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Stolperstein erneut beschädigt

Beschädigter Stolperstein in Hamburg
Beschädigter Stolperstein in Hamburg
Foto: Holger Artus

Hamburg (kobinet) Am 3. September 2019 berichteten die kobinet-nachrichten erstmals über die Beschädigung eines Stolpersteins für Renata Drehemel in Hamburg. Am 6. September 2019 folgte dann der Bericht über die vollständige Zerstörung des Stolperstein. Die Bezirksversammlung Hamburg-Eimsbüttel hatte zwischenzeitlich die Kosten für die Wiederherstellung des Stolpersteins übernommen. Nun erreichte uns die Nachricht, dass der Stolperstein vor kurzem erneut wieder attackiert wurde und mit roter Farbe übermalt wurde.

"Der jetzt vor kurzem erneuerte Stein ist wieder attackiert worden und es wurde versucht, ihn erneut zu entfernen. Als das offenbar scheiterte, wurde er mit Farbe übermalt", berichtet Holger Artus aus Hamburg. Er hat nun eine Info an alle Hauseingänge im unmittelbaren Wohnbereich der Gärtnerstraße 117 in Hamburg angebracht und über die Vorkommnisse Informiert. "Ich habe angekündigt, dass ich den Stein reinigen werde. Der Wert besteht darin, dass die Öffentlichkeit es mitbekommt, da der Täter es sicher weiter versuchen wird. Die Attacke wurde der Polizei gemeldet, die den Vorgang aufgenommen hat", berichtet Holger Artus.

"Renata Drehemel war ein Opfer des NS-Regimes. Sie wohnte seit 1935 mit Mann Fritz und Sohn Werner in der Gärtnerstraße 117. Ihr Vater wurde 1941 nach Minsk deportiert, ihre Schwestern Frieda und Rosa wurden im April 1942 im KZ ermordet. Ihr Mann Fritz war im April 1942 verstorben. Sie und ihr Sohn waren zu diesem Zeitpunkt in ein so genanntes 'Judenhaus' in der Rutschbahn 25 a im Grindel-Viertel eingewiesen worden. Hier lebten jüdische Menschen auf beengtem Raum, bevor sie deportiert und die Reise in den Tod antreten mussten. Für Renata Drehemel eine schier unlösbare Situation: Sie versuchte sich mehrfach selbst zu töten. Kurz bevor sie auch nach Theresienstadt deportiert werden sollte, versuchte sie es erneut und wurde am Ende in ein Berliner Krankenhaus eingeliefert. Dort starb sie am 11. Juni 1943. Werner Drehemel wurde nach Auschwitz deportiert und sollte hingerichtet werden. Fast auf den Tag genau vor 75 Jahren, am 27. April 1945, wurde das Lager befreit. 100 von 15.000 Kindern wurden gerettet. Werner Drehemel war eines dieser befreiten Kinder. Er starb 2008 in den USA. Ich finde, dass es gerade in diesen Tagen – erst recht und trotz Corona – wichtig ist, sich engagiert gegen rechts aufzustellen. Am 8. Mai 1945 wurde Deutschland vom Hitlerfaschismus befreit. Wir feiern in Gedenken an die Verfolgten, Toten und staatlich verordnete, antisemitische Hetze das Kriegsende. Stolpersteine sind wichtige Mahnmale, denn sie erinnern an die Menschen, die unsere Nachbarn waren", heißt es u.a. im Brief an die Nachbarn von Holger Artus.

Link zum kobinet-Bericht vom 3. September 2019 über die erste Beschädigung des Stolpersteins

Link zum kobinet-Bericht vom 6. September 2019 über die vollständige Zerstörung des Stolpersteins

Hamburg (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sahjowy