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Forsa-Umfrage: Mehrheit bevorzugt gemeinnützige und staatliche soziale Träger

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Foto: Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

BERLIN (kobinet)

Eine repräsentative Umfrage des Instituts forsa im Auftrag der Diakonie Deutschland zeigt, dass die Bevölkerung bei sozialer Infrastruktur wie Kinderbetreuung, Altenpflege und Beratung keine radikalen Einheitslösungen will. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) spürt ausdrücklich ein Zusammenspiel aus staatlichen und gemeinnützigen Trägern. 36 Prozent sehen die Hauptverantwortung beim Staat, 12 Prozent bevorzugen freie gemeinnützige Organisationen. Lediglich ein Prozent möchte soziale Leistungen vorrangig privaten Unternehmen überlassen. Die Umfrage wurde vom 13. bis 17. Juli 2026 mit 2.000 Personen ab 18 Jahren durchgeführt.

Entscheidend für das Vertrauen in soziale Träger sind laut Umfrage Glaubwürdigkeit, Transparenz und Werteorientierung: 71 Prozent legen Wert auf transparente Informationen über die Arbeit der Träger, 68 Prozent erwarten eine Orientierung an klaren Werten, und für 55 Prozent ist Gemeinnützigkeit wichtig.

Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland, betonte: "Die Menschen in Deutschland wünschen sich bei sozialen Aufgaben kein Entweder-oder zwischen Staat und freien, gemeinnützigen Trägern, sondern ein starkes Miteinander. Die Umfrage zeigt: Gemeinnützige Träger und ein handlungsfähiger Staat genießen großes Vertrauen. Wo Verantwortung übernommen wird und Werte glaubwürdig gelebt werden, wirkt soziale Arbeit."

Die Nutzung von Angeboten freier, gemeinnütziger Träger ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Besonders häufig werden sie von Haushalten mit Kindern (55 Prozent) genutzt, während es in Haushalten ohne Kinder 40 Prozent sind. Jüngere Menschen zwischen 18 und 29 Jahren setzen mit 47 Prozent deutlich häufiger auf den Staat als die über 60-Jährigen (33 Prozent). Mit zunehmendem Alter steigt die Präferenz für eine Mischung aus Trägern: von 40 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen auf 52 Prozent bei den über 60-Jährigen.

Schuch mahnt, die Umfrage sei ein Signal an die Bundesregierung für einen starken Sozialstaat: "Reine Spardebatten helfen nicht weiter, wenn es um die Daseinsvorsorge geht. Die Regierungskoalition muss diese Botschaft ernst nehmen und dafür sorgen, dass sich diese Erwartungen der Menschen in der Politik widerspiegeln."

Zugleich betont er: "Der Staat trägt Verantwortung – aber er soll nicht jede soziale Aufgabe selbst organisieren. Gemeinnützige Träger sind ein unverzichtbarer Partner, wenn es darum geht, Menschen verlässlich, wohnortnah und niedrigschwellig zu unterstützen. Bei den anstehenden Reformen des Sozialstaats muss diese bewährte Zusammenarbeit erhalten bleiben."

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