Berlin / Bad Nauheim (kobinet)
In Berlin gibt es bald eine große Veranstaltung.
Die Veranstaltung heißt Global Disability Summit.
Das ist Englisch.
Auf Deutsch bedeutet das: Welt-Treffen zum Thema Behinderung.
Zu diesem Treffen kommen viele Menschen nach Deutschland.
Es kommen Menschen von Regierungen aus der ganzen Welt.
Und es kommen Menschen von Verbänden für Menschen mit Behinderung.
Sie sprechen über die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Die Menschen aus dem Ausland werden auch etwas über Deutschland lernen.
Sie werden sehen: In Deutschland gibt es viele Sonder-Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.
Das bedeutet: Menschen mit Behinderung leben oft getrennt von Menschen ohne Behinderung.
Es gibt aber auch gute Beispiele für Inklusion in Deutschland.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen können überall dabei sein.
Zum Beispiel in der Schule.
Oder bei der Arbeit.
Oder in der Freizeit.
Die tagesschau hat über dieses Thema berichtet.
Die tagesschau ist eine Nachrichten-Sendung im Fernsehen.
Der Bericht war am 30. März 2025.
Der Bericht handelt von Arbeit für Menschen mit Behinderung.
In dem Bericht steht: Viele Menschen mit Behinderung können nicht ihren Wunsch-Beruf wählen.
Sie arbeiten oft in Werkstätten für Menschen mit Behinderung.
Dort verdienen sie sehr wenig Geld.
Der Bericht zeigt aber auch: Es kann auch anders sein.
Im Jahr 2023 haben in Hessen fast 19.000 Menschen in 47 Werkstätten gearbeitet.
Hessen ist ein Bundes-Land in Deutschland.
Werkstätten für Menschen mit Behinderung sollen ein geschützter Arbeits-Platz sein.
Werkstätten sollen Menschen mit Behinderung eigentlich helfen, später auf dem allgemeinen Arbeits-Markt zu arbeiten.
Der allgemeine Arbeits-Markt ist der normale Arbeits-Markt.
Dort arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.
Aber: Nur sehr wenige Menschen schaffen den Wechsel von der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeits-Markt.
Für viele Menschen ist die Werkstatt eine Sackgasse.
Eine Sackgasse ist eine Straße, in der man nicht weiter kommt.
Man muss umdrehen.
Man kommt nicht zum Ziel.
Der Landes-Wohlfahrts-Verband Hessen hat Zahlen veröffentlicht.
In den letzten 5 Jahren haben nur 0,3 Prozent der Menschen mit Behinderung den Wechsel von einer Werkstatt auf den allgemeinen Arbeits-Markt geschafft.
Das heißt: Von 1000 Menschen haben es nur 3 Menschen geschafft.
Aber Fachleute sagen: Es könnten viel mehr sein.
Die Bundes-Regierung hat eine Studie gemacht.
In der Studie steht: Mindestens ein Drittel der Menschen in Werkstätten könnten auf dem allgemeinen Arbeits-Markt arbeiten.
Dafür bräuchten sie aber genug Unterstützung.
Ein Drittel bedeutet: Von 3 Menschen könnte 1 Mensch auf dem allgemeinen Arbeits-Markt arbeiten.
In Deutschland arbeiten etwa 320.000 Menschen in Werkstätten.
Sie machen zusammen einen Umsatz von 8 Milliarden Euro im Jahr.
Aber die Menschen verdienen durchschnittlich nur 1,50 Euro pro Stunde.
Zum Vergleich: Der Mindest-Lohn in Deutschland ist 12,82 Euro pro Stunde.
Kritiker sagen: Werkstätten für Menschen mit Behinderung sind das größte Billig-Lohn-Modell in der Europäischen Union.
Aber es gibt auch gute Beispiele.
Die Firma Inklusive Arbeit Wetterau gGmbH in Bad Nauheim geht neue Wege.
Die Wetterau ist eine Gegend in Hessen.
Die Firma hat einem jungen Mann zu seinem Traum-Job in der Landwirtschaft verholfen.
Der junge Mann heißt Samuel Heinstadt.
Er hat jetzt eine Arbeit auf einem Gemüse-Hof.
Den Gemüse-Hof leitet der Landwirt Theo Bloem.
Theo Bloem sagt: Es gibt viele Leute, die Dinge nicht können.
Aber es geht doch darum: Was können sie?
Hoffentlich denken bald mehr Menschen in Deutschland so.
Dann könnten wir bei der nächsten internationalen Tagung in Deutschland mehr inklusive Angebote zeigen.
Und ein besseres Beispiel für die Umsetzung der UN-Behinderten-Rechts-Konvention sein.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention ist ein Vertrag zwischen vielen Ländern.
In dem Vertrag stehen die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Zum Beispiel: das Recht auf Arbeit.
Deutschland hat diesen Vertrag unterschrieben.
Hier finden Sie den Bericht der tagesschau vom 30. März 2025: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-inklusion-auf-arbeitsmarkt-wetterauer-verhilft-menschen-mit-behinderung-zu-traumjob-100.html
Über das Beispiel aus der Wetterau gibt es auch einen Film.
