BERLIN (kobinet)
Die Diakonie ist eine große Organisation.
Sie hilft Menschen, die Unterstützung brauchen.
Was die Bundes-Regierung sagt
Die Bundes-Regierung macht Regeln für Deutschland.
Sie will das Elterngeld ändern.
Eltern sollen 14 Monate Elterngeld bekommen.
Elterngeld ist Geld vom Staat für Eltern.
Sie arbeiten dann weniger, um ihr Kind zu betreuen.
Rüdiger Schuch ist Präsident der Diakonie.
Rüdiger Schuch sagt:
12 Monate Elterngeld sind zu wenig.
Das ist nicht gut für Familien.
Eltern bekommen Elterngeld.
Sie passen auf ihr Kind auf.
Aufpassen bedeutet: Für das Kind sorgen.
Wie das Elterngeld aufgeteilt wird
Die Diakonie hat Sorgen.
Die 14 Monate Elterngeld werden anders aufgeteilt.
Jeder Eltern-Teil bekommt 4 Monate.
Ein Eltern-Teil ist die Mutter oder der Vater.
6 Monate können die Eltern frei nutzen.
Früher gab es andere Regeln.
Ein Eltern-Teil bekam 12 Monate Elterngeld.
Der andere Eltern-Teil bekam 2 Monate.
Nimmt nur ein Eltern-Teil die Eltern-Zeit,
gibt es nur 10 Monate Elterngeld.
Eltern-Zeit bedeutet: Eltern arbeiten nicht.
Sie kümmern sich um ihr Kind.
Rüdiger Schuch sagt:
Es ist gut, wenn beide Eltern sich kümmern.
Aber manche Familien haben Probleme.
Ein Eltern-Teil kann die Eltern-Zeit nicht nehmen.
Das liegt oft am Geld.
Dann gibt es nur 10 Monate Elterngeld.
Das Elterngeld hört auf, wenn das Kind 10 Monate alt ist.
Ein Kita-Platz gibt es erst ab 12 Monaten.
Eine Kita ist ein Haus für Kinder.
Dort passen Erzieher auf die Kinder auf.
Rüdiger Schuch sagt:
Das ist nicht gerecht.
Besonders für Familien mit wenig Geld.
Diese Familien haben dann weniger Geld.
Das macht das Leben schwer.
Wie hoch das Elterngeld sein soll
Die Diakonie kritisiert noch etwas.
In den ersten 4 Monaten soll das Elterngeld hoch sein.
Es soll 80 Prozent vom alten Lohn sein.
Ab dem 5. Monat soll es nur noch 50 Prozent sein.
Früher waren es meistens 65 Prozent.
Das betrifft alle Eltern.
Die Eltern nehmen länger als 4 Monate Elterngeld.
Viele Familien können mit 50 Prozent nicht leben.
Rüdiger Schuch sagt:
Beide Eltern sollen sich um das Kind kümmern.
Aber wenn das Elterngeld zu niedrig ist, geht das nicht.
Warum das Elterngeld steigen soll
Die Diakonie sagt:
Das Elterngeld soll mehr werden.
Seit 20 Jahren ist es nicht gestiegen.
Inflation bedeutet: Alles wird teurer.
Das Geld ist dann weniger wert.
Jetzt soll das Elterngeld ein bisschen steigen.
Der niedrigste Satz soll 330 Euro sein.
Früher waren es 300 Euro.
Der höchste Satz soll 1.900 Euro sein.
Früher waren es 1.800 Euro.
Die Diakonie findet das zu wenig.
Sie sagt:
Der niedrigste Satz soll 400 Euro sein.
Der höchste Satz soll 2.400 Euro sein.
Das hat eine Experten-Gruppe gesagt.
Eine Experten-Gruppe kennt sich gut aus.
Rüdiger Schuch sagt:
Familien brauchen Sicherheit.
Sicherheit bedeutet: Keine Sorgen haben.
Das Elterngeld soll regelmäßig steigen.
Dann passt es zur Inflation.
Woher das Geld kommen soll
Rüdiger Schuch sagt:
Der Staat hat wenig Geld.
Aber bei Familien sparen ist falsch.
Rüdiger Schuch hat einen Vorschlag.
