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Neue Norm berichtet über europäische Behindertenbewegung und den Freedom Drive

Sharepic zum Freedom Drive 2026
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Foto: ENIL

Brüssel / München (kobinet)

"Drei Tage lang trafen sich Ende September 400 behinderte Aktivist*innen aus ganz Europa in Brüssel, so viele wie nie zuvor beim ENIL Freedom Drive. Journalistin Andrea Schöne war vor Ort und hat mit Menschen über Wohnraumkrise, Sozialabbau und die Frage gesprochen, warum Deutschland bei diesem wichtigen Vernetzungstreffen so unterrepräsentiert war." So heißt es in der Einführung eines aktuellen Beitrags auf der Plattform Die Neue Norm über den vom Europäischen Netzwerk zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (European Network on Independent Living - ENIL) organisierten Freedom Drive, der vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 in Brüssel stattfand und mit einer kraftvollen Demonstration zum Europäischen Parlament endete.

Andrea Schöne berichtet in dem Beitrag u.a., dass Vertreter*innen der europäischen Selbstbestimmt Leben Bewegung 5 Forderungen der europäischen Behindertenbewegung an das Europaparlament übergeben hat. Diese sind:

"1) EU-Gelder dürfen nicht in Segregation fließen. Viele Gelder aus dem Langzeithaushalt der Europäischen Union fließen in aussondernde Institutionen wie Behindertenwerkstätten oder Behindertenheime. Dies verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention.

2) Macht Wohnen barrierefrei und bezahlbar. Der europäische Plan für bezahlbaren Wohnraum beinhaltet nicht barrierefreien Wohnraum. EU-Gelder dürfen nur in Selbstbestimmtes Wohnen, nicht in Behindertenheime fließen.

3) Schafft inklusive Arbeitsplätze auf dem 1. Arbeitsmarkt. Behinderte Menschen haben wegen Exklusion im Bildungswesen und Diskriminierung schlechtere Chancen auf einen guten Job. Aber auch, da Regierungen insbesondere Behindertenwerkstätten unterstützen statt beispielsweise Assistenz am Arbeitsplatz. Die EU kann regulieren, wie ihre Mitgliedsstaaten Unternehmen finanziell fördern und damit Druck auf die Mitgliedsstaaten ausüben, dass es mehr inklusive Arbeitsplätze gibt.

4) Recht auf Teilhabe und politische Mitbestimmung. Menschen mit Lernschwierigkeiten und psychosozialen Behinderungen wird oft die Geschäfts- und Rechtsfähigkeit abgesprochen. Somit beispielsweise das Recht Verträge abschließen zu können oder Entscheidungen über ihr alltägliches Leben treffen zu können. Auch wenn viele EU-Staaten die Gesetze geändert haben, werden diese von Behörden und Gerichten nach wie vor angewandt. Dies widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention.

5) Geschlechtergerechtigkeit auch für behinderte Menschen umsetzen. Behinderte Frauen erfahren statisch mehr sexualisierte Gewalt als nichtbehinderte Frauen. Ebenso gibt es in diversen EU-Staaten nach wie vor Zwangssterilisationen und sogar erzwungene Schwangerschaftsabbrüche. Behinderte Frauen und ihre Lebenswelten müssen mehr wahrgenommen werden."

Link zum vollständigen Bericht über den Freedom Drive in Brüssel der Neuen Norm

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