Brüssel / München (kobinet)
400 Menschen mit Behinderungen haben für ihre Rechte demonstriert.
Behinderung bedeutet: Manche Dinge sind schwerer.
Zum Beispiel: Nicht gut laufen oder sehen.
Das Treffen war Ende September.
So viele Menschen waren noch nie dabei.
Das Treffen hieß: ENIL Freedom Drive.
Freedom Drive ist der Name einer großen Demo.
Diese Demo findet alle 2 Jahre statt.
ENIL setzt sich für Rechte von Menschen mit Behinderung ein.
ENIL bedeutet: Europäisches Netzwerk zum selbst-bestimmten Leben.
Europäisches Netzwerk ist eine Gruppe von Organisationen.
Diese Organisationen kommen aus vielen europäischen Ländern.
Selbst-bestimmtes Leben bedeutet: Du entscheidest selbst.
Niemand sagt dir, was du tun musst.
Andrea Schöne war auch dort.
Andrea Schöne ist Journalistin.
Die Journalistin schreibt Berichte für Zeitungen oder Fernsehen.
Andrea Schöne hat mit den Menschen gesprochen.
Andrea Schöne sprach über die Wohnungs-Krise.
Wohnungs-Krise bedeutet: Es gibt zu wenige Wohnungen.
Viele finden keine bezahlbare Wohnung.
Andrea Schöne sprach auch über Sozial-Abbau.
Sozial-Abbau bedeutet: Der Staat gibt weniger Hilfe.
Menschen bekommen weniger Geld oder Unterstützung.
Wenige Menschen aus Deutschland waren dabei.
Das Treffen war 3 Tage lang.
Am Ende gab es eine Demonstration.
Demonstration bedeutet: Menschen sagen gemeinsam ihre Meinung.
Die Menschen gehen auf die Straße und rufen laut.
Die Demonstration ging zum Europäischen Parlament.
Europäisches Parlament ist eine Gruppe von 705 Leuten.
Das Parlament macht Gesetze für die EU.
Die Bewegung selbst-bestimmtes Leben stellte 5 Forderungen.
Bewegung ist eine Gruppe von Menschen.
Die Menschen wollen etwas verändern.
Die Menschen setzen sich ein.
Du sagst: Das muss sich ändern!
Die Forderungen gingen an das Europäische Parlament.
Hier sind die 5 Forderungen:
1. EU-Gelder nicht für Heime
EU-Gelder bedeutet: Geld von der Europäischen Union.
EU-Gelder fließen jetzt in Heime.
EU-Gelder in Heime ist verboten.
UN-Konvention verbietet Heime mit EU-Geld.
UN-Konvention ist ein Vertrag für Rechte.
Viele Länder haben die UN-Konvention unterschrieben.
2. Wohnen barriere-frei und bezahlbar
Barriere-frei bedeutet: Alle können überall hin.
Zum Beispiel gibt es Rampen statt Treppen.
Bezahlbar bedeutet: Der Preis ist nicht zu hoch.
Wohnen muss ohne Barrieren sein.
Wohnen muss nicht teuer sein.
EU-Gelder dürfen nur für selbst-bestimmtes Wohnen sein.
Selbst-bestimmtes Wohnen bedeutet: Allein wohnen.
Oder mit Freunden.
Du entscheidest selbst.
Nicht für Heime.
3. Inklusive Arbeits-Plätze
Inklusive Arbeits-Plätze sind Stellen für alle.
Auch Menschen mit Behinderung können dort arbeiten.
Arbeits-Plätze müssen für alle da sein.
Behinderte Menschen haben schlechte Chancen.
Die Schule schließt behinderte Menschen oft aus.
Die EU soll normale Arbeits-Plätze fördern.
Dann kommen mehr inklusive Arbeits-Plätze.
4. Recht auf Teilhabe
Teilhabe bedeutet: Du machst bei etwas mit.
Alle dürfen mit-bestimmen.
Mit-bestimmen heißt: Du darfst mit-reden.
Niemand entscheidet allein über dich.
Menschen mit Lern-Schwierigkeiten dürfen oft keine Verträge machen.
Verträge sind Papiere mit Vereinbarungen.
Beide müssen unterschreiben.
Das ist falsch.
Behörden erlauben keine Verträge.
Behörden sind Ämter vom Staat.
UN-Konvention verbietet das.
5. Schutz für behinderte Frauen
Behinderte Frauen erleben öfter Gewalt.
Gewalt bedeutet: Jemand tut dir weh.
Das kann mit Worten oder Schlägen sein.
Andere Frauen erleben weniger Gewalt.
Manche Länder haben Zwangs-Sterilisationen.
Zwangs-Sterilisationen bedeuten: Keine Kinder mehr bekommen.
Das haben die Nazis mit Gewalt gemacht.
Zwangs-Sterilisationen sind verboten.
Andere Menschen müssen behinderte Frauen mehr sehen.
Foto: ENIL
Brüssel / München (kobinet)
"Drei Tage lang trafen sich Ende September 400 behinderte Aktivist*innen aus ganz Europa in Brüssel, so viele wie nie zuvor beim ENIL Freedom Drive. Journalistin Andrea Schöne war vor Ort und hat mit Menschen über Wohnraumkrise, Sozialabbau und die Frage gesprochen, warum Deutschland bei diesem wichtigen Vernetzungstreffen so unterrepräsentiert war." So heißt es in der Einführung eines aktuellen Beitrags auf der Plattform Die Neue Norm über den vom Europäischen Netzwerk zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (European Network on Independent Living - ENIL) organisierten Freedom Drive, der vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 in Brüssel stattfand und mit einer kraftvollen Demonstration zum Europäischen Parlament endete.
