MEISSEN (kobinet)
Die Bundes-Regierung will ein Ziel aufgeben.
Die Bundes-Regierung ist die oberste Leitung von Deutschland.
Die Bundes-Regierung entscheidet über wichtige Dinge im ganzen Land.
Das Ziel ist: Der Nah-Verkehr soll komplett barriere-frei sein.
Nah-Verkehr bedeutet: Busse, Bahnen und Züge für kurze Strecken.
Die Regierung sagt: Das ist wünschenswert. Aber das ist nicht realistisch.
Es gibt einen Gesetz-Entwurf.
Ein Gesetz-Entwurf ist ein Vorschlag für ein neues Gesetz.
Politiker reden über den Entwurf.
Der Entwurf ist vom 7. Oktober 2026.
Der Entwurf heißt: Bürokratie-Abbau.
Bürokratie-Abbau bedeutet: Es gibt weniger komplizierte Regeln.
Die Bundes-Regierung will starre Fristen streichen.
Diese Fristen betreffen die Barriere-Freiheit.
Barriere-frei heißt: Alle können etwas nutzen.
Es gibt keine Hindernisse.
Künftig soll es Ausnahmen geben.
Ausnahmen sind möglich bei topografischen Gründen.
Topografisch bedeutet: Es geht um die Form des Landes.
Zum Beispiel Berge, Täler oder Hügel.
Ausnahmen sind möglich bei technischen Gründen.
Ausnahmen sind möglich bei rechtlichen Gründen.
Das gilt bei unangemessen hohem wirtschaftlichem Aufwand.
Wirtschaftlicher Aufwand bedeutet: Es kostet viel Geld.
Oder es ist sehr teuer.
Als Beispiel nennt die Regierung Busse.
Die Regierung sagt: Die Umrüstung ist zu teuer.
Umrüstung bedeutet: Ein Bus wird umgebaut.
Dann können Rollstuhl-Fahrer mitfahren.
Der Gesetz-Entwurf liegt jetzt im Verkehrs-Ausschuss.
Ein Verkehrs-Ausschuss ist eine Gruppe von Politikern.
Der Ausschuss kümmert sich um Verkehr.
Der Ausschuss ist im Bundes-Tag.
Der Bundes-Tag ist eine Gruppe von Abgeordneten.
Die Menschen wählen den Bundes-Tag alle 4 Jahre.
Thomas Gruetze ist Rollstuhl-Fahrer.
Rollstuhl-Fahrer benutzen einen Rollstuhl.
Rollstuhl-Fahrer können nicht laufen.
Thomas Gruetze wohnt im Land-Kreis Meißen.
Ein Land-Kreis ist ein Teil von Deutschland.
Dort gehören viele Orte zusammen.
Thomas Gruetze erlebt die Folgen jeden Tag.
Thomas Gruetze kann selten mit einem barriere-freien Bus rechnen.
Thomas Gruetze hat eine Petition gestartet.
Eine Petition ist eine Bitte.
Oder eine Beschwerde an wichtige Leute.
In der Petition fordert Thomas Gruetze Michael Welsch auf.
Michael Welsch ist der Sächsische Inklusions-Beauftragte.
Der Inklusions-Beauftragte kümmert sich um Menschen mit Behinderung.
Diese Menschen sollen überall mitmachen.
Michael Welsch soll sich für die Abschaffung der Ausnahme-Regelung einsetzen.
Eine Ausnahme-Regelung ist eine besondere Regel.
Die Ausnahme-Regelung gilt nur für bestimmte Situationen.
Über 51.600 Menschen haben die Petition unterstützt.
Thomas Gruetze erklärt:
Andere Menschen gehen zum Bus.
Andere Menschen steigen ein.
Thomas Gruetze kann nicht mitfahren.
Das liegt an seinem Rollstuhl.
Das ist Diskriminierung.
Diskriminierung bedeutet: Eine Person wird ungerecht behandelt.
Die Person wird schlechter behandelt als andere.
Das passiert jeden Tag in Sachsen.
Auf dem Land ist der Bus sehr wichtig.
Der Bus bringt Thomas Gruetze zum Einkaufen.
Der Bus bringt Thomas Gruetze zum Amt.
Der Bus bringt Thomas Gruetze zu Freunden.
Der Bus bringt Thomas Gruetze ins Theater.
Jemand nimmt Thomas Gruetze nicht mit.
Das schließt Thomas Gruetze vom Alltag aus.
Alltag bedeutet: Das normale Leben jeden Tag.
Zum Beispiel: Aufstehen, Essen, Arbeiten oder Einkaufen.
Thomas Gruetze kritisiert den Bund.
Der Bund sorgt dafür: Normalität hängt vom Geld ab.
Mit einem teuren Taxi kann Thomas Gruetze am Alltag teilnehmen.
Sonst sind Menschen wie Thomas Gruetze auf dem Land außen vor.
Thomas Gruetze verlangt von seinen Politikern etwas.
Die Politiker sollen Thomas Gruetze genauso mitdenken wie andere Bürger.
Ende 2025 lebten in Deutschland 7,8 Millionen Menschen mit schwerer Behinderung.
Das sind 9,4 Prozent der Bevölkerung.
Mehr als ein Drittel ist 75 Jahre oder älter.
Die Ausnahme-Regelung diskriminiert Menschen mit Behinderungen.
Das sagt Thomas Gruetze.
Barriere-freie Fahrzeuge sind bezahlbar.
Einige Städte haben die Umstellung längst geschafft.
Dieser Text ist in Leichter Sprache nach DIN SPEC 33429.
