bin 22 Jahre alt. Selbstvertretung bedeutet für mich, alles zu fordern, was ich für ein selbstbestimmtes Leben benötige. Ich bin in die jumemb-Gruppe (Selbstvertretung junger Menschen mit Behinderung) gekommen als ich meine Schulzeit beendet hatte und mir eine Nachricht mit der Info des ersten jumemb-Treffens geschickt wurde. Ich fuhr hin, weil ich neugierig bin und Zeit hatte.
Ich bin in keiner Einrichtung, denn ich möchte nicht nur dumm rumsitzen, da ich alleine nichts tun kann. Die Assistenten in einer Einrichtung können sich nur wenig um die einzelnen Bewohner kümmern, ich brauche aber eine Assistenz, die mich den ganzen Tag unterstützt. Die jumemb-Gruppe wurde gegründet, um am Beteiligungsprozess des neuen inklusiven SGB VIII mitzuarbeiten. Das Kindernetzwerk hat Think Tanks für den Beteiligungsprozess organisiert. Dazu wurde ich als jumemb-Mitglied auch eingeladen. Bei jedem Treffen habe ich einen Text vorgelesen, in dem ich über die Schwierigkeiten in meinem Leben berichtet habe. Meine Texte waren den Anderen wichtig und ich hatte das erste Mal das Gefühl, ernst genommen zu werden und etwas zu bewirken. Es war ein sehr spannendes und interessantes Projekt, bei dem ich viel gelernt habe und auch verschiedene Vorschläge einbringen konnte, die dann im Referentenentwurf berücksichtigt wurden. Den Entwurf haben wir alle im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – BMFSFJ in Berlin vorgestellt.
In München bin ich im Behindertenbeirat der Stadt. Ich finde es sehr wichtigm mich auch vor Ort zu engagieren, denn dort ist momentan mein Lebensmittelpunkt. Ich finde es wirklich nicht gut, wie die Inklusion in München und Bayern läuft. Alles andere ist immer wichtiger und behinderte Menschen werden fast nie selber gefragt, was sie brauchen. Ich will dazu beitragen, dass in München in Sachen Inklusion den behinderten Menschen selbst auch zugehört wird, ihre Meinung endlich ernst genommen wird und die richtigen Dinge nicht erst in 100 Jahren gemacht werden, denn so viel Zeit habe ich nicht mehr.
Beim Arbeitskreis UN-BRK von unten arbeite ich auch mit. Wir treffen uns und diskutieren aktuelle Themen. Zum Beispiel was der Bezirkstagspräsident Schwarzenberger wieder erzählt hat oder bei welchen Veranstaltungen es gut wäre, dabei zu sein.
Gerade kommen wir von den Jugendhilfetagen in Leipzig. Dort hatten wir mit anderen Selbstvertretungsorganisationen einen Messestand. Bei den Vorträgen sind fast keine jungen, geschweige denn behinderte Menschen dabei gewesen. Denn es waren Fachtage und die Pädagogen und Erwachsenen wissen ja immer besser, was wir brauchen. Nur bei dem Workshop von Anthropoi waren die Veranstalter froh, dass wir auch da waren und haben genau zugehört.
Jetzt freue ich mich auf eine lebhafte Diskussion mit euch.