Der Film ist von Mareike Müller.
Der Film dauert fast 55 Minuten.
Der Film heißt: WIR WOLLEN MEHR - Arbeit ohne Barrieren.
Der Film ist zum 16-jährigen Jubiläum des Inkraft-Tretens der UN-Behinderten-Rechts-Konvention in Deutschland gemacht worden.
Sie können den Film in der ARD-Mediathek anschauen.
Der Film wird am 16. April 2025 um 22:00 Uhr im Programm des Hessischen Rundfunks gezeigt.
Hier finden Sie einen Bericht über den Film: https://kobinet-nachrichten.org/2025/03/26/filmneuerscheinung-wir-wollen-mehr-arbeit-ohne-barrieren/

Foto: ARD tagesschau
Berlin / Bad Nauheim (kobinet) Wenn in den kommenden Tagen tausende Vertreter*innen von Staaten und Behindertenverbänden aus aller Welt beim Global Disability Summit in Berlin und damit in Deutschland zu Gast sind, werden diese sicherlich viele gute Diskussionen führen und auch Interessantes über die deutsche Behindertenpolitik erfahren. Sie werden hier aber auch auf eine erdrückende Dominanz von Aussonderungssystemen stoßen, denen zwar gute Beispiele entgegengehalten werden können, wobei diese aber eher die Ausnahme als die Regel darstellen. Dies wird auch in einem aktuellen Bericht der tagesschau zum Thema Arbeit außerhalb und innerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen deutlich: "Viele Menschen mit Behinderung können nicht ihren Wunschberuf wählen. Sie landen meist in Werkstätten und arbeiten für sehr wenig Geld. Wie das System besser werden kann, zeigt ein Beispiel aus der Wetterau", heißt es zur Einführung des Berichts der tagesschau vom 30. März 2025.
„Im Jahr 2023 waren in Hessen knapp 19.000 Menschen in 47 Werkstätten beschäftigt. Werkstätten sollen Menschen mit Behinderung eine berufliche Teilhabe in einem geschützten Raum ermöglichen. Sie sind eigentlich auch dafür gedacht, Menschen in den regulären Arbeitsmarkt zu bringen – falls möglich. Das ist derzeit aber sehr selten der Fall. Meist wird die Werkstatt zur Sackgasse“, heißt es im tagesschau-Beitrag zur Situation in Hessen. Und weiter heißt es: „Der Landeswohlfahrtsverband Hessen gibt die Quote der Menschen in Hessen, die aus einer Werkstatt in den Arbeitsmarkt wechseln, für die vergangenen fünf Jahre mit 0,3 Prozent an. Dabei gehen Experten und Expertinnen laut einer Studie der Bundesregierung von 2023 davon aus, dass mindestens ein Drittel der Menschen aus den Werkstätten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln könnten – wenn sie ausreichend unterstützt würden.“
Dass es sich beim System der Werkstätten für behinderte Menschen um eine riesige Maschinerie handelt, das wird im tagesschau-Bericht ebenfalls deutlich: „Mit ihrer Arbeit erwirtschaften die bundesweit 320.000 Beschäftigten in Werkstätten jährlich einen Umsatz von acht Milliarden Euro – und verdienen dabei durchschnittlich 1,50 Euro pro Stunde. Zur Erinnerung: Der Mindestlohn in Deutschland liegt bei 12,82 Euro. Kritiker nennen Werkstätten für Menschen mit Behinderung das größte Billiglohnmodell in der EU“, heißt es in dem Bericht.
Dass die Beschäftigung behinderter Menschen auch außerhalb der Werkstatt gefördert werden kann mit individueller Förderung statt Standardlösungen, das zeigt der tagesschau-Bericht ebenfalls auf. Aber wie gesagt, sind dies zarte Pflänzchen im großen Garten der Werkstattdominanz. Die Inklusive Arbeit Wetterau gGmbH in Bad Nauheim geht beispielsweise neue Wege und hat es vor kurzem beispielsweise geschafft, einem jungen Mann zu seinem Traumjob in der Landwirtschaft zu verhelfen. Samuel Heinstadt konnte bei dem von Landwirt Theo Bloem bewirtschafteten Gemüsehof eine Chance gegeben werden. „Es gibt viele Leute, die Dinge nicht können“, wird Theo Bloem im tagesschau-Bericht zitiert: „Aber es geht doch darum: Was können sie?“ Möge sich diese Erkenntnis des Landwirts in Deutschland auf breiterer Ebene durchsetzen. Vielleicht können wir dann bei einer nächsten internationalen Tagung in Deutschland unseren Gästen mehr inklusive Angebote statt den überkommenen „Sonderangeboten“ vorweisen und ein besseres Beispiel für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bieten.