Er sagt:
Die Steuer-Regel für Ehe-Paare soll geändert werden.
Diese Regel heißt: Ehegatten-Splitting.
Sie hilft Ehe-Paaren, Steuern zu sparen.
Ein Partner verdient viel.
Der andere Partner verdient wenig.
Dann zahlen sie weniger Steuern.
Rüdiger Schuch sagt:
Der Staat soll Familien mit Kindern helfen.
Nicht nur Ehe-Paare.
Bei denen ein Partner viel verdient.
Und der andere wenig.
Foto: Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
BERLIN (kobinet)
Die Diakonie Deutschland begrüßt ausdrücklich, dass Eltern nach den Plänen der Bundesregierung auch künftig 14 Monate Elterngeld erhalten können. "Hier auf zwölf Monate zu kürzen, wäre der völlig falsche Weg gewesen", erklärt Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch. "Es ist gut, dass die Bundesregierung das eingesehen hat." Allerdings sieht die Diakonie die Gefahr "einer Kürzung durch die Hintertür". Denn der Gesetzesentwurf erhält zwar die 14 Monate, verteilt sie aber neu: sechs flexible Monate und je vier Monate pro Elternteil. Bisher waren es zwölf Monate und zwei Monate für das zweite Elternteil. Das bedeutet: Nimmt nur ein Elternteil seinen Anspruch auf Elternzeit wahr, verkürzt sich die Gesamtdauer auf zehn Monate. "Eine gerechte Aufteilung der Care-Arbeit ist ein wichtiges Ziel. Aber damit entstehen Härten für Familien, in denen der zweite Elternteil seine Monate aus finanziellen Gründen nicht nutzen kann. Die finanzielle Absicherung endet dann bereits mit dem zehnten Lebensmonat des Kindes.
Daraus entsteht für diese Familien eine Einkommenslücke, bis das Kind mit frühstens zwölf Monaten Anspruch auf einen Kita-Platz hat. Die ist eine Benachteiligung gerade der Familien, die ohnehin unter Druck stehen", so Schuch. "Diese Lücke ist ein Problem, denn Kürzungen beim Elterngeld erhöhen die soziale Ungleichheit und erschweren vielen Eltern einen guten Start ins Familienleben."
Die Diakonie Deutschland kritisiert die geplante Regelung, dass das Elterngeld nur in den ersten vier Monaten des Bezugs auf 80 Prozent des Einkommens vor der Geburt erhöht werden soll. Ab dem fünften Monat sinkt es dann auf 50 Prozent. Bisher lag die Ersatzrate in der Regel bei 65 Prozent. Die Absenkung trifft alle Eltern, die Elterngeld länger als vier Monate beziehen, und damit gerade die Familien, die sich Zeit für ihr Kind im ersten Lebensjahr nehmen wollen. Für viele Haushalte sind 50 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens über mehrere Monate kaum tragbar. Damit läuft die Absenkung dem erklärten Ziel zuwider, Partnerschaftlichkeit zu stärken, denn je niedriger die Lohnersatzrate, desto seltener können Eltern die Monate wirklich nehmen.
Auch die geplante Erhöhung des Elterngeldes hält die Diakonie Deutschland für nicht ausreichend. "Das Elterngeld wurde seit seiner Einführung vor knapp 20 Jahren nicht erhöht. Durch die Inflation ist es heute deutlich weniger wert", erklärt der Diakonie-Präsident. Die jetzt angekündigte Erhöhung um 30 Euro auf 330 Euro beim niedrigsten Satz und um 100 Euro auf 1.900 Euro beim Höchstsatz entspreche nicht einmal einem Inflationsausgleich. Die Diakonie hält eine Erhöhung auf 400 Euro, bzw. auf 2.400 Euro für sinnvoll, wie es die Sachverständigenkommission für den Zehnten Familienbericht empfohlen hatte.
"Grundsätzlich brauchen Familien Planungssicherheit, eine regelmäßige Anpassung zumindest an die Inflation wäre hier sinnvoll", so Schuch. Bei allem Verständnis für die angespannte Lage des Bundeshaushaltes sei das Sparen bei Familien mit Kindern der falsche Weg. Eine Einsparmöglichkeit sieht die Diakonie Deutschland in der Reform des Ehegattensplittings. "Die Bundesregierung sollte Familien unterstützen, die Kinder erziehen – nicht per se Ehen, in denen ein Partner oder eine Partnerin mehr verdient", so Schuch.