Foto: danielbahrmann
MEISSEN (kobinet)
Die Bundesregierung will das Ziel eines vollständig barrierefreien Nahverkehrs aufgeben. In einem Gesetzentwurf zum Bürokratieabbau vom 7. Oktober 2026 (Bundestags-Drucksache 21/8404) bezeichnet sie das Vorhaben als "wünschenswert, aber nicht realistisch". Geplant ist, "starre Fristen" für die Barrierefreiheit zu streichen. Künftig sollen Ausnahmen aus topografischen, technischen oder rechtlichen Gründen möglich sein, wenn Barrierefreiheit nur mit "unangemessen hohem wirtschaftlichem Aufwand" umsetzbar ist. Als Beispiel werden Busse genannt, deren Umrüstung "wirtschaftlich nicht darstellbar" sei. Der Entwurf liegt derzeit im Verkehrsausschuss des Bundestags. Thomas Gruetze, Rollstuhlfahrer aus dem Landkreis Meißen, erlebt die Folgen solcher Ausnahmen täglich. Nach eigenen Angaben kann er selten mit einem barrierefreien Bus rechnen. In seiner Petition fordert er den sächsischen Inklusionsbeauftragten Michael Welsch auf, sich für die Abschaffung der Ausnahmeregelung einzusetzen. Bisher haben über 51.600 Menschen die Petition unterstützt.
"Andere Menschen gehen zum Bus und steigen ein. Ich kann nicht mitfahren, nur weil ich im Rollstuhl sitze. Das ist Diskriminierung, und zwar jeden Tag, mitten in Sachsen. Auf dem Land ist der Bus für uns die Verbindung zum Leben: zum Einkaufen, für den Weg zum Amt, zu Freunden, ins Theater. Wer mich nicht mitnimmt, weil ich im Rollstuhl sitze, schließt mich von Alltag und Normalität aus", erklärt Thomas Gruetze, Petitionstarter von "Abschaffung nicht barrierefreier Busregelungen im ländlichen Raum".
Der Petitionsstarter kritisiert, der Bund sorge dafür, "dass Normalität für behinderte Menschen von der Größe der Brieftasche abhängt". Mit einem teuren Taxi könne er am Alltag teilnehmen, ansonsten seien Menschen wie er auf dem Land außen vor. "Ich verlange von meinen Politikern, dass sie mich genauso mitdenken wie alle anderen Bürger", betont Gruetze.
Laut Statistischem Bundesamt lebten Ende 2025 gut 7,8 Millionen Menschen in Deutschland mit einer schweren Behinderung, das sind 9,4 Prozent der Bevölkerung. Mehr als ein Drittel von ihnen ist 75 Jahre oder älter. Gruetze argumentiert, die Ausnahmeregelung diskriminiere Menschen mit Behinderungen. Barrierefreie Fahrzeuge seien bezahlbar, einige Städte hätten die Umstellung längst geschafft.
Foto: danielbahrmann
MEISSEN (kobinet)
Die Bundesregierung will das Ziel eines vollständig barrierefreien Nahverkehrs aufgeben. In einem Gesetzentwurf zum Bürokratieabbau vom 7. Oktober 2026 (Bundestags-Drucksache 21/8404) bezeichnet sie das Vorhaben als "wünschenswert, aber nicht realistisch". Geplant ist, "starre Fristen" für die Barrierefreiheit zu streichen. Künftig sollen Ausnahmen aus topografischen, technischen oder rechtlichen Gründen möglich sein, wenn Barrierefreiheit nur mit "unangemessen hohem wirtschaftlichem Aufwand" umsetzbar ist. Als Beispiel werden Busse genannt, deren Umrüstung "wirtschaftlich nicht darstellbar" sei. Der Entwurf liegt derzeit im Verkehrsausschuss des Bundestags. Thomas Gruetze, Rollstuhlfahrer aus dem Landkreis Meißen, erlebt die Folgen solcher Ausnahmen täglich. Nach eigenen Angaben kann er selten mit einem barrierefreien Bus rechnen. In seiner Petition fordert er den sächsischen Inklusionsbeauftragten Michael Welsch auf, sich für die Abschaffung der Ausnahmeregelung einzusetzen. Bisher haben über 51.600 Menschen die Petition unterstützt.
"Andere Menschen gehen zum Bus und steigen ein. Ich kann nicht mitfahren, nur weil ich im Rollstuhl sitze. Das ist Diskriminierung, und zwar jeden Tag, mitten in Sachsen. Auf dem Land ist der Bus für uns die Verbindung zum Leben: zum Einkaufen, für den Weg zum Amt, zu Freunden, ins Theater. Wer mich nicht mitnimmt, weil ich im Rollstuhl sitze, schließt mich von Alltag und Normalität aus", erklärt Thomas Gruetze, Petitionstarter von "Abschaffung nicht barrierefreier Busregelungen im ländlichen Raum".
Der Petitionsstarter kritisiert, der Bund sorge dafür, "dass Normalität für behinderte Menschen von der Größe der Brieftasche abhängt". Mit einem teuren Taxi könne er am Alltag teilnehmen, ansonsten seien Menschen wie er auf dem Land außen vor. "Ich verlange von meinen Politikern, dass sie mich genauso mitdenken wie alle anderen Bürger", betont Gruetze.
Laut Statistischem Bundesamt lebten Ende 2025 gut 7,8 Millionen Menschen in Deutschland mit einer schweren Behinderung, das sind 9,4 Prozent der Bevölkerung. Mehr als ein Drittel von ihnen ist 75 Jahre oder älter. Gruetze argumentiert, die Ausnahmeregelung diskriminiere Menschen mit Behinderungen. Barrierefreie Fahrzeuge seien bezahlbar, einige Städte hätten die Umstellung längst geschafft.





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