Link zum Bericht der tagesschau vom 30. März 2025
Das Beispiel aus der Wetterau, wo der junge Mann mit Behinderung eine Anstellung auf dem Gemüsehof gefunden hat und weitere behinderte Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden, ist auch Teil eines knapp 55minütigen Dokumentarfilms von Mareike Müller. Dieser wurde zum 16jährigen Jubiläum des Inkrafttretens der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in die ARD-Mediathek eingestellt und wird am 16. April 2025 um 22:00 Uhr im Programm des Hessischen Rundfunks ausgestrahlt. Er trägt den bezeichnenden Titel „WIR WOLLEN MEHR – Arbeit ohne Barrieren“.

Foto: ARD tagesschau
Berlin / Bad Nauheim (kobinet) Wenn in den kommenden Tagen tausende Vertreter*innen von Staaten und Behindertenverbänden aus aller Welt beim Global Disability Summit in Berlin und damit in Deutschland zu Gast sind, werden diese sicherlich viele gute Diskussionen führen und auch Interessantes über die deutsche Behindertenpolitik erfahren. Sie werden hier aber auch auf eine erdrückende Dominanz von Aussonderungssystemen stoßen, denen zwar gute Beispiele entgegengehalten werden können, wobei diese aber eher die Ausnahme als die Regel darstellen. Dies wird auch in einem aktuellen Bericht der tagesschau zum Thema Arbeit außerhalb und innerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen deutlich: "Viele Menschen mit Behinderung können nicht ihren Wunschberuf wählen. Sie landen meist in Werkstätten und arbeiten für sehr wenig Geld. Wie das System besser werden kann, zeigt ein Beispiel aus der Wetterau", heißt es zur Einführung des Berichts der tagesschau vom 30. März 2025.
„Im Jahr 2023 waren in Hessen knapp 19.000 Menschen in 47 Werkstätten beschäftigt. Werkstätten sollen Menschen mit Behinderung eine berufliche Teilhabe in einem geschützten Raum ermöglichen. Sie sind eigentlich auch dafür gedacht, Menschen in den regulären Arbeitsmarkt zu bringen – falls möglich. Das ist derzeit aber sehr selten der Fall. Meist wird die Werkstatt zur Sackgasse“, heißt es im tagesschau-Beitrag zur Situation in Hessen. Und weiter heißt es: „Der Landeswohlfahrtsverband Hessen gibt die Quote der Menschen in Hessen, die aus einer Werkstatt in den Arbeitsmarkt wechseln, für die vergangenen fünf Jahre mit 0,3 Prozent an. Dabei gehen Experten und Expertinnen laut einer Studie der Bundesregierung von 2023 davon aus, dass mindestens ein Drittel der Menschen aus den Werkstätten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln könnten – wenn sie ausreichend unterstützt würden.“
Dass es sich beim System der Werkstätten für behinderte Menschen um eine riesige Maschinerie handelt, das wird im tagesschau-Bericht ebenfalls deutlich: „Mit ihrer Arbeit erwirtschaften die bundesweit 320.000 Beschäftigten in Werkstätten jährlich einen Umsatz von acht Milliarden Euro – und verdienen dabei durchschnittlich 1,50 Euro pro Stunde. Zur Erinnerung: Der Mindestlohn in Deutschland liegt bei 12,82 Euro. Kritiker nennen Werkstätten für Menschen mit Behinderung das größte Billiglohnmodell in der EU“, heißt es in dem Bericht.
Dass die Beschäftigung behinderter Menschen auch außerhalb der Werkstatt gefördert werden kann mit individueller Förderung statt Standardlösungen, das zeigt der tagesschau-Bericht ebenfalls auf. Aber wie gesagt, sind dies zarte Pflänzchen im großen Garten der Werkstattdominanz. Die Inklusive Arbeit Wetterau gGmbH in Bad Nauheim geht beispielsweise neue Wege und hat es vor kurzem beispielsweise geschafft, einem jungen Mann zu seinem Traumjob in der Landwirtschaft zu verhelfen. Samuel Heinstadt konnte bei dem von Landwirt Theo Bloem bewirtschafteten Gemüsehof eine Chance gegeben werden. „Es gibt viele Leute, die Dinge nicht können“, wird Theo Bloem im tagesschau-Bericht zitiert: „Aber es geht doch darum: Was können sie?“ Möge sich diese Erkenntnis des Landwirts in Deutschland auf breiterer Ebene durchsetzen. Vielleicht können wir dann bei einer nächsten internationalen Tagung in Deutschland unseren Gästen mehr inklusive Angebote statt den überkommenen „Sonderangeboten“ vorweisen und ein besseres Beispiel für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bieten.
Link zum Bericht der tagesschau vom 30. März 2025
Das Beispiel aus der Wetterau, wo der junge Mann mit Behinderung eine Anstellung auf dem Gemüsehof gefunden hat und weitere behinderte Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden, ist auch Teil eines knapp 55minütigen Dokumentarfilms von Mareike Müller. Dieser wurde zum 16jährigen Jubiläum des Inkrafttretens der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in die ARD-Mediathek eingestellt und wird am 16. April 2025 um 22:00 Uhr im Programm des Hessischen Rundfunks ausgestrahlt. Er trägt den bezeichnenden Titel „WIR WOLLEN MEHR – Arbeit ohne Barrieren“.