Foto: Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
BERLIN (kobinet)
Die Diakonie Deutschland begrüßt ausdrücklich, dass Eltern nach den Plänen der Bundesregierung auch künftig 14 Monate Elterngeld erhalten können. "Hier auf zwölf Monate zu kürzen, wäre der völlig falsche Weg gewesen", erklärt Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch. "Es ist gut, dass die Bundesregierung das eingesehen hat." Allerdings sieht die Diakonie die Gefahr "einer Kürzung durch die Hintertür". Denn der Gesetzesentwurf erhält zwar die 14 Monate, verteilt sie aber neu: sechs flexible Monate und je vier Monate pro Elternteil. Bisher waren es zwölf Monate und zwei Monate für das zweite Elternteil. Das bedeutet: Nimmt nur ein Elternteil seinen Anspruch auf Elternzeit wahr, verkürzt sich die Gesamtdauer auf zehn Monate. "Eine gerechte Aufteilung der Care-Arbeit ist ein wichtiges Ziel. Aber damit entstehen Härten für Familien, in denen der zweite Elternteil seine Monate aus finanziellen Gründen nicht nutzen kann. Die finanzielle Absicherung endet dann bereits mit dem zehnten Lebensmonat des Kindes.
Daraus entsteht für diese Familien eine Einkommenslücke, bis das Kind mit frühstens zwölf Monaten Anspruch auf einen Kita-Platz hat. Die ist eine Benachteiligung gerade der Familien, die ohnehin unter Druck stehen", so Schuch. "Diese Lücke ist ein Problem, denn Kürzungen beim Elterngeld erhöhen die soziale Ungleichheit und erschweren vielen Eltern einen guten Start ins Familienleben."
Die Diakonie Deutschland kritisiert die geplante Regelung, dass das Elterngeld nur in den ersten vier Monaten des Bezugs auf 80 Prozent des Einkommens vor der Geburt erhöht werden soll. Ab dem fünften Monat sinkt es dann auf 50 Prozent. Bisher lag die Ersatzrate in der Regel bei 65 Prozent. Die Absenkung trifft alle Eltern, die Elterngeld länger als vier Monate beziehen, und damit gerade die Familien, die sich Zeit für ihr Kind im ersten Lebensjahr nehmen wollen. Für viele Haushalte sind 50 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens über mehrere Monate kaum tragbar. Damit läuft die Absenkung dem erklärten Ziel zuwider, Partnerschaftlichkeit zu stärken, denn je niedriger die Lohnersatzrate, desto seltener können Eltern die Monate wirklich nehmen.
Auch die geplante Erhöhung des Elterngeldes hält die Diakonie Deutschland für nicht ausreichend. "Das Elterngeld wurde seit seiner Einführung vor knapp 20 Jahren nicht erhöht. Durch die Inflation ist es heute deutlich weniger wert", erklärt der Diakonie-Präsident. Die jetzt angekündigte Erhöhung um 30 Euro auf 330 Euro beim niedrigsten Satz und um 100 Euro auf 1.900 Euro beim Höchstsatz entspreche nicht einmal einem Inflationsausgleich. Die Diakonie hält eine Erhöhung auf 400 Euro, bzw. auf 2.400 Euro für sinnvoll, wie es die Sachverständigenkommission für den Zehnten Familienbericht empfohlen hatte.
"Grundsätzlich brauchen Familien Planungssicherheit, eine regelmäßige Anpassung zumindest an die Inflation wäre hier sinnvoll", so Schuch. Bei allem Verständnis für die angespannte Lage des Bundeshaushaltes sei das Sparen bei Familien mit Kindern der falsche Weg. Eine Einsparmöglichkeit sieht die Diakonie Deutschland in der Reform des Ehegattensplittings. "Die Bundesregierung sollte Familien unterstützen, die Kinder erziehen – nicht per se Ehen, in denen ein Partner oder eine Partnerin mehr verdient", so Schuch.





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