Andrea Schöne berichtet in dem Beitrag u.a., dass Vertreter*innen der europäischen Selbstbestimmt Leben Bewegung 5 Forderungen der europäischen Behindertenbewegung an das Europaparlament übergeben hat. Diese sind:
"1) EU-Gelder dürfen nicht in Segregation fließen. Viele Gelder aus dem Langzeithaushalt der Europäischen Union fließen in aussondernde Institutionen wie Behindertenwerkstätten oder Behindertenheime. Dies verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention.
2) Macht Wohnen barrierefrei und bezahlbar. Der europäische Plan für bezahlbaren Wohnraum beinhaltet nicht barrierefreien Wohnraum. EU-Gelder dürfen nur in Selbstbestimmtes Wohnen, nicht in Behindertenheime fließen.
3) Schafft inklusive Arbeitsplätze auf dem 1. Arbeitsmarkt. Behinderte Menschen haben wegen Exklusion im Bildungswesen und Diskriminierung schlechtere Chancen auf einen guten Job. Aber auch, da Regierungen insbesondere Behindertenwerkstätten unterstützen statt beispielsweise Assistenz am Arbeitsplatz. Die EU kann regulieren, wie ihre Mitgliedsstaaten Unternehmen finanziell fördern und damit Druck auf die Mitgliedsstaaten ausüben, dass es mehr inklusive Arbeitsplätze gibt.
4) Recht auf Teilhabe und politische Mitbestimmung. Menschen mit Lernschwierigkeiten und psychosozialen Behinderungen wird oft die Geschäfts- und Rechtsfähigkeit abgesprochen. Somit beispielsweise das Recht Verträge abschließen zu können oder Entscheidungen über ihr alltägliches Leben treffen zu können. Auch wenn viele EU-Staaten die Gesetze geändert haben, werden diese von Behörden und Gerichten nach wie vor angewandt. Dies widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention.
5) Geschlechtergerechtigkeit auch für behinderte Menschen umsetzen. Behinderte Frauen erfahren statisch mehr sexualisierte Gewalt als nichtbehinderte Frauen. Ebenso gibt es in diversen EU-Staaten nach wie vor Zwangssterilisationen und sogar erzwungene Schwangerschaftsabbrüche. Behinderte Frauen und ihre Lebenswelten müssen mehr wahrgenommen werden."
Link zum vollständigen Bericht über den Freedom Drive in Brüssel der Neuen Norm
Foto: ENIL
Brüssel / München (kobinet)
"Drei Tage lang trafen sich Ende September 400 behinderte Aktivist*innen aus ganz Europa in Brüssel, so viele wie nie zuvor beim ENIL Freedom Drive. Journalistin Andrea Schöne war vor Ort und hat mit Menschen über Wohnraumkrise, Sozialabbau und die Frage gesprochen, warum Deutschland bei diesem wichtigen Vernetzungstreffen so unterrepräsentiert war." So heißt es in der Einführung eines aktuellen Beitrags auf der Plattform Die Neue Norm über den vom Europäischen Netzwerk zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (European Network on Independent Living - ENIL) organisierten Freedom Drive, der vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 in Brüssel stattfand und mit einer kraftvollen Demonstration zum Europäischen Parlament endete.
Andrea Schöne berichtet in dem Beitrag u.a., dass Vertreter*innen der europäischen Selbstbestimmt Leben Bewegung 5 Forderungen der europäischen Behindertenbewegung an das Europaparlament übergeben hat. Diese sind:
"1) EU-Gelder dürfen nicht in Segregation fließen. Viele Gelder aus dem Langzeithaushalt der Europäischen Union fließen in aussondernde Institutionen wie Behindertenwerkstätten oder Behindertenheime. Dies verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention.
2) Macht Wohnen barrierefrei und bezahlbar. Der europäische Plan für bezahlbaren Wohnraum beinhaltet nicht barrierefreien Wohnraum. EU-Gelder dürfen nur in Selbstbestimmtes Wohnen, nicht in Behindertenheime fließen.
3) Schafft inklusive Arbeitsplätze auf dem 1. Arbeitsmarkt. Behinderte Menschen haben wegen Exklusion im Bildungswesen und Diskriminierung schlechtere Chancen auf einen guten Job. Aber auch, da Regierungen insbesondere Behindertenwerkstätten unterstützen statt beispielsweise Assistenz am Arbeitsplatz. Die EU kann regulieren, wie ihre Mitgliedsstaaten Unternehmen finanziell fördern und damit Druck auf die Mitgliedsstaaten ausüben, dass es mehr inklusive Arbeitsplätze gibt.
4) Recht auf Teilhabe und politische Mitbestimmung. Menschen mit Lernschwierigkeiten und psychosozialen Behinderungen wird oft die Geschäfts- und Rechtsfähigkeit abgesprochen. Somit beispielsweise das Recht Verträge abschließen zu können oder Entscheidungen über ihr alltägliches Leben treffen zu können. Auch wenn viele EU-Staaten die Gesetze geändert haben, werden diese von Behörden und Gerichten nach wie vor angewandt. Dies widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention.
5) Geschlechtergerechtigkeit auch für behinderte Menschen umsetzen. Behinderte Frauen erfahren statisch mehr sexualisierte Gewalt als nichtbehinderte Frauen. Ebenso gibt es in diversen EU-Staaten nach wie vor Zwangssterilisationen und sogar erzwungene Schwangerschaftsabbrüche. Behinderte Frauen und ihre Lebenswelten müssen mehr wahrgenommen werden."
Link zum vollständigen Bericht über den Freedom Drive in Brüssel der Neuen Norm





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