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Gewaltschutz für Frauen mit Behinderungen: UN-BRK und Istanbul-Konvention umsetzen

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Foto: Von Institut für Menschenrechte - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Berlin (kobinet)

Die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte und Weibernetz e. V. haben am 7. Oktober 2026 die Online-Veranstaltung "Gewaltschutz zur Priorität machen – Vorgaben der UN-BRK und Istanbul-Konvention endlich umsetzen!" durchgeführt. Über 450 Personen nahmen teil. Aktuelle empirische Daten zur Gewaltbetroffenheit von Frauen mit Behinderungen präsentierte Prof. Monika Schröttle von der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Miriam Schroer-Hippel von der Berichterstattungsstelle geschlechtsspezifische Gewalt des Instituts referierte zu fehlender Barrierefreiheit im Gewaltschutzsystem. Tanja Schiermann (Starke.Frauen.Machen. e. V.), Ricarda Kluge (Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe) und Pia Witthöft (Mutstelle Berlin) diskutierten die Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven, identifizierten Herausforderungen und formulierten Handlungsempfehlungen.

Hintergrund der Veranstaltung ist, dass Frauen mit Behinderungen, die in Einrichtungen leben, ambulant unterstützt werden oder in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen beschäftigt sind, überdurchschnittlich häufig von Gewalt betroffen sind. Die aktuellen Befunde stehen im Spannungsverhältnis zu den Verpflichtungen Deutschlands aus der UN-Behindertenrechtskonvention und der Istanbul-Konvention, die einen wirksamen Schutz vor Gewalt und Missbrauch vorschreiben.

Die Veranstaltung zeigte, dass es weiterhin Umsetzungsdefizite im Gewaltschutz auf rechtlicher, politischer und praktischer Ebene gibt. Die Veranstalter betonten, dass diese Defizite trotz Handlungsempfehlungen seit Jahren bestehen und der Gewaltschutz bei den zuständigen Akteuren keine ausreichende Priorität erhält. Politik und Praxis sind aufgefordert, die Vorgaben der Konventionen konsequent, umfassend und zeitnah umzusetzen und dabei die spezifische Betroffenheit von Frauen mit Behinderungen zu berücksichtigen.

Aufzeichnung und Nachbericht der Veranstaltung sind online verfügbar.

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