
Foto: privat
Kaiserslautern (kobinet) Carsten Ondreka aus Kaiserslautern hat auf den Aufruf der kobinet-nachrichten in Zusammenarbeit mit dem Projekt Empowerment zur Selbstvertretung des Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) reagiert, wonach sich behinderte Kandidat*innen für die anstehenden Wahlen vorstellen und ihre Ziele schildern können. Der 1967 geborene Fraktionsmitarbeiter der Fraktion Die Linke/Partei im Stadtrat von Kaiserslautern mit einer Gehbehinderung kandidiert für die Linke auf Platz 4 in Kaiserslautern im Rahmen der rheinland-pfälzischen Kommunalwahlen am 9. Juni 2024.
Informationen von Carsten Ondreka aus Kaiserslautern
Menschen mit Behinderung sollten über die Geschicke der Stadt mitbestimmen
Beruf: Fraktionsmitarbeiter der Fraktion Die Linke/Partei im Stadtrat (Mein Arbeitsvertrag läuft mit Ende der Legislatur im Juni 2024 aus)
Zu meiner Person:
Mein Name ist Carsten Ondreka, Jahrgang 1967, ich wohne in Kaiserslautern und bin seit frühester Jugend an Morbus Bechterew erkrankt. Ich habe durch die Erkrankung stärkere Geheinschränkungen und sehe mich durch den Umgang mit meinem Gangbild von Diskriminierung betroffen.
Trotz all dem bin ich seit ca. 30 Jahren Teil der lokalen freien Kulturszene und dort als Netzwerker immer noch aktiv. Als langjähriger Kulturaktivist der nichtsubventionierten Szene empfinde ich es als notwendig, dass diese breit aufgestellte und hochaktive Szene sich in der Stadtpolitik Gehör verschafft.
Ich bin in der Partei Die Linke aktiv, seit gut 10 Jahren Mitarbeiter der Fraktion im Stadtrat und außerdem Bürgervertreter im Sozial- und Kulturausschuss der Stadt. Hauptgrund für dieses Engagement ist, dass Inklusion ein praktisches Grundprinzip der Partei und gerade auch unserer Gliederung in Kaiserslautern ist. Dies zeigt sich vor allem im Kampf um gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben, unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Alter oder (auch sozialer) Herkunft , von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen. Jede und Jeder nach seinen Bedürfnissen und seinen Fähigkeiten. Barrieren betreffen ja nicht nur körperlich und psychisch beeinträchtigte Menschen, sondern auch Armutsbetroffene, Alte und prekär Beschäftigte. Ich denke: Die beste Möglichkeit, die Demokratie zu verteidigen, besteht darin, für gleiche Rechte für alle zu kämpfen.
Außerdem wurde ich 2019 als Betroffenenvertreter in den Inklusionsbeirat der Stadt gewählt. Als Bindeglied zwischen Betroffenenselbstvertretung und Stadtpolitik konnte ich meine Expertise gut einbringen und mit dem Inklusionsbeirat einige Schritte in Richtung Barrierefreiheit und Mitsprache auf den Weg bringen.
Jetzt trete ich auf Listenplatz 4 der Partei Die Linke für die Kommunalwahl hier in Kaiserslautern an. Diese findet gemeinsam mit der Europawahl am 9.Juni statt.
Kontakt: [email protected]
Soziale Medien: https://mastodon.social/@OndrekaKL
Weitere behinderte Kandidat*innen, die dieses Jahr für Wahlen kandidieren, können sich mit ähnlichen Berichten an kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul per Mail an [email protected] wenden